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FUSSBALL: Die Borussia-Aktie im Tabellen-Keller

Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein Borussia Dortmund (BVB) hat im ersten Jahr nach dem Börsengang Verluste gemacht.

Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein Borussia Dortmund (BVB) hat im ersten Jahr nach dem Börsengang Verluste gemacht. Im Geschäftsjahr 2000/2001 verbuchte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA einen Fehlbetrag von rund 9 Millionen Euro (etwa 17,6 Mio DM). Gründe für die roten Zahlen seien die Kosten der Börseneinführung sowie fehlende Erlöse aus internationalen Wettbewerben, da der BVB in der vergangenen Saison nur »national« spielte, sagte BVB-Präsident Gerd Niebaum in Dortmund.

Wenig erfreulich

Der Kurs der Aktie entwickelte sich nach dem Börsenstart am 31. Oktober 2000 wenig erfreulich. Abgesehen von einem Anstieg zu Saisonbeginn, als der Kurs nach vier Siegen in der Meisterschaft und der Qualifikation für die Champions League auf ein Jahreshoch von 10,10 Euro kletterte, ging es stetig bergab. Nach der 1:2-Niederlage gegen Boavista Porto in der Champions League brachen die Wertpapiere am vergangenen Donnerstag zeitweise auf ein Rekordtief von 4,70 Euro ein. »Der Kursverlauf hat uns enttäuscht«, sagte Niebaum. Am Dienstag fiel der Kurs in Frankfurt um gut ein Prozent auf 5,80 Euro.

Fußballnahe Geschäftsfelder

Für das Geschäftsjahr 2001/2002 wird ein ausgeglichenes Ergebnis erhofft. Dazu sollen vor allem Investitionen in so genannte »fußballnahe« Geschäftsfelder beitragen, kündigte Niebaum an. Das Westfalenstadion solle von 54 000 auf über 60 000 Sitzplätze ausgebaut werden. Insgesamt fasst die Arena bei Bundesligaspielen derzeit 68 600 Zuschauer.

Boden gut machen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr seien 61,7 Millionen Euro investiert worden, 57 Prozent davon in neue Spieler. Die Mannschaft habe einen Buchwert von rund 40 Millionen Euro, sagte Manager Michael Meier. Nach Niebaums Worten steht die »sportliche Konsolidierung« im laufenden Geschäftsjahr im Vordergrund. In der Bundesliga habe der BVB Chancen, unter die ersten Drei zu kommen, und auch in der Champions League sei es möglich, »noch Boden gut zu machen«.

Der Umsatz stieg um 13,4 Millionen Euro auf rund 107 Millionen Euro. Nach Angaben von Manager Meier wurden rund 10 Prozent der Erlöse mit den Geschäftsfeldern Stadion, Sportartikelhersteller, Reisebüro und Internetfirma erwirtschaftet. Ziel sei es, die Erlöse in diesen Segmenten auf 30 Prozent des Gesamtumsatzes heraufzuschrauben.

Kursanstieg bei Spielerverpflichtung

Trotz der schwachen Entwicklung der BVB-Aktie gab sich Meier optimistisch. »Wir sehen viel Potenzial, wenn es sportlich nach oben geht. Der Kursverlauf weckt Fantasie bei sportlichen Erfolgen«. Das zeige der Kursanstieg bei der Qualifikation für die Champions League oder bei der Verpflichtung des tschechischen Nationalspielers Tomas Rosicky.

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