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Fußball-Terror: "Die Schau muss weitergehen"

Der Präsident der Fußball-Liga, Antonio Matarrese, drängt auf ein Ende des kostenträchtigen Spielverbots. Die Suche nach den Tätern blieb bislang ohgne Ergebnis.

Ausschreitungen in Stadien "beschmutzen die Welt des Fußballs", schrieb Benedikt in einem Kondolenzschreiben an die Witwe des am Freitag bei den Gewalttätigkeiten getöteten Polizeibeamten, der am Montag beerdigt wurde. Vertreter der Regierung und des Fußballverbandes wollten am Nachmittag in Rom über weitere Konsequenzen aus den Ausschreitungen am Rande der Erstliga-Begegnung zwischen Catania und Palermo beraten. Am Wochenende war der Spielbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt worden.

Der Präsident der Fußball-Liga, Antonio Matarrese, drang vor dem Treffen mit Vertretern der Politik auf ein Ende des kostenträchtigen Spielverbots. "Wir sind tief getroffen, aber die Schau muss weitergehen", sagte Matarrese der Zeitung "Repubblica". Der Spielbetrieb dürfe nicht gestoppt werden. Die Sportart bringt jährlich etwa sechs Milliarden Euro in einem Land ein, das vor gut einem halben Jahr den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft bejubelt hatte.

Liga: Ein Problem der Polizei

Matarrese sagte, das Hooligan-Unwesen sei vornehmlich ein Problem der Sicherheitskräfte. "Tote im Fußball sind unglücklicherweise Teil der riesigen (Rowdy-) Bewegung, die die Polizei bisher nicht in den Griff gekriegt hat." Ministerpräsident Romano Prodi hatte die Ausschreitungen in Catania, bei denen auch mehr als 70 Menschen verletzt wurden, als "Guerilla-Krieg" verurteilt. Presseberichten zufolge wird jetzt erwogen, unsichere Stadien für das Publikum zu sperren und einen Teil der Fernseheinnahmen der Vereine für die Ertüchtigung der Sportstätten zu verwenden.

Die Trauerfeier

Im sizilianischen Catania hat die Trauerfeier für den bei Fußball-Krawallen getöteten italienischen Polizisten Filippo Raciti begonnen. An der Zeremonie im Dom der Stadt nahmen Innenminister Giuliano Amato, Außenminister Giancarlo Fini sowie Jugendministerin Giovanna Melandri teil.

Tausende Tifosi waren vor den Dom gekommen. Als der Sarg mit dem 38-jährigen Toten vor der Kirche eintraf, brandete langer Beifall auf. "Catania sagt Nein zur Gewalt", stand auf einem Spruchband der Fans. Die Zeremonie wurde vom staatlichen italienischen Fernsehen live übertragen.

Zugleich ging die Suche nach den Tätern weiter. Nach Angaben der Justiz gab es bislang rund 30 Festnahmen. Außerdem wurden etwa 20 Wohnungen von radikalen Fans durchsucht. Nach italienischen Medienberichten wurde der Polizist durch einen Schlag mit einer Eisenstange oder durch Tritte in den Magen getötet. Er sei an inneren Blutungen gestorben.

DPA/Reuters

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