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Fußball-Wettskandal: DFB verhängt erste Sperre

Für 33 Monate gesperrt: Der Ex-Spieler des VfL Osnabrück, Marcel Schuon, darf nach seinen Aussagen bei der Staatsanwaltschaft Bochum bis Ende August 2012 nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Dies entschied der DFB-Kontrollausschuss. Es ist die erste Sperre eines deutschen Fußballspielers im Zuge des Wettskandals.

Im größten europäischen Fußball-Wettskandal ist jetzt der erste an Manipulationen beteiligte Spieler für 33 Monate gesperrt worden. Ex-Profi Marcel Schuon darf bis Ende August 2012 nicht am Spielbetrieb teilnehmen, teilte der Deutsche Fußballbund (DFB) am Montagabend mit. "Das DFB-Sportgericht hat auf Antrag des DFB-Kontrollausschusses den früheren Osnabrücker Lizenzspieler Marcel Schuon wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Sperre von zwei Jahren und neun Monaten" belegt", heißt es in der Pressemitteilung. Schuon habe die Vorwürfe im Wesentlichen eingeräumt; er habe an der Aufklärung von Manipulationsvorwürfen zumindest in Teilbereichen mitgewirkt.

Im Rahmen intensiver Ermittlungen sei Schuon zweimal angehört worden. "Kontrollausschuss und Sportgericht sehen es als erwiesen an, dass sich Schuon gegenüber einem Inhaber eines Wettbüros bereit erklärt hat, die Ergebnisse der Meisterschaftsspiele der 2. Bundesliga zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem VfL Osnabrück am 2. Mai 2008, dem TSV Alemannia Aachen und dem VfL Osnabrück am 21. November 2008, dem FC Augsburg und dem VfL Osnabrück am 17. April 2009 sowie dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Osnabrück am 13. Mai 2009 zugunsten des jeweiligen Spielgegners des VfL Osnabrück zu beeinflussen", wurde in der Erklärung festgestellt.

Sandhausen kündigte Schuon bereits Ende 2009

Ein Nachweis, dass es durch Schuon während dieser Spiele tatsächlich zu Manipulationshandlungen gekommen ist, konnte laut DFB nicht geführt werden, auch wenn ihm nach dem Spiel in Augsburg "bestehende Wettschulden in Höhe von 25 000 Euro erlassen wurden". Schuon hatte zuletzt beim Drittligisten SV Sandhausen gespielt.

Im November 2009 sagte der heute 25-Jährige vor der Staatsanwaltschaft Bochum aus, dass er noch als Profi des VfL Osnabrück - also vor seinem Wechsel nach Sandhausen - mit einem Auftraggeber eine Spielmanipulation verabredet hatte. Zu dieser Manipulation sei es aber nicht gekommen, hatte Schuon beteuert. Der SV Sandhausen kündigte dem Fußballer am 1. Dezember 2009 fristlos. Auf dieses Datum wurde nunmehr der Beginn seiner Sperrzeit festgelegt.

Der VfL Osnabrück will klagen

Fußball-Zweitligist VfL Osnabrück plant indes eine Schadenersatzklage gegen Marcel Schuon. "Wir lassen das von unserem Anwalt prüfen", sagte VfL-Präsident Dirk Rasch am Dienstag: "Es geht um den immateriellen Schaden, um den Imageverlust. Wir sind sechs Wochen lang wie Täter behandelt worden, obwohl wir Opfer waren." Rasch kritisiert zugleich das aus seiner Sicht zu milde Urteil des Deutschen Fußballbundes, der Schuon am Montag für 33 Monate gesperrt hatte. Kontrollausschuss und Sportgericht sahen es als erwiesen an, dass sich Schuon bereiterklärt habe, die Ergebnisse von vier Punktspielen des VfL zu beeinflussen.

DPA/dab / DPA

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