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Formel 1 Gerüchte um Vettel, während es für ihn im Ferrari immer schlechter läuft

Sebastian Vettel und Teamkollege Charles Leclerc in Silverstone
Sebastian Vettel und Teamkollege Charles Leclerc in Silverstone
© Mark Sutton / DPA
Von Ferrari abserviert und dem Teamkollegen degradiert: Sebastian Vettel erlebt die schwärzesten Tage seiner Formel 1-Karriere. Seine Zukunft ist weiter offen, aber es halten sich hartnäckig Gerüchte um ein neues Team.

Es ist keine Übertreibung, wenn man von einer echten Horrorsaison für Sebastian Vettel spricht. Den jüngsten Rückschlag erlebte der Ferrari-Pilot am Samstagnachmittag beim Qualifying in Silverstone. Für den viermaligen Weltmeister reichte es nicht mal für die dritte Runde in der Qualifikation. Nur Startplatz zwölf sprang heraus. Besonders schwer wiegt, dass sein junger Teamkollege Charles Leclerc ganze vier Zehntel schneller war und immerhin Achter im nicht konkurrenzfähigen Ferrari wurde. Wieder einmal fuhr Vettel dem jungen Monegassen hinterher.

Vettel erlebt die schwärzesten Tage seiner großen Karriere. Neben der permanenten Demütigung durch Leclerc muss Vettel auch um seine Zukunft in der Formel 1 bangen. Im Mai hatte Ferrari bekannt gegeben, dass Vettel, immerhin vierfacher Weltmeister, keinen neuen Vertrag erhält. Bei Ferrari setzt man in Zukunft auf den jungen (22 Jahre), hochbegabten Teamkollegen.

Vettel bleibt nur ein Platz in einem Mittelklasseteam

Schnell schossen Gerüchte ins Kraut, dass Vettel mit Mercedes in Verhandlungen stehe. Auch sein ehemaliger Arbeitgeber Red Bull kam ins Spiel, aber bei den Spitzenteams ist kein Platz frei. Beide Rennställe haben mit Lewis Hamilton und Max Verstappen jeweils eine Nummer 1 und brave Hilfsfahrer (Valtteri Bottas und Alexander Albon). Die klaren Hierarchien will man durch eine Verpflichtung Vettels nicht kaputt machen.

Vettel bleibt wohl nur ein Platz bei einem Mittelklasseteam. Seit Wochen halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass er bei Racing Point anheuern könnte. Offiziell gibt sich Vettel zurückhaltend. "Es wird noch ein paar Wochen gehen, heute auf morgen wird sich nix ändern", sagte der Ferrari-Pilot in einem RTL-Interview in Silverstone. Vettel kann nach eigener Aussage die Frage "im Moment" noch nicht beantworten, ob er überhaupt über diese Saison hinaus weitermache oder eben nicht. "Ich sehe nicht, warum ich mich unter Druck setzen lassen muss. In gewisser Weise habe ich meine Entscheidung getroffen, jetzt wird sich zeigen, ob was Vernünftiges zusammenkommt oder nicht", sagte der viermalige Weltmeister in dem Interview. Entscheidend seien unter anderem die möglichen künftigen Mitarbeiter und der Wohlfühlfaktor. "Weniger entscheidend ist, was auf dem Gehaltsscheck draufsteht. Der Antrieb ist, etwas zu erreichen", betonte Vettel.

Italienische Zeitung meldet Einigung mit Racing Point

Racing Point, das Team des kanadischen Milliardärs Lawrence Stroll, ist aus Vermarktungsgründen an einem großen Namen interessiert - und Vettel verfügt über diesen großen Namen. Zudem kennt Vettel Teamchef Otmar Szafnauer seit Jahren. Jüngst wurden die beiden erst wieder gesehen, als sie zusammen im Ferrari 488 Pesta von Szafnauer das Renngelände verließen. Die Ausrede für die gemeinsame Tour verstärkte nur die Spekulationen:  "Ihm ist das Benzin ausgegangen, und weil wir in die gleiche Richtung mussten, bin ich mit ihm zur Tankstelle gefahren", erzählte Vettel: "Anschließend ist er nach Hause gefahren und ich woanders hin." Die italienische "Gazzetta dello Sport" meldete auf jeden Fall, dass Vettel bereits einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben habe. Sollte das der Fall sein, würde das Jahr für Vettel zumindest versöhnlich enden. Mehr ist für ihn im Moment nicht drin.

Quellen: "Süddeutsche Zeitung", "Motorsport total", DPA


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