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Hamburger SV: Boubacar wer?

Milan Baros wurde gehandelt, auch Patrick Kluivert ja sogar Ruud van Nistelrooy. Der neue Superstar der Rothosen sollte ein echter Hochkaräter werden. Alles heiße Luft, der HSV entschied sich nun für die C-Lösung.

Nach wochenlanger Suche hat der Hamburger SV in Boubacar Sanogo vom 1. FC Kaiserslautern die dringend nötige Verstärkung geholt, dabei aber das finanzielle Risiko eines Top-Transfers gescheut. Für 3,8 Millionen Euro kommt der 23 Jahre alte Angreifer aus der Elfenbeinküste an die Elbe und sollte nach Klärung der letzten Ablöse-Details bereits am Dienstag im Liga-Pokal-Halbfinale bei Werder Bremen zum Einsatz kommen. Sanogo nahm am Montag nach dem medizinischen Check bereits mit einer Sondererlaubnis der Lauterer am Abschlusstraining teil. "Es fehlen noch letzte Details, aber der Transfer kann nicht mehr platzen", bestätigte Pressesprecher Jörn Wolf der dpa.

"Ich freue mich auf Boubacar Sanogo. Er ist ein großer, kopfballstarker Stürmer, der uns weiterbringen wird", sagte HSV-Coach Thomas Doll, der den Neuzugang voraussichtlich in Bremen neben Benjamin Lauth auflaufen lassen wird. "Boubacar hat in Kaiserslautern mehrfach seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt und wird sich beim HSV sicherlich noch steigern."

CL-Teilnahme unsicher

Der Nationalspieler der Elfenbeinküste, der trotz eines Ermüdungsbruches im April in der Pfalz bei 24 Einsätzen zehn Tore schoss und sieben Vorlagen gab, erhält einen Vierjahresvertrag bis 2010. Interessiert an dem 1,87 Meter großen robusten Spieler waren auch der französische Erstligist FC Sochaux und der VfB Stuttgart. Im vergangenen Jahr war Sanogo vom Al-Ain Club aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland gewechselt. Dort hatte er in 54 Ligaspielen 43 Tore erzielt. "Er ist groß, stark und noch sehr jung", sagte HSV-Kapitän Rafael van der Vaart.

Mit der relativ preiswerten Verpflichtung reagieren die Verantwortlichen des HSV auf das schwere Los in der Champions-League- Qualifikation. Weil man gegen den spanischen Tabellen-Vierten CA Osasuna nicht unbedingt davon ausgehen kann, dass die garantierten zehn Millionen Euro für die Teilnahme an der Königsklasse in die Kasse kommen, wartet HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer zunächst ab. So stellte er das wochenlange Bemühen um Milan Baros, den der HSV unbedingt holen wollte, gänzlich ein. Setzen sich die Norddeutschen gegen den Romeo-Club Osasuna durch, könnte Ende August noch ein weiterer Angreifer oder ein linker Verteidiger kommen.

DPA/kbe

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