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Hannover 96 - FC Bayern: Doppelte Therapiestunde

Während der FC Bayern sich dank eines 3:0-Sieges bei Hannover 96 allmählich gewohnten Tabellenregionen der Fußball-Bundesliga näherte, unternahmen die Niedersachsen am ersten Advent einen großen Schritt zurück in den Alltag. Doch so leicht lässt sich die Betroffenheit über den Tod von Robert Enke zwei Wochen nach der Trauerfeier im Stadion nicht verdrängen.

Von Frank Hellmann, Hannover

Und dann war es doch wie immer. Werbebotschaften flimmerten an diesem ersten Advent über die beiden Videotafeln im Norden und Süden der Arena von Hannover. Auf dem Rasen wärmten sich die 96-Profis auf, dazu dröhnte aus den Lautsprechern der Vereinssong "Alte Liebe". Die Menschen reckten die Schals in die Höhe, aber immerhin ganz oben, unter dem Dach der Gegengeraden, erinnerte die Rückansicht eines schwarzen Torwarttrikots an das Ereignis, das eine Stadt und einen Verein verändert hat. "Enke" stand drauf in weißen Lettern.

Manch einer von den Fans von Hannover 96 hätte sich noch mehr Erinnerungen an das Suizid-Schicksal ihres Idols gewünscht. Hätte nicht die 17-jährige Salzhemmendorfer Schülerin Alina Schmidt noch einmal ihre herzzerreißende Version des Klubliedes vortragen können? Doch es hätte nicht in die Doktrin gepasst, die 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke am Sonntagabend trotz einer verdienten 0:3-Niederlage gegen den FC Bayern München später als Erfolg verkaufen sollte. "Ein Stück weit mehr Normalität", hatte Schmadtke gesehen, "ich glaube, wir haben wieder eine relativ normale Fußball-Atmosphäre." Aber eben noch nicht ganz: Wer beobachtete, wie betroffen manch ein Spieler beim Anpfiff auf den Rasen zum Mittelkreis schlurfte - exakt die Stelle, wo die Teamkollegen den Enke-Sarg aus dem Stadion trugen - der ahnte, was in den Köpfen vorging.

Fromlowitz: "Zusammen werden wir es schaffen"

Der junge Jan Rosenthal, 23, mochte darüber hernach nicht reden, der gleichaltrige Florian Fromlowitz, der Nachfolger zwischen den Pfosten, schon, zumal ihn der neue Stadionsprecher Stefan Kuna aufgefordert hatte, "Kraft und Stärke" zu demonstrieren. Was dem Ballfänger pfälzischer Herkunft wie schon beim 0:2 gegen den FC Schalke gelang: "Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, dass wir nicht höher untergegangen sind", sagte Fromlowitz selbstbewusst, ohne überheblich zu wirken. "Mir lief es aber anfänglich noch eiskalt den Rücken runter, doch zusammen werden wir es schaffen."

Auch Kapitän Arnold Bruggink, der sich in der Vorwoche auf Schalke seiner Tränen vor laufenden Kameras nicht schämte, sparte das heikle Thema nicht aus: "Es ist eine schwierige Zeit, aber wir dürfen uns dahinter nicht mehr so lange verstecken." Der Niederländer empfahl ein kollektives, vorwärtsgerichtetes Denken, "es war doch schon viel 'normaler' als letzte Woche." Aber so ein Vorfall wie der Selbstmord einer Führungsfigur, in dessen Krankheit nur Mittelfeldspieler Hanno Balitsch und zwei Physiotherapeuten eingeweiht waren, kann nicht bedeuten, den Schalter ad hoc auf die Stufe besagter Normalität umzulegen. "Das Verlustgefühl ist noch da", gestand Trainer Andreas Bergmann, "und es dauert auch noch an, aber die Mannschaft ist auf einem guten Wege."

Ist der FC Bayern wieder genesen?

Ähnlich hörten sich übrigens die Formulierungen beim Sieger an - nur emotional ganz anders gelagert. Doch auch der FC Bayern hatte irgendwie eine Therapiestunde erfolgreich hinter sich gebracht. Erstmals hat es den Anschein, als habe Louis van Gaal sich auf Taktik, System und Personal festgelegt. Ein 4-4-2 aus einer "guten Ordnung", wie der unberechenbare Chefstratege ausführlich belobigte, dazu drei Tore der Angreifer, rechnet man zeitweise Thomas Müller zu Ivica Olic und Mario Gomez hinzu. "Wir haben die Stürmer, die Tore machen können", sagte van Gaal zufrieden, "wir sind wieder zurück in der Champions League und auch ein bisschen in der Tabelle. Das kann eine Wende werden, wenn wir die Ergebnisse bestätigen."

Platz vier steht für den Rekordmeister zu Buche, "eine gute Ausgangsposition, um einen Endspurt zu starten", empfahl Sportdirektor Christian Nerlinger, der ja eingedenk eines von der Papierform leichten Restprogramms (Mönchengladbach, Bochum, Hertha) drei weitere Siege einfordert. Geht es nach dem kritischen Philipp Lahm ("Wir brauchen noch mehr Siege, um uns zu 100 Prozent zu rehabilitieren"), dann sind die ersten Schritte unternommen, erstmals nach langer Zeit habe ihn wieder das Gefühl beschlichen, "da steht der alte FC Bayern auf dem Platz."

Einer aber drückte derweil missmutig und frierend die Ersatzbank: Luca Toni. Dass der Italiener überhaupt die Dienstreise in den Norden angetreten hatte, galt als Überraschung. Und manch einer mutmaßte, die Münchner Bosse hätten van Gaal mit leichtem Druck zu dieser Form der Deeskalation geraten. Doch das erwies sich als Trugschluss. Van Gaal habe in der Causa "allein entschieden", so betonte Nerlinger.

Noch keine Versöhnung zwischen van Gaal und Toni

Reicht also der starrköpfige Niederländer noch dem egoistischen Italiener die Hand? Van Gaal gab wenig Hinweise darauf, dass er und Toni noch eine Arbeitsgrundlage finden könnten: "Toni hat sich nicht entschuldigt, das wird er auch nicht machen." Muss er das? Darauf fabulierte der 58-Jährige: "Der Klub ist das Wichtigste, dann kommt die Mannschaft, dann der Trainer - er ist am tiefsten." Doch für den ob seiner heftigen Schelte degradierten und in der Champions League gegen Haifa ausgemusterten Ex-Weltmeister gelte auch dies: "Ein Profispieler bei Bayern muss den Anforderungen des Trainers entsprechen. Wenn er das nicht macht, wird er keine Chance mehr bekommen."

Und vielsagend fügte van Gaal hinzu: "Wir haben jetzt die Stürmer, die Tore schießen." Die Torschützen Müller, Olic und Gomez waren damit gemeint - nicht Toni. Hört sich ganz danach an, als müsse sich der 32-jährige Torjäger im Winter eine neue Arbeitsstätte suchen. "Ich werde mit dem Verein sprechen, die Situation gefällt mir nicht. Gott sei Dank öffnet sich in Kürze das Transferfenster", hatte Luca Toni im italienischen Radio gelästert. Der AS Rom, so ist zu hören, könnte Toni bald gut gebrauchen. Der wiederum soll bereit sein, auf einen Teil seiner Zehn-Millionen-Gage zu verzichten. Schließlich wird im Sommer eine WM gespielt, bei der der stolze Italiener wieder mittendrin statt nur dabei sein will.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(