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Aufregung in Hamburg: Putschversuch beim HSV: Aufsichtsratsmitglied wollte Bruchhagen und Todt stürzen

Der HSV zerlegt sich selbst. Unmittelbar vor dem überlebenswichtigen Heimspiel gegen Hannover 96 platzt eine weitere Bombe beim Bundesliga-Dino. Ein Aufsichtsratsmitglied soll versucht haben, Vorstandschef Bruchhagen und Sportchef Todt abzusägen.

Jens Todt und Heribert Bruchhagen

Sie sollten weg: HSV-Sportchef Jens Todt (l.) und der Vorstandsvorsitzende der HSV Fußball AG, Heribert Bruchhagen

DPA

Im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV hat es offenbar einen Putschversuch gegen den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportchef gegeben. Nach Informationen Hamburger Medien soll ein Mitglied des Aufsichtsrates seine fünf Kollegen in einer Mail zum Sturz des Duos aufgefordert haben. Das sei aber mehrheitlich abgelehnt worden.

Treibende Kraft hinter dem Putsch soll Aufsichtsratsmitglied Felix Goedhart gewesen sein. Als Ersatz-Kandidaten habe er den Bruchhagen-Stellvertreter und Finanzvorstand Frank Wettstein und den für den Nachwuchsbereich zuständigen Sportdirektor Bernhard Peters vorgeschlagen. Eine weitere Alternative soll Allround-Mann Felix Magath gewesen sein. Nach Informationen des Rundfunksender NDR 90,3 wäre der Ex- -Profi und -Trainer bereit gewesen, als Sportvorstand zum HSV zu kommen.

"Klubschädigende Unruhe"

Bruchhagen war erst vor rund einem Jahr vom Aufsichtsrat als Vorstandsvorsitzender bestellt worden und ist mit einem Vertrag bis Sommer 2019 ausgestattet. Sportchef Jens Todt ist bis Dezember 2018 an den HSV gebunden.

"Wir halten es im Aufsichtsrat normalerweise so, dass wir uns vertraulich zu allen Themen austauschen. Ich bin sehr enttäuscht, dass kurz vor dem Spiel gegen Hannover klubschädigende Unruhe geschürt wird", sagte Aufsichtsratschef Andreas Peters in einem Statement. Der abstiegsbedrohte HSV erwartet am Sonntag um 18 Uhr zu einem überlebenswichtigen Heimspiel. Als Tabellen 17. haben die Hamburger derzeit vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Während sich Bruchhagen zu dem Vorfall noch nicht geäußert hat, gibt es eine erste Reaktion von Sportchef Jens Todt: "Ich weiß nichts von diesen Plänen. Aber es ist wohl normal, dass es in unserer Situation Kritik gibt. Ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann", sagte Todt dem "Hamburger Abendblatt".

Gremien werden neu bestellt

Warum der gescheiterte Vorstoß jetzt publik wurde, ist offen. Vermutlich dürfte dabei aber die seit Monaten strittige Neubesetzung des HSV-Aufsichtsrats eine Rolle spielen, die kommenden Dienstag stattfinden soll. Dazu treffen sich die AG-Anteilseigner:. Das sind der HSV e.V., vertreten durch Vereins-Präsident Jens Meier, der Hauptaktionär, Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne, die Familie Burmeister, Agrarunternehmer Helmut Bohnhorst und die Erben von Weinhändler Alexander Margaritoff. Zu den sechs vorgeschlagenen Kandidaten zählte auch Goedhart. Doch nach diesem Eklat ist sein Verbleib in dem Gremium kaum noch vorstellbar.

Darüber hinaus steht am 18. Februar bei der Mitgliederversammlung des e.V. eine Kampfabstimmung über das Präsidentenamt an. Ex-HSV-Chef Bernd Hoffmann fordert den amtierenden Präsidenten Meier heraus. Der Vereins-Präsident hat qua Amt einen festen Sitz im Kontrollgremium der HSV-AG.


kng / DPA

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