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Inter Mailand Trainer deutet Wechsel an: Rätselraten um Mourinhos Kopfnicker

Geht er oder geht er nicht? José Mourinho hat wenige Minuten nach dem Sieg gegen Bayern München einen Wechsel zu Real Madrid angedeutet. Ein Satz und zwei Kopfnicker lassen genug Raum für Spekulationen.

Es schien so, als ob Jose Mourinho in der Stunde des größten Triumphes die Katze aus dem Sack gelassen hat. Unmittelbar nach dem 2:0-Erfolg im Finale der Champions League gegen den FC Bayern München verkündete der Coach von Inter Mailand am Samstagabend im Sat.1-Interview, dass er den Verein in Richtung Real Madrid verlassen wird. Auf die Fragen, ob dies sein letztes Spiel als Trainer von Inter Mailand gewesen sei und sein künftiger Verein Real Madrid heiße, nickte er zwei Mal. "Das war mein letztes Spiel als Inter-Trainer, ich gehe nach Madrid", erklärte der Portugiese ausgerechnet in den Katakomben des Bernabeu-Stadions, das dann ab Sommer seine neue sportliche Heimat werden könnte.

Dann kam der halbherzige Rückzieher in der Pressekonferenz. "Ich habe verschiedene Möglichkeiten. Inter ist eine Option, Real ist eine Option. Ich brauche jetzt etwas Zeit, um zu sehen, was man von mir will." Innerhalb der nächsten zwei Tage kündigte er ein Gespräch mit Reals Präsident Florentino Perez an.

Italienisches Zeitungen verabschieden Mourinho am Tag nach dem Champions-League-Sieg bereits. Die Zeitung Tuttosport schreibt "Inter in Ekstase. Milito ist ein Phänomen. Diego ist der König von Bernabeu, Mourinho bereits Geschichte." Die Corriere della Sera schreibt zum angedeuteten Rückzug: "Grande Inter ist wiedergeboren. Mou siegt und sagt Addio." Und auch für die Zeitung La Repubblica scheint der Abgang perfekt: "Ein denkwürdiger Abschied von Mourinho. Milito vollbringt ein Meisterwerk. Aufopferung, Talent, zwei Tore und eine unüberwindbare Abwehr", ebenso wie die Libertà: "Mou vollbringt sein letztes Meisterwerk. Dann geht er."

"Sie wollen das Gleiche wie ich"

Mourinhos Vertrag bei den Lombarden läuft noch bis 2012 gelaufen. Er hatte in den vergangenen Wochen jedoch wiederholt seinen Unmut über den Fußball in Italien kundgetan. Mit Inter hatte er zweimal in Folge die Meisterschaft gewonnen und erstmals das Triple für einen italienischen Klub gewonnen. Als erster Trainer gewann er zudem mit zwei verschiedenen Vereinen die Champions League.

Von dieser Unterredung möchte der 47-Jährige abhängig machen, ob er zum spanischen Nobelclub wechselt oder nicht. "Ich kenne das Projekt Real noch nicht. Ich weiß nicht, was sie genau wollen", sagte Mourinho. "Wenn ich Trainer von Madrid werden sollte, dann aus dem Grund, dass das ein Riesenclub ist. Sie wollen das Gleiche wie ich: Gewinnen." Real hat die erwartete Trennung von seinem Coach Manuel Pellegrini noch nicht offiziell ausgesprochen. Dennoch hat Mourinho die Spekulationen über einen Wechsel nach Madrid in den vergangenen Tagen immer wieder selbst angeheizt.

Auch nach dem Champions-League-Finale sagte er: "Wenn ich in der nächsten Saison im San-Siro-Stadion antreten sollte, wäre das wie ein Heimkommen. Was zwischen mir und Inter besteht, besteht fürs Leben." Der Portugiese führte die Italiener in seiner zweiten Saison in Mailand zur Meisterschaft, zum nationalen Pokal und zum Gewinn der "Königsklasse". Diesen Titel hatte Inter zuletzt 1965 geholt.

DPA/SID/swd / DPA

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