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Inter Mailand vor dem Bayern-Duell: Mourinho blickt neidisch nach München

Trotz des Sieges im Finale um den italienischen Pokal, hat Inter Mailand-Coach José Mourinho Sorgen. Der extrovertierte Trainer sieht sein Team im Hinblick auf das Champions-League-Finale in Madrid gegen Bayern München im Nachteil.

Nachdem Jose Mourinho den ersten Titel der Saison eingefahren hatte, blickte der Star-Trainer von Inter Mailand voller Neid auf Bayern München. "Wir haben jetzt zwei schwere Spiele in der Liga vor uns. Die Bayern dagegen können sich am Samstag in Berlin zurücklehnen", meinte der Portugiese nach dem turbulenten 1:0 im Pokalfinale gegen den AS Rom. Als Tabellenführer der Serie A kämpft Inter noch um die fünfte Meisterschaft in Folge, ebenso wie die Bayern hoffen die "Nerazzurri" vor dem Champions-League-Finale am 22. Mai auf das Triple.

Mourinho hatte nach dem Gewinn der Coppa Italia nicht nur keine Zeit, sondern auch keine Lust zum Feiern. Zu sehr nagte die Verletzung seines Spielmachers Wesley Sneijder an dem exzentrischen Coach. "Ich mache mir Sorgen. Ich weiß nicht, wann er zurück sein wird", sagte der 47-Jährige, der den am rechten Oberschenkel verletzten Niederländer schon in der sechsten Minute auswechseln musste.

Die aus einem Foul resultierende Verletzung war nur einer von zahlreichen Zwischenfällen in einem hektischen Endspiel. So sah Roms Francesco Totti zwei Minuten vor dem Ende die Rote Karte, weil er mit einem Fußtritt auf eine Provokation von Inter-Stürmer Mario Balotelli reagiert hatte. "Balotelli hat mich und meine Stadt beleidigt. Er ist ein Provokateur. Auf dem Spielfeld hat er ein ganzes Volk beleidigt. Ich habe zu nervös reagiert, aber Balotelli ist für seine Provokationen bekannt", sagte Totti.

Zudem wurde wiederholt ein Laserstrahl aus der Römer Fankurve auf Mourinho gerichtet und störte den Trainer. Am Ende der Begegnung bewarfen Rom-Anhänger die Sicherheitskräfte mit Flaschen, einige Tifosi wurden festgenommen. Das Siegtor des Argentiniers Diego Milito in der 40. Minute geriet da schon fast zur Nebensache.

Als die Gemüter sich wieder beruhigt hatten, setzte Mourinho zur großen Lobeshymne auf seine Spieler an. "Das Match war sehr hart, weil wir von Anfang an auf Sneijder verzichten mussten. Jetzt müssen wir an die letzte Phase der Meisterschaft denken und dann an Madrid. Der Champions-League-Sieg ist unser Traum", sagte Mourinho und zeigte ungewohnte Demut. Nicht ihm, sondern der Mannschaft seien die großartigen Leistungen der vergangenen Wochen zu verdanken. Auf der Gegenseite zeigte sich Roms Trainer Claudio Ranieri nach dem ersten Fehlgriff nach einem Titel enttäuscht, will aber weiterhin um die Meisterschaft kämpfen. "Wir werden bis zum Schluss mit all unseren Kräften um den Titel kämpfen", erklärte Ranieri, dessen Team mit zwei Punkten Rückstand in die beiden letzten Spieltage geht.

SID/dab / SID

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