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International: Primera División - Die Aufsteiger

Eigentlich sollte es kurz vor Saisonstart um die Aufsteiger in Spanien gehen. Denn mit Betis Sevilla, Rayo Vallecano und Granada kommt ganz viel Tradition und Kultcharakter hinzu. Doch die drei Clubs eint vor allem eines: Finanzielle Probleme. Und so kommen wir nicht an den Worten Konkurs und Streik vorbei.

Während der FC Barcelona und Real Madrid die Massen begeistern und spalten, die Meisterschaft in der Primera División wieder unter sich ausmachen werden und auch im europäischen Fußball den Taktstock in der Hand halten, mehren sich im restlichen spanischen Fußball die Meldungen, die sich zum Kopfschütteln eignen. Konkursverfahren, ausstehende Gehälter, Schulden und als Konsequenz daraus eine Streikandrohung von Seiten der Spieler, die die ersten beiden Spieltage ernsthaft gefährden.

Für positive Schlagzeilen taugen auch die drei Aufsteiger in die Primera División nicht wirklich, auch wenn mit Betis Sevilla, Rayo Vallecano und dem FC Granada ganz viel Tradition, Fan-Potential und Kultcharakter hinzukommt. Denn die Aufstiege aller drei Clubs wurden von so großen finanziellen Problemen begleitet, dass mittlerweile an allen drei Standorten ein Konkursverfahren läuft. Wir stellen die drei Clubs und die Schwierigkeiten in Spanien vor.

Prominente Unterstützer: Der Streik rückt näher

Die Lage im spanischen Profifußball ist ernst. So ernst, dass die Bestreikung der beiden ersten Spieltage ein realistisches Szenario ist. So ernst, dass die Spielergewerkschaft (AFE) auf die Solidarität und die Mithilfe der finanziell ausgesorgten Weltmeister Iker Casillas, Xabi Alonso oder Carles Puyol zählen kann. Deren Wort hat Gewicht, auch wenn der Streik für ein ordentliches Terminchaos sorgen wird, denn freie Ersatzspieltage sind Mangelware.

Das Gesamtvolumen der Schulden im spanischen Profifußball wird auf vier Milliarden Euro geschätzt. 21 der 42 Vereine der ersten beiden Ligen haben mittlerweile Konkurs angemeldet, die Höhe der nicht gezahlten Spielergehälter ist schon auf über 40 Millionen Euro angewachsen, angezeigt von mehr als 200 Spielern.

Möglich macht diese Farce, die auch immense sportliche Auswirkungen hat, das spanische Konkursrecht. Ein Verein, der bis zum 30. Juni nicht alle Gehälter gezahlt hat, müsste zwangsabsteigen. Davor retten kann den Verein aber das Konkursverfahren, Konkursgesetze haben in Spanien Vorrang vor den Regeln des Fußball-Verbands. Die Schulden halbieren sich, Gehälter müssen nur noch zu einem geringen Prozentsatz gezahlt werden und der Ligaverbleib ist gesichert.

Real Saragossa ist das prominenteste Beispiel für die Maßlosigkeit beim Zusammenstellen eines ambitionierten Kaders und dem fehlenden Willen die Konsequenzen zu tragen. Der letztjährige Aufsteiger hielt sich eine überteuerte Mannschaft, schaffte sportlich nur knapp den Klassenerhalt, zahlte die Gehälter nicht pünktlich und entging dem Zwangsabstieg wegen des Konkursverfahrens. Den Weg in die zweite Liga nahm stattdessen Deportivo La Coruna, finanziell ebenfalls nicht auf Rosen gebettet, aber seriös geführt und deshalb benachteiligt. Saragossa schuldet La Coruna sogar noch Geld aus einem Transfergeschäft.

An diesem Punkt kommt dann Betis Sevilla ins Spiel. Denn die Andalusier haben den umgekehrten Weg gewählt und die Rückkehr in die Primera División über alles andere gestellt. Auf über 80 Millionen Euro werden die Schulden von Betis geschätzt, aber dank des Konkursrechts konnte frisches Geld in die Verpflichtung von Jorge Molina, dem Torjäger von Ligakonkurrent FC Elche, investiert werden. Allerdings stimmte die Zahlungsmoral der Verdiblancos nicht, Elche wartet immer noch auf große Teile der abgemachten Ablösesumme. Molina erzielte 18 Tore, Betis stieg auf und Elche verpasste den Aufstieg knapp. Beliebter ist Betis dadurch nicht geworden.

Auch Rayo Vallecano und Granada kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten und können die kommende Saison nur angehen, weil der Rettungsschirm geöffnet wurde. "Bei uns mussten einige Spieler ihre Autos verkaufen, um über die Runden zu kommen. Andere haben kein Geld fürs Benzin", erzählte unlängst Rayo-Stürmer David Aganzo über die letzte Saison, die sportlich ein gutes Ende nahm. Doch es gibt auch Anderes zu erzählen:

Rayo Vallecano

Beim Namen Rayo Vallecano denkt man an die späten 90er und frühen 2000er Jahre, als der Madrider Vorstadtclub ein gern gesehener Gast in der Primera División war und einige klangvolle Namen den Weg ins Nuevo Estadio de Vallecas fanden. Mit Gerhard Poschner war auch ein deutscher Spieler dabei, aber auch Real-Legende Hugo Sanchez, Toni Polster oder der während seiner Zeit bei Rayo tödlich verunglückte Laurie Cunningham trugen mit Stolz das rot-weiße Trikot.

In der Saison 2000/01 machte der Blitz sogar europaweit Schlagzeilen. Über die Fairplay-Wertung in den UEFA-Pokal gelangt, wurde nach Erfolgen gegen Molde FK, Viborg FF, Lokomotive Moskau und Girondins Bordeaux das Viertelfinale erreicht, im rein spanischen Duell gegen Deportivo Alavés kam dann das Aus. Ansonsten gilt Vallecano eher als Fahrstuhlmannschaft, die kommende Spielzeit ist erst die 13. in der ersten Liga.

Rayo gilt in Spanien über den sportlichen Erfolg hinaus als Club mit Kultpotential. Der antifaschistische Fanclub "Los Bucaneros" bestimmt die Stimmung entscheidend mit und gilt in Madrid als gern gesehener Kontrapunkt zu den eher rechts orientierten "Ultra Sur" von Real Madrid, die Punkgruppe Ska-P schrieb mit "Rayo Vallecano" und "Como un Rayo" zwei inoffizielle Clubhymnen, im 15.500 Zuschauer fassenden Stadion gibt es nur drei Tribünen und bis in diesem Jahr wurde Rayo von Maria Teresa Rivero, die mittlerweile auch Namensgeberin des Stadions ist, als Präsidentin geführt - ein in Spanien einzigartiger Vorgang.

Rein sportlich dürfte es eine extrem schwierige Saison für Vallecano werden. Das Konkursverfahren machte den Aufstieg zwar mit möglich, nun gibt es aber kaum Spielraum für notwendige Neuverpflichtungen. Stattdessen gingen mit Coke und Emiliano Armenteros (20 Tore in der Aufstiegssaison) zwei der stärksten Spieler zum FC Sevilla.

Trainer José Sandoval gilt als Vater des Erfolgs. Denn wie die Aussage von Aganzo verdeutlicht, standen und stehen immer noch Gehälter aus, trotzdem schaffte es Sandoval, die Spannung stets hochzuhalten. Die Willensstärke und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Mannschaft könnten das einzige Plus im Abstiegskampf sein.

Real Betis Balompié

Mit Betis Sevilla kehrt ein Club in die Primera División zurück, der auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblickt, vor stolzer Tradition nur so strotzt und in Sevilla, trotz der jüngsten Erfolge von Lokalrivale FC, immer noch die Nummer eins ist. Immerhin durchbrach Betis 1935 mit dem Meistertitel als erster Club die Vorherrschaft der Vereine aus Madrid, Barcelona und Bilbao, gewann 1977 und 2005 die Copa del Rey und war auch schon mal in der Champions League vertreten.

Doch die Begleiterscheinungen rund um den Aufstieg und die drohende Pleite haben im restlichen Spanien für gemischte Gefühle gesorgt, Betis wird nicht überall mit offenen Armen empfangen werden. Denn neben der Posse um Molina, durch die der Aufstieg durchaus mit entschieden wurde, schreibt Betis auch unter dem neuen Präsidenten Miguel Guillen, der Legende Rafael Gordillo beerbte, eher negative Schlagzeilen. Es stehen immer noch Gehälter aus und die Bestverdiener sollen "freiwillig" Kürzungen in Kauf nehmen.

Aufgrund der finanziellen Situation ist es durchaus verwunderlich, dass Betis seinen Kader im Großen und Ganzen zusammenhalten konnte. Mit Achille Emaná (Al Hilal) verließ nur ein absoluter Leistungsträger den Club, der immerhin 4,5 Millionen Euro einbrachte. Die Abgänge von David Odonkor (auf Vereinssuche), Miguel Lopes (FC Porto) oder David Belenguer (Karriereende) fallen nicht so ins Gewicht.

Trainer Pepe Mel hat einen jungen Kader beisammen, der mit Javier Matilla, Jefferson Montero (beide Villarreal), Fabri (Valladolid) und Juande (Granada) sinnvoll verstärkt wurde. Betis ist, trotz des Beigeschmacks, verdient aufgestiegen und hat auch in der letztjährigen Copa del Rey mit dem Einzug ins Viertelfinale (0:5 und 3:1 gegen den FC Barcelona) seine Tauglichkeit unter Beweis gestellt.

Deshalb träumen die sehr begeisterungsfähigen Fans der Béticos schon wieder von Höherem, was bei der großen Konkurrenz aber eher utopisch ist. Trotzdem ist Betis der stärkste der drei Aufsteiger, hat gute Chancen auf den Klassenerhalt und will so wieder positiv in Erscheinung treten.

FC Granada

Der aktuelle Erfolg des FC Granada, so geschichtsträchtig der Club auch sein mag, ist auch eine italienische Erfolgsgeschichte. Denn die Filipinos ist eines von mehreren Farmteams von Udinese Calcio und damit ein Teil einer globalen Erfolgsgeschichte, die mit dem Transfer von Alexis Sanchez zum FC Barcelona für 26 Millionen Euro gerade wieder eine fette Ernte eingetragen hat.

Der Chilene spielte zwar nie in Granada, der Wechsel zu den Katalanen wird aber auch dem Aufsteiger aufgezeigt haben, worum es für den FC Granada geht: Die Ausbildung von Spielern, die im Idealfall bei Udine landen und dann für teures Geld verkauft werden. Wenn parallel auch noch eigener Erfolg hinzukommt, ist das für Mehrheitseigner Giampolo Pozzo eine willkommene Begleiterscheinung.

2009 stieg Pozzo in Granada ein. Das System Udine beinhaltet ein weltweites Scouting-System, Talente werden früh verpflichtet und sollen Spielpraxis bekommen. Bei zeitweise über 100 Akteuren ist das in Italien allein kaum zu schaffen und so kam Pozzo die Idee mit den Kooperationen in anderen Ligen. In Granadas Aufstiegskader standen sechs Leihspieler von Udinese Calcio.

Der Wiederaufstieg nach 35 Jahren in unterklassigen Ligen - zwischen 1957 und 1975 war Granada 13 Jahre in der Primera División aktiv - war als sofortiger Durchmarsch aus der Drittklassigkeit überraschend und in den Aufstiegs-Playoffs auch glücklich. Großen Anteil am sportlichen Höhenflug hatten die beiden Stürmer Fabián Orellana und Alex Geijo, die zusammen 31 Tore erzielten. Orellana musste nun aber den Weg zurück nach Udine machen, bei Top-Torjäger Geijo sah es zunächst auch so aus, doch nun bleibt der Stürmer doch ein weiteres Jahr in Granada. Trotzdem teilt sich Granada mit Vallecano den Titel Abstiegskandidat Nummer eins.

Denn auch die Rojiblancos Horizontales stehen, wen wundert es, im Konkursverfahren. Namhafte Spieler sind allein wegen des Ausblicks von der Alhambra nicht vom Projekt FC Granada zu überzeugen. So müssen es dann wieder die italienischen Verhältnisse richten.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(