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Jens Lehmann: "Torwart-Krieg" bei Arsenal

Vor dem Stadtduell gegen Chelsea London erklärt die britische Presse das Arsenal-Tor zum Kriegsschauplatz. Angeblich mobbt der auf die Ersatzbank verbannte Torhüter Jens Lehmann seinen Konkurrenten.

Das Torwart-Duell zwischen Jens Lehmann und seinem vereinsinternen Rivalen Manuel Almunia bestimmt die Schlagzeilen vor dem Spitzenspiel in der englischen Premier League zwischen Arsenal und dem FC Chelsea an diesem Sonntag (17.00 Uhr/Premiere). "Die Arsenal-Keeper sind im Krieg, seit Lehmann Almunia beleidigte", titelte die "Sun" am Freitag. Nach Informationen des auflagenstärksten britischen Boulevardblatts hatte sich der Deutsche geweigert, seinen spanischen Kontrahenten im Training zu unterstützen, seit dieser seinen angestammten Platz im Arsenal- Gehäuse eingenommen hat.

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Wer von den beiden im Londoner Stadtduell auflaufen wird, will Trainer Arsene Wenger erst am Sonntag entscheiden. Mit einem Sieg könnte Tabellenführer Chelsea seinen Vorsprung auf Verfolger Arsenal auf acht Punkte ausbauen.

Als Wenger vergangene Woche erstmals Lehmann auf die Bank verbannte, ahnte er wohl nicht, welche Wellen seine Entscheidung schlagen würde: "Das Ganze ist zu einer nationalen Debatte geworden", musste er mittlerweile feststellen. Jeder vermeintliche Experte meldet sich seitdem zu Wort - und spricht sich für Lehmann aus. Vor allem, weil Almunia in seinen drei Einsätzen nervös und unsicher wirkte und zwei Gegentore verschuldete.

David Seaman, der 13 Jahre lang bei den "Gunners" das Tor hütete, ehe er im Sommer 2003 von Lehmann abgelöst wurde, meinte: "Jens ist ein fantastischer Torhüter. Er verdient eine weitere Chance." Zuletzt analysierte Bob Wilson, 28 Jahre lang Torwart-Trainer am Highbury, das Dilemma: Auf der einen Seite der "vergangene Saison so kompetente Lehmann", auf der anderen das "Nervenbündel" Almunia. "Ich glaube, Wenger wird Lehmann wieder aufbieten, in der Hoffnung, dass der auf den Weckruf reagiert."

"Das Rennen ist offen bis Sonntag", erklärte Wenger, deutete jedoch nach dem 5:1-Champions-League-Sieg gegen Trondheim an, dass Almunia das größere Risiko sei: "Ich habe das Gefühl, dass er unter solch großem Druck steht, dass er derzeit nicht er selbst ist." Überhaupt keine Torwart-Probleme hat Spitzenreiter Chelsea: Der Tscheche Petr Cech hat sich nach nur sechs Gegentoren in 16 Spielen mittlerweile den Ruf als "die sichersten Hände Europas" erworben.

Doch Ausschlag gebend für den "Tag des Jüngsten Gerichts" ("The Sun") könnte ein anderer Faktor sein: das Mittelfeld. Arsenal muss auf die verletzten Brasilianer Edu und Gilberto sowie den gesperrten Kapitän Patrick Vieira verzichten, der Einsatz des von einer Migräne geplagten Freddie Ljungberg ist fraglich. Alle Hoffnungen ruhen auf die talentierten, aber unerfahrenen Youngster Francesc Fabregas (17) und Mathieu Flamini (20).

Chelsea kann hingegen Claude Makelele ebenso aufbieten wie Stürmer Arjen Robben. Der deutsche Nationalspieler Robert Huth muss sich das Spiel wegen einer Sprunggelenk-Verletzung von der Tribüne aus ansehen. Trainer Jose Mourinho verspricht ein packendes Duell: "Es wird fantastisch. Die Welt wird zuschauen, und wir wollen ein großes Spektakel bieten."

Dominick Lauck/DPA / DPA

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