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Kazuyoshi Miura: "King Kazu" kann's nicht lassen – ältester Fußballprofi der Welt geht auf Torejagd

Kazuyoshi Miura kann einfach nicht anders. Drei Tage vor seinem 53. Geburtstag will der dienstälteste Profi-Kicker der Welt für seinen Klub Yokohama FC in der J-League in Japan auf Torejagd gehen. Geschenkt haben, möchte Miuru seinen Platz in der Startelf aber nicht.

Kazuyoshi Miura (rechts) und Andres Iniesta bei der Pressekonferenz vor dem Spiel

Der Japaner Kazuyoshi Miura geht am Wochenende in seine 35. Saison als Fußballprofi. Mit Yokohama trifft er auf Vissel Kobe und Spaniens Fußball-Rentner Andres Iniesta.

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Am 26. Februar feiert Kazuyoshi Miura seinen 53. Geburtstag. Genau richtig, um bei den Alten Herren noch ein bisschen mit zu kicken. Zumal als früherer Nationalspieler Japans. Doch "King Kazu", wie ihn seine Fans in Yokohama liebevoll nennen, denkt gar nicht daran, sich zwei Mal die Woche mit Altersgenossen auf ein Trainingsspiel zu treffen. Er ist der älteste Fußballprofi der Welt und kein bisschen müde. Am Sonntag startet er in seine 35. Saison als Berufsfußballer.

"Meine Leidenschaft für Fußball hat sich nicht verändert, seit ich im Alter von 18 Profi wurde", sagt Miura. Der Stürmer von Yokohama FC muss zum Saisonauftakt am Sonntag bei Lukas Podolskis Ex-Club Vissel Kobe und dem aktuellen Verein des spanischen Weltmeisters und Superstars Andrés Iniesta antreten. Dann spielt er erstmals seit 2007 wieder in der J-League, nachdem er im vergangenen Jahr den Aufstieg geschafft hatte.

"Nicht mehr das, was ich in meinen Zwanzigern war"

Als Aufsteiger stehe sein Club "ganz unten, das heißt, wir spielen ständig gegen diejenigen, die stärker sind als wir", sagte Miura dem japanischen Sender TBS. "Jeder Sieg ist nur mit enormer Anstrengung zu erreichen. Wichtig ist, dass jeder von uns immer den Willen behält, besser zu werden, wachsen zu wollen, auch außerhalb des Trainings", erklärte Japans Rekordspieler und fügte hinzu: "Sonst würden wir eine schwere Enttäuschung erleben".

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In der vergangenen Saison kam "King Kazu" lediglich drei Mal zum Einsatz, ohne ein Tor zu schießen. "Logischerweise bin ich nicht mehr das, was ich in meinen Zwanzigern war – als ich passen und dribbeln und auch noch Tore schießen gleichzeitig konnte. Nun muss mich meine Mannschaft führen und treiben", sagte der ehemalige Nationalspieler dem Sender weiter. 

Ohne die Freude am Fußballspielen und das Gefühl der Dankbarkeit zu vergessen, wolle er sich dafür einsetzen, dass der Verein auch künftig in der obersten Liga verbleibe, hatte er zuvor in einer Stellungnahme anlässlich seiner Vertragsverlängerung erklärt. Er werde hart arbeiten, um zu den Siegen seiner Mannschaft beizutragen.

Im Training auffallen – und gegen Iniesta auflaufen

Den Gegner am Sonntag kennt er gut. "Ich habe auch mal in der Mannschaft gespielt, und fahre auch ein paar Mal im Jahr nach Kobe", erzählte er. Bei Vissel Kobe hatte bis vor Kurzem auch Lukas Podolski gespielt. Der 34-Jährige, der nach seinem Japan-Abenteuer Ende Januar zum türkischen Erstligisten Antalyaspor gewechselt war, hatte in seinem Abschiedsspiel mit Vissel Kobe den japanischen Kaiserpokal gewonnen. Iniesta spielt seit 2018 in der japanischen Hafenstadt. Gegen den Spanier würde Miura gern auflaufen. Er müsse beim Training beeindrucken "und auffallen, so dass ich das Recht bekomme, in die Startaufstellung zu kommen", sagt Miura. 

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Aber auch sonst kommt er gern zurück nach Kobe. Dort gebe es noch immer ein Café, in dem er Stammkunde sei. "Sie spielen immer das Lied aus dem Film "Godfather", wenn ich komme  – obwohl das Personal ständig wechselt." Auf Nachfrage habe man ihm erzählt, dass im Handbuch für die Mitarbeiter festgeschrieben wurde, dass eine bestimmte CD gespielt werden muss, wenn das Café betrete. "Das freut mich sehr, denn es ist schon 15 Jahre her, dass ich dort gespielt habe".

Rekordtorschütze und Fußball-Weltenbummler

89 Spiele hat Miura im Trikot der japanischen Nationalmannschaft bestritten. Mit 56 Treffern ist er noch immer Rekordtorschütze. Zudem spielte er in seiner langen Karriere unter anderem beim Pelé-Klub FC Santos in Brasilien, CFC Genua in der italienischen Serie A und Croatia Zagreb. 1993 wurde er zu Asiens Fußballer des Jahres gewählt. Seine bitterste Niederlage erlebte er bei der Fußball-WM 1998 in Frankreich. Obwohl er seine Mannschaft mit zum Turnier schoss, stellte ihn Trainer Takeshi Okada bei keinem der drei Gruppenspiele auf.

js / DPA

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