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Kirch-Verträge: FC Bayern zahlt drei Millionen Euro

Drei Millionen Euro kostet den FC Bayern ein Vergleich mit der Deutschen Fußball Liga (DFL). Damit wird der Streit um den Geheimvertrag mit der KirchGruppe beendet.

Mit einem Vergleich haben der FC Bayern München und die Deutsche Fußball Liga (DFL) ihren Streit um den Geheimvertrag des deutschen Rekord-Meisters mit der KirchGruppe beendet. Wie die DFL bekannt gab, zahlt der FC Bayern 3 Millionen Euro. 2,5 Millionen Euro gehen an den Ligaverband, 500 000 Euro spendet der Verein nach eigenen Angaben an Not leidende Kinder im Irak.

Keine formelle Verurteilung

Das Verhältnis zwischen der DFL und dem Bundesliga-Tabellenführer bleibt aber auch nach der Einigung angespannt. Beide Parteien wiederholten in Presseerklärungen ihre unterschiedlichen Rechtsstandpunkte. Sowohl der Vorstand des FC Bayern als auch dessen juristischen Berater seien überzeugt, «weder gegen Statuten noch gegen die Lizenzauflagen» verstoßen zu haben, hieß es in der Vereins- Mitteilung. Der Club habe dennoch dem Kompromiss «auf freiwilliger Basis zugestimmt, um langwierige juristische Auseinandersetzungen, die dem deutschen Fußball insgesamt Schaden zugefügt hätten, zu vermeiden». Die DFL hatte das Verhalten des FC Bayern im Zusammenhang mit dem Kirch-Vertrag als «moralisch verwerflich» bezeichnet.

Geheimvertrag im Februar bekannt geworden

Im Februar war bekannt geworden, dass der FC Bayern Ende 1999 mit dem mittlerweile zusammengebrochenen Medien-Unternehmen des Münchners Leo Kirch einen geheimen Vertrag abgeschlossen hatte. In den Spielzeiten 2000/2001 und 2001/2002 nahm der Club durch den Kontrakt nach eigenen Angaben 21,47 Millionen Euro ein. Die Bayern hatten sich durch das Geschäft mit dem Medienunternehmen dem Verdacht ausgesetzt, das Geld für ihre Zustimmung zur Zentralvermarktung der Bundesliga kassiert zu haben. Die Bundesliga-Konkurrenz warf den FC- Verantwortlichen unter anderem Wettbewerbsverzerrung vor.

Unterschiedliche Rechtsauffassungen

Die DFL-Geschäftsführung sei «nach umfassender juristischer Bewertung» zur Auffassung gelangt, dass der FC Bayern einen Teil der Gelder der gesamten Liga hätte zur Verfügung stellen müssen. «Des Weiteren hat der FC Bayern München aus Sicht der DFL das Solidaritätsprinzip der gesamten Liga durch Gestaltungsmissbrauch missachtet und somit gegen die im Sport unverzichtbare Fairness verstoßen», hieß es in der DFL-Erklärung: «Andererseits kommt die DFL in der weiteren Bewertung des Vertrages zu der Ansicht, dass der FC Bayern München der KirchGruppe in Teilbereichen Rechte eingeräumt hat, die nicht in der Dispositionsgewalt der Liga bzw. der DFL liegen und Einnahmen hieraus insoweit nicht der Liga zustehen.»

Die DFL kritisierte vor allem, dass Manager Uli Hoeneß in der TV- Kommission saß, die im Mai 2000 einen vierjährigen TV-Vertrag für die Liga mit der KirchGruppe ausgehandelt hatte. Zum Zeitpunkt der Gespräche der Kommission sei der FC Bayern bereits den Geheimvertrag mit der KirchGruppe eingegangen. Insbesondere diesen Vorwurf wiesen die Bayern «vehement» zurück: «Gerade Uli Hoeneß hat durch seine aktive Verhandlungstaktik dazu beigetragen, dass ein in der Bundesliga-Geschichte einmaliger Vertrag abgeschlossen werden konnte.»

"Nichtjuritischer Weg"

«Wir haben uns unsere Entscheidung in diesem bislang einmaligen Fall nicht leicht gemacht», sagte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub. «Aber trotz unserer Rechtsauffassung würden wir die Liga im Falle einer prozessualen Auseinandersetzung mit dem FC Bayern München mit einem Restrisiko belasten, inwieweit der Gesamtvorgang justiziabel ist.» Deshalb habe sich die DFL für den nichtjuristischen Weg entschieden, «auch um die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Vereinen wieder herzustellen».

Die Zahlung erfolge zur freien Verwendung des Ligaverbandes, teilte die DFL mit. Der FC Bayern schrieb hingegen: «Unser Wunsch, den gesamten Betrag in Höhe von 3 Millionen Euro karitativen Organisationen als Spende zukommen zu lassen, wurde von der Geschäftsführung der DFL abgelehnt.»

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