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Flugzeugabsturz in Kolumbien: Dramatischer Funkverkehr: Die letzten Minuten vor dem Crash

Wie ist es zum tragischen Absturz der Maschine mit der Fußballmannschaft von Chapecoense an Bord in Kolumbien gekommen? Der Mitschnitt des dramatischen Funkverkehrs vor dem Crash scheint die Antwort auf die Frage zu geben.

Absturzstelle kurz vor Medellín in Kolumbien: Kurz vor dem Crash medlet der Pilot dem Tower ein "Treibstoff-Problem"

Absturzstelle kurz vor Medellín in Kolumbien: Kurz vor dem Crash medlet der Pilot dem Tower ein "Treibstoff-Problem"

Die Hinweise, das fehlender Treibstoff die Ursache für den tragischen Flugzeugabsturz des brasilianischen Fußballteams Chapecoense war, verdichten sich immer mehr. Das geht aus einem gut elfminütigen Mitschnitt hervor, der den Funkverkehr zwischen mehreren Piloten und dem Tower des Flughafens bei Medellín in Kolumbien wiedergibt.

"Treibstoff-Notfall", sagt der Pilot der verunglückten Maschine laut des Mitschnitts, der vom Sender "W Radio" veröffentlicht und von der größten kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" im Netz dokumentiert wird (auf Spanisch). Zunächst aber hatte der Kapitän fatalerweise keinen Notfall ausgerufen, weshalb zunächst einem anderen Flugzeug die Landeerlaubnis erteilt wird. Dann meldet sich der Pilot des Charterfliegers der in Bolivien gemeldeten Gesellschaft LaMia wieder: "Wir brauchen Priorität bei der Landung, uns wird ein Treibstoffproblem angezeigt." 


Pilot bittet dringend um Navigationshilfe

Mit der Zeit werden die Meldungen immer verzweifelter, das Flugzeug verliert zwölf Kilometer vor dem Flughafen an Höhe: "Vectores, Vectores, Señorita!", ruft der Pilot der Fluglotsin im Tower zu. Da scheinbar die Elektronik nicht mehr funktioniert - eine überlebende Stewardess hatte auch von ausgefallenem Licht berichtet - bitte er mit diesen Worten dringend um eine Navigationshilfe in Richtung Landepiste. Mit der Vektoren-Angabe erhalten Piloten vom Tower Hinweise auf Richtung und Höhe ihrer Maschine. Doch kurz nach dem Ausruf bricht der Kontakt ab. Eine Stimme sagt schließlich: "Keine Antwort mehr". 

Das Flugzeug vom Typ Avro RJ85 war im bolivianischen Santa Cruz gestartet und hatte ohnehin nur in etwa die Reichweite bis nach Medellín. Es stürzte an einem Berg in der Nähe des Flughafens ab. 71 Menschen starben, sechs wurden lebend geborgen.


dho mit / DPA

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