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Korruptionsvorwurf: 10.000 Euro für ein Foul

Ein ungeheuerlicher Vorwurf eines polnischen Nationalspielers beschäftigt wohl bald die Uefa. Vor dem EM-Qualifikationsspiel in Belgien habe er Anrufe erhalten, in denen das Spielergebnis "gekauft" werden sollte, behauptet der Verteidiger.

Nach dem 1:0-Sieg Polens am Mittwoch im EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien in Brüssel hat der polnische Fußball-Nationalspieler Jacek Bak Korruptionsvorwürfe gegen den Gegner erhoben. Er habe einen Tag vor der Begegnung mehrere Telefonanrufe erhalten, in denen das Spielergebnis "gekauft" werden sollte, sagte er der Zeitung "Dziennik". "Für ein Foul im polnischen Strafraum wurden 10 000 Euro angeboten", sagte Bak in dem am Donnerstag veröffentlichten Artikel. Weitere Einzelheiten wolle er zunächst nicht nennen.

Schiedsrichter unter Korruptionsverdacht

Der belgische Verband reagierte umgehend und forderte am Donnerstag die Europäische Fußball-Union (Uefa) auf, die Vorwürfe gründlich zu untersuchen. Zugleich verurteilte der belgische Verband den Vorfall in einem Statement "auf das Schärfste". Dem "Dziennik"-Artikel zufolge ist Baks Behauptung jedoch selbst innerhalb der polnischen Mannschaft umstritten. Teamkollegen vertraten die Ansicht, dass es sich um einen dummen Scherz handeln müsse.

Im polnischen Fußball haben derartige "Scherze" allerdings einen ernsten Hintergrund - erst am Mittwoch wurde ein Schiedsrichter der ersten Liga wegen Korruptionsverdachts festgenommen. Es war bereits die 51. Festnahme im Zuge der Ermittlungen um einen Skandal zu illegalen Spielabsprachen im polnischen Profi-Fußball.

DPA/kbe

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