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Kroatischer Wettskandal: Der nächste Streich des Ante S.

Und wieder Ante S.: Der Drahtzieher der kroatischen Wettmafia soll das Pokalfinale 2009 in seinem Heimatland manipuliert haben. Durch Einsätze in asiatischen Wettbüros scheint der Betrug profitabel gewesen zu sein.

Das kroatische Fußball-Pokalfinale 2009 zwischen Dinamo Zagreb und Hajduk Split (3:0) soll manipuliert gewesen sein. Das berichten die kroatischen Zeitungen Jutarnji List und Sportske Novosti. Demnach soll der Schiedsrichter im Auftrag der Wettmafia zum Ausgang des Spiels beigetragen haben. Drahtzieher soll der Berliner Ante S. sein. Die Zeitung Sportske Novosti beruft sich in ihrem Bericht auf einen Ermittlungsbericht der Staatsanwaltschaft Bochum.

An dem Betrug soll auch der Bruder des stellvertretenden Dinamo-Präsidenten Zdravko Mamic beteiligt gewesen sein. Zdravko Mamic reagierte aber empört auf die Vorwürfe und bezeichnete sie als "notorische Lügen und Unsinn". Mamic betonte, dass er und der Verein das "Phänomen der illegalen Wetten auf Schärfste verurteilen würden". Der Schiedsrichter hatte im Pokalfinale schon in der ersten Halbzeit zwei Spieler von Split vom Platz gestellt und einen Elfmeter für Zagreb gegeben. "Wenn Hajduk 20 Tore macht, machen die anderen 22. Das ist sicher", soll Ante S. einem Komplizen versichert haben. S. soll als Anstifter und Hauptorganisator dieses Betruges allein an Wetten in Asien 1,4 Millionen Euro verdient haben.

Die Staatsanwaltschaft Bochum, die den größten Wett- und Manipulationsskandals in der Geschichte des europäischen Fußballs Ende November 2009 öffentlich gemacht hatte, hatte in einer Zwischenbilanz Mitte Juli veröffentlicht, dass insgesamt 250 Personen verdächtigt werden. In Deutschland sollen anstatt der zunächst vermuteten 32 Begegnungen nun 53 Partien von der 2. Bundesliga bis in den Juniorenbereich manipuliert worden sein.

SID/DPA/dab / DPA

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