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Wettskandal: Jetzt zehn Spieler beschuldigt

Der mutmaßliche Drahtzieher im Fußballwettskandal, der inhaftierte Kroate Ante S., hat in seinem Geständnis zehn Regionalliga-Spieler belastet.

Die Spieler standen laut "Tagesspiegel" im Kader des Chemnitzer FC, von Sachsen Leipzig und Dynamo Dresden. Zudem erwähnte Ante S. dem Blatt zufolge zwei weitere Spiele, die manipuliert sein sollen. Diese seien der Staatsanwaltschaft bislang unbekannt gewesen. Es handele sich um die Regionalliga-Begegnungen Holstein Kiel gegen Chemnitzer FC am 1. Mai 2004 (3:0) sowie Sachsen Leipzig gegen Dynamo Dresden am 9. Mai 2004 (1:3).

Zudem gab der Kroate laut "Tagesspiegel" an, dass er dem beschuldigten Schiedsrichter Dominik Marks auf dessen Wunsch 40.000 Euro gegeben habe. Marks habe damit seine Anwälte finanzieren wollen. Marks bestreitet das.

Klage gegen Marks

Am Freitag hatte der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes beim DFB-Sportgericht Klage gegen Marks eingereicht. Der Vorsitzende Horst Hilpert forderte, den 30-Jährigen aus Stendal auf Dauer vom Schiedsrichteramt auszuschließen und ihm zudem zu verbieten, Ämter im DFB und seinen Vereinen auszuüben. Darüber hinaus wurde der Verbandsausschluss auf Lebenszeit beantragt.

Dem Bekannten von Skandalschiedsrichter Robert Hoyzer wird vorgeworfen, er habe am 11. August 2004 nach einer Wettabsprache das Regionalligaspiel zwischen Hertha BSC Berlin Amateure und Arminia Bielefeld Amateure manipuliert und dafür Geld kassiert. Ferner habe eine Manipulationsabsprache für die Zweitligapartie zwischen dem Karlsruher SC und dem MSV Duisburg am 3. Dezember bestanden, für die Marks ebenfalls Geld entgegengenommen habe, auch wenn laut einem Urteil des DFB-Sportgerichts keines der drei Tore auf eine Manipulations-Entscheidung zurückging.

Gegen Marks ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin wegen gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs in drei Fällen, versuchter Verbrechensverabredung und Geldwäsche. Er war Anfang April gegen Zahlung einer Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

AP

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