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Bundesliga im stern-Check: Lasst die Bayern in der Super League spielen!

Die Bayern sind wieder Meister - zum siebten Mal in Folge. Wer das langweilig findet, muss auf die Super League hoffen. Ärger gab es diesmal wegen einer Schiedsrichterentscheidung in Gladbach.

So jubelt der Dauer-Meister: Der FC Bayer ist zum siebten Mal in Folge Deutscher Meister

So liefen die Spiele in der Bundesliga

Alle Ergebnisse des 34. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltages

Für den Aufreger des Spieltages braucht es Adleraugen. Oder die von Schiedsrichter Manuel Gräfe. Der entschied, dass der Ball, den Marco Reus für Jadon Sancho zum 1:0-Führungstreffer gegen Borussia Mönchengladbach auflegte, vorher nicht im Aus war. Gräfe hatte sich die Szene noch einmal auf dem Monitor am Spielfeldrand angesehen und ohne technische Hilfsmittel auf Tor entschieden. Richtig wütend wurde wegen dieser Entscheidung Rainer Bonhof, Vizepräsident der Gladbacher. Die Fußball-Legende wurde nach dem Spiel zum Motzki par exellence. "Der Ball war klar im Aus", behauptete er. Er betonte zwar, dass er Dortmund den (sehr verdienten Sieg, Anm. d. Red.) gönne, aber glaubwürdig klang das nicht. Denn er fügte an: "Solange ich hier etwas zu sagen habe, wird der uns hier nicht mehr pfeifen." Es machte den Eindruck, als brauchte da einer den klassischen Sündenbock, weil das eigene Team in der Rückrunde so schwach gespielt hat und die Millionen-Einnahmen aus der Königsklasse flöten gegangen sind.

Zwei Anmerkungen noch: Es spricht viel dafür, dass der Ball tatsächlich nicht im vollen Umfang im Aus war. Gräfe plädierte übrigens für technische Hilfsmittel, dann könnte man solche Fälle zweifelsfrei klären. Dann müsste sich einer wie Bonhof nicht mehr so aufregen, aber es wäre natürlich langweiliger. Und Bonhof hätte keinen Sündenbock mehr.

Gewinner des Spieltages

Das sind Bayern-Trainer Niko Kovac und sein Team. Kovac ist es, weil der Gewinn seines ersten Meistertitels eine Genugtuung für den Mann sein dürfte. Er wirkte nach Spielschluss (5:1 gegen Eintracht Frankfurt) gelöst und glücklich. So hatte man den 47-Jährigen, an dessen Fähigkeiten seit Monaten öffentlich und nicht-öffentlich gezweifelt wurde, lange nicht gesehen. Der Trainer musste in seinem ersten bei Jahr bei den Bayern einiges aushalten. Immer hieß es, er werde an Titel gemessen - jetzt hat er den ersten geliefert. Mit dem Pokal kann er sogar das Double holen. Den Kritikern gehen dann die Argumente aus. Im Interview nach dem Spiel sagte er grinsend: "Ich bin davon überzeugt, dass es weiter geht. Ich habe andere Informationen als Sie aus erster Hand." Wir sind gespannt.

Und die Bayern gehören zu den Gewinnern, weil sie selbst in einer für ihre Verhältnisse schwachen Saison Meister geworden sind. Sie haben einen Neun-Punkte-Rückstand auf den BVB aufgeholt, den Konkurrenten im direkten Duell beeindruckend vorgeführt und die Schwächephase der Hinrunde überwunden. Sie haben die Liga weiter im Griff, auch wenn es diesmal ein klitzekleines bisschen spannender war. Bedenkt man die Transferoffensive, die die Bayern in diesem Sommer starten, wird sich an der Dominanz nicht viel ändern. Also bleibt nur eine Möglichkeit, um die Vorherrschaft des bayerischen Imperiums zu beenden. Die Bayern müssen komplett in eine europäische Super League wechseln. Da wären sie unter Ihresgleichen und die Bundesliga wieder spannend. So einfach ist das.

Verlierer des Spieltages

Eigentlich wollten sie in die Champions League. Am Ende sind sie im Nirwana der Tabelle auf Platz neun gelandet. Die TSG Hoffenheim enttäuschte komplett. Trainer Julian Nagelsmann hat es damit verpasst, sich mit einen Erfolg Richtung Leipzig zu verabschieden. Vielleicht hat er seine Spieler überfordert. Angreifer Andrej Kramaric hatte kürzlich gemosert, der Trainer lasse zu oft das System wechseln. Vielleicht ist etwas dran an der Kritik. Das schwache Saisonfinale ist auf jeden Fall eine herbe Enttäuschung für die Hoffenheimer, die in der vergangenen Saison noch Dritter waren.

Tor des Spieltages

Es war ein würdiger Abschied von Robbery oder besser Franck Ribéry und Arjen Robben. Nach zwölf bzw. nach zehn Jahren verlassen diese beiden großen Spieler den Klub. Am Samstag standen sie das letzte Mal in der Bundesliga auf dem Rasen und schossen tatsächlich jeweils ein Tor. Weil das von Ribéry außergewöhnlich schön war, ist es unser Tor des Spieltages. Ribéry tanzte sich durch Danny da Costa und David Abraham durch und lupfte den Ball über Kevin Trapp hinweg ins Tor. Das war ein eleganter Abschiedsgruß an die Fans und an die Gegenspieler.

Bild des Spieltages

Uli Hoeneß ist ein Gemütsmensch – und manchmal übermannt es ihn. So wie beim Tor von Franck Ribéry, da flossen die Tränen, Hoeneß war geradezu aufgelöst. Überhaupt war er während das kompletten Spiels ziemlich nah am Wasser gebaut. Das letzte Spiel der beiden Bayern-Heroen ging ihm sichtlich nah.

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