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50-Millionen-Talent: Wie geht's eigentlich Leroy Sané in Manchester?

Es war der spektakulärste Transfer des Sommers: Supertalent Leroy Sané wurde mit seinem Wechsel von Schalke zu Manchester City zum teuersten deutschen Fußballer aller Zeiten. Wie ist es dem 20-Jährigen in der neuen Fußballwelt seitdem ergangen?

Leroy Sane

Leroy Sane (M.) findet sich bei Manchester City noch häufig auf der Bank wieder 

Es ist ein Kulturschock, den Leroy Sané seit August erlebt. 50 Millionen Euro hat sich Manchester City das Sturmjuwel des FC Schalke 04 kosten lassen. Aber wie geht es dem 20-Jährigen seit dem Wechsel in die neue Fußballwelt, in der alles so viel größer und glamouröser daherkommt als rund um die Veltins-Arena? Will man die Antwort in eine kurze Phrase fassen, reichen vier Worte: Aller Anfang ist schwer.

Fünf Einsätze in der Premier League kann Sané bisher verzeichnen, davon einen in der Startelf, kein Treffer, aber immerhin eine Torvorlage ist ihm dabei gelungen. Das Talent ist in einer seltsamen Situation: Einerseits weckt die Ablöse, die ihn neben Mesut Özil zum teuersten deutschen Spieler überhaupt machte, automatisch hohe Erwartungen. Andererseits kann der Sohn des früheren Bundesliga-Stars Souleyman Sané diese Erwartungen aufgrund seines Reifegrads naturgemäß noch nicht erfüllen.

Leroy Sané: "Nicht für drei Monate gekommen"

Für Pep Guardiola ist das kein Problem: "Er ist ein junger Spieler, 19 oder 20 Jahre alt, er lebt hier, seine Mutter und seine Familie kommen ihn besuchen", so der City-Trainer. Sané sei schließlich nicht für drei Monate gekommen, sondern für fünf oder sechs Jahre. "Er ist ein großes Talent, seine Physis, Schnelligkeit und das Eins-gegen-Eins, ich will ihm einfach helfen, ihn im richtigen Moment bringen, damit er uns seine Qualität zeigen kann", verrät der Katalane seinen Plan mit dem Jungstar.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Sané wird eine Menge Geduld aufbringen müssen. Zuletzt stand er gegen Crystal Palace und den FC Middlesbrough gar nicht im Kader. Die Konkurrenz im Offensivbereich der "Citizens" ist erlesen: Raheem Sterling, David Silva, Kevin de Bruyne, Nolito - allzu viel Einsatzzeit kann er da nicht erwarten. Trotzdem geht es Sané gut: "Ich fühle mich sehr heimisch", zitiert ihn der "Kicker". "Jeder hat mich herzlich willkommen geheißen und bietet mir immer wieder Hilfe an." Auch sein Nationalmannschaftskollege bei City, Ilkay Gündogan, stehe Sané hilfsbereit zur Seite.

Mkhitaryan hat bei United ähnliche Probleme

Für einen Spieler seines Alters sind die gering dosierten Einsatzzeiten zwar normal, er muss sich an das Tempo und die härtere Spielweise auf Englands Plätzen erst gewöhnen: "Man muss auch sehen, dass es einem etablierten Bundesligaspieler wie Mkhitaryan bei United nicht anders ergeht", zieht Ex-City-Profi Uwe Rösler im "Kicker" einen logischen Vergleich.

Trotzdem pflegt Sané aktuell ein Dasein, das typisch ist fürs Fußballgeschäft der Gegenwart: Ein hoch veranlagter Spieler folgt zu einem Zeitpunkt, da er noch weit entfernt ist vom Ende seiner Entwicklung, dem Lockruf eines Luxus-Vereins - und muss dort schon kurz nach Karrierebeginn wieder bei Null anfangen. Nicht wenige sind in der Vergangenheit daran gescheitert. Davon ist Sané noch weit entfernt. Er bringt alle spielerischen Voraussetzungen mit, um auch im Guardiola-System zu bestehen. Es könnte halt nur ein bisschen länger dauern.

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