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Lettland-Spiel: Rudis Jungs müssen siegen

Mit zwei Stürmern und wohl auch Jens Nowotny will Rudi Völler gegen Lettland den ersten deutschen Sieg einfahren. Gutes Vorzeichen: Die befürchtete Hitze bleibt aus.

Rudi Völler bricht seine Beton-Abwehr auf und will die Letten im Sturm erobern. Kevin Kuranyi bekommt im zweiten EM-Gruppenspiel im Angriff Fredi Bobic an die Seite gestellt. "Es kommt eine zweite Sturmspitze rein. Wir müssen ein bisschen mehr Torgefahr entwickeln", hatte der Teamchef bereits am Donnerstag verkündet. Kuranyi ist sich dessen sicher und stellt ein Schützenfest gegen den krassen Außenseiter in Aussicht: "Ich glaube, gegen die Letten müssen wir viel Druck machen und viele Tore schießen", erklärte der 22-jährige Stuttgarter.

Bobic für Baumann

Für Bobic muss aus dem Mittelfeld wohl Frank Baumann weichen. Der Bremer gab sich zwar optimistisch, in der Startelf zu bleiben, würde sich aber klaglos auf die Bank setzen: "Ich werde jede Entscheidung des Teamchefs akzeptieren."

Mehr Druck gegen die Letten

Die Rückkehr zum gewohnten 4-4-2-System wird besonders von Kuranyi gut geheißen. "Gegen die Niederlande war die Taktik mit einer Spitze richtig, aber gegen die Letten müssen wir mehr Druck machen", sagte der Stuttgarter. Die aktuelle Form und die Vergangenheit spräche eindeutig für Bobic, wie auch Völler einräumte: "Er ist im Moment in ganz guter Verfassung." Mit drei Treffern des Sturmduos Bobic/Kuranyi löste der Vize-Weltmeister in den letzten zwei entscheidenden Qualifikations-Spielen gegen Schottland (2:1) und Island (3:0) das EM-Ticket.

Völler warnt vor Lettland

Völler äußerte Respekt vor der Spielstärke der Letten. Seit Dienstag bastelte Völler im Quartier ununterbrochen mit dem Trainerstab am Erfolgsrezept gegen Lettland. Der Turnier-Neuling hatte ihn trotz der 1:2-Niederlage im Auftaktspiel gegen die Tschechen beeindruckt. Auch wenn sie defensiv ausgerichtet seien, "haben sie ihre große Stärke gerade in der Offensiv-Bewegung. Da müssen wir höllisch aufpassen", warnte Völler. Beim Video-Studium machte er am Donnerstag auch sein Team mit den unbekannten Balten vertraut und ermahnte seine Akteure eindringlich, den Gegner nicht zu unterschätzen: "Das wäre fatal. Wir können keine Mannschaft mit 80 oder 90 Prozent schlagen. Das könnte bei diesem Turnier nur eine Mannschaft: Frankreich, aber die tun es auch nicht."

Jetzt Nachlegen

Überhaupt versucht Völler, den positiven Turnierstart gegen die Niederlande nicht überzubewerten. Nachlegen sei angesagt, "um es in unserer Gruppe bis zum Ende der Vorrunde spannend zu halten". An Rechenspielen, dass bei einem Sieg über die Letten mit mindestens zwei Toren Unterschied im letzten Vorrundenspiel gegen Tschechien bereits ein Unentschieden zum Einzug ins Viertelfinale reichen würde, will sich Völler im Vorfeld partout nicht beteiligen: "Es wird schon schwer genug, das Spiel überhaupt zu gewinnen."

Bei diesem Unternehmen mithelfen wird auch Jens Nowotny. Der angeschlagene Abwehrchef absolvierte am Freitagnachmittag das Abschlusstraining und wird wohl auflaufen. Rudi Völler hatte den Einsatz von seinen Trainingseindrücken abhängig gemacht.

Völler: "Willensfrage"

Er hatte das Duell gegen den Außensweiter auch zum Charakter-Test erklärt . Nach dem Abendspiel gegen die Niederlande müssen die Deutschen dieses Mal um 17 Uhr Ortszeit in der prallen Nachmittagssonne antreten. "Das ist eine Willensfrage, wer bereit ist, bei der Hitze an die Grenze zu gehen", betonte der 44-Jährige. Die Spieler wüssten genau, was klimatisch auf sie zukommt, versicherte Baumann: "Da verliert man vier, fünf Kilo. Man muss mehr trinken, schon am Tag zuvor. Die Hitze sei ein Nachteil für die Mannschaft, die das Spiel machen und darum weitere Wege gehen musse."

Angenehme Temerpaturen erwartet

Die jüngsten Wettervorhersagen geben allerdings Entwarnung. Nach Vorhersage des portugiesischen Wetterdienstes soll es maximal 22 Grad Celsius warm werden. Die Temperaturen könnten am Samstagabend sogar bis auf 14 Grad sinken.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Kahn - Friedrich, Wörns, Nowotny, Lahm - Hamann, Frings - Schneider, Ballack - Bobic, Kuranyi

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