Liga-Pokal-Finale Meister gegen Herausforderer


Das Finale im diesjährigen Liga-Pokal ist ein echter Leckerbissen. Der ewige Nord-Süd-Klassiker zwischen den Bayern und Werder dient zwar noch der Formfindung, ist aber bereits ein erstes Kräftemessen zwischen Titelfavorit und Herausforderer Nummer 1.

"Es passt mir ganz gut, dass wir noch ein Spiel gegen so einen starken Gegner haben. So können wir auch sehen, wo wir stehen", sagte Bayern-Trainer Felix Magath vor dem Endspiel um den Ligapokal, das gleichzeitig Jubiläumsspiel zum 50-jährigen Bestehen des Leipziger Zentralstadions ist.

Zum dritten Mal treffen die beiden Rivalen am Samstag (18.00 Uhr) in einem Ligapokalfinale aufeinander, der Sieger hieß dabei immer Bayern. "Ich erwarte ein gutes Spiel und für unsere Mannschaft einen guten Test. Wir wollen immer gewinnen. Besonders, wenn wir in einem Finale stehen", sagte Werders Trainer Thomas Schaaf, der 1999 (1:2) und 2004 (2:3) jeweils knappe Niederlagen mit den Norddeutschen kassierte.

Nachsicht mit Poldi und Co.?

Drei Mal ist Bremer Recht, so lautet deshalb die Werder-Devise. Aber auch der fünfmalige Ligapokal-Sieger München würde gerne die zwei Millionen Euro Siegprämie einstreichen und eine Woche vor dem Saisonstart einen kleinen Titel einfahren. Doch den in dieser Woche wieder in die Kritik geratenen Wettbewerb wollen Schaaf und Magath vor allem dazu nutzen, ihre WM-Stars näher an die Bundesliga-Form heranzuführen.

Bei den Bayern kehrten Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Oliver Kahn und Willy Sagnol erst vor einigen Tagen ins Training zurück; bei Bremen sind Torsten Frings, Tim Borowski und WM-Torschützenkönig Miroslav Klose auch erst seit einer Woche wieder dabei. "Es wird nicht so sein wie zuletzt, dass ich die deutschen Nationalspieler durchspielen lassen werde. Je nach Verfassung und Müdigkeit werde ich wechseln", kündigte Magath Nachsicht mit Podolski & Co. an.

Hargreaves in der Ballack-Rolle keine Notlösung

Bei den zwei Favoriten auf die deutsche Meisterschaft geht es aber nicht nur um Fitness-Förderung für die zurückgekehrten WM-Urlauber. Nach den Abgängen von Michael Ballack beim FC Bayern und Johan Micoud bei Werder ist in beiden Mittelfeldreihen die Chefrolle vakant. Beim 2:1-Erfolg der Bremer im Halbfinale gegen den Hamburger SV blieb der für die Micoud-Rolle vorgesehene Neuzugang Diego blass, bei den Münchnern experimentiert Magath noch auf der Suche nach der Idealbesetzung in der Zentrale.

Beim 4:1-Halbfinal-Erfolg im Elfmeterschießen über den FC Schalke bot Magath den laufstarken Owen Hargreaves in offensiverer Position auf. "Ich habe bewiesen, dass meine beste Position vor der Abwehr ist. Aber die andere Rolle ist auch ganz nett", sagte der 25-Jährige. Der Engländer ist ein wichtiges Stück in Magaths Mittelfeldpuzzle - wenngleich der Trainer auch mit anderen Teilchen herumtüftelt. "Egal ob Santa Cruz, dos Santos, Karimi oder Scholl: Alle erhalten ihre Chance. Im Moment favorisiere ich noch keinen", sagte der Coach. "Die Variante mit Hargreaves ist keine Notlösung."

Trotz aller Form-Checks und Abstimmungs-Arbeiten geht es zwischen Bremen und Bayern immer auch ums Prestige. "Man könnte damit auf jeden Fall ein Zeichen setzen. Das könnte aufbauen. Allerdings erwarte ich nicht nur einen Zweikampf zwischen Bayern und Werder um die Meisterschaft", sagte Bremens Borowski, dessen Einsatz wegen Rückenschmerzen fraglich ist.

DPA


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