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Manipulierte Fußball-Spiele: Vier Verdächtige festgenommen

Ein Jahr nach Hoyzer und kurz vor der WM gibt es in Deutschland einen neuen Wettskandal: Vier Verdächtige sind bereits verhaftet. DFB-Präsident Zwanziger will die Fälle detailliert aufklären.

Der deutsche Fußball hat einen neuen Wettskandal: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt wegen der Manipulationen von Fußballspielen in der zweiten Bundesliga und den Regionalligen. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Donnerstagabend bestätigte, wurden die DFB-Gremien über die aktuellen Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft informiert. Vier Verdächtige sind bereits in Haft, bestätigte Oberstaatsanwalt Thomas Bechtel.

Bei den Ermittlungen gehe es um "gewerbsmäßigen bandenmäßigen Betrug" sowie die Anstiftung dazu. Nach ersten Einschätzungen der Ermittler wurden 2006 in Deutschland mindestens fünf Spiele in der zweiten Liga und in verschiedenen Regionalligen manipuliert. Vor allem im Ausland seien Wetten platziert worden, wie viele Tore in einem bestimmten Spiel fallen, berichtet das Blatt. Danach seien Spielern der beteiligten Vereine kontaktiert worden, denen man hohe Summen geboten habe, wenn sie für die richtige Anzahl der Tore sorgten.

Vertrauliche Behandlung

Der DFB hat nach eigener Aussage im Laufe dieser Saison Hinweise über mutmaßliche Manipulationen in der Regionalliga erhalten. Daraufhin habe der Kontrollausschuss ermittelt, außerdem seien die zuständigen Staatsanwaltschaften informiert worden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ihrerseits habe den DFB um vertrauliche Behandlungen der Fakten gebeten, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Deshalb habe der DFB von sich aus bisher nicht die Öffentlichkeit informiert.

"Wir müssen erneut feststellen, dass dort, wo viel Geld im Spiel ist, leider auch Betrügereien nicht ausgeschlossen werden können", kommentierte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger die aktuellen Fälle. Nun müssten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgewartet werden. Die juristischen Gremien des DFB seien über den derzeitigen Sachstand informiert und würden, sofern dies möglich sei, sofort die entsprechenden Schritte einleiten. "Wir werden Personen, die Manipulationen im Fußball versucht oder vorgenommen haben, in aller Härte bestrafen, soweit sie der Strafgewalt des DFB unterliegen", sagte Zwanziger.

Hoyzer in Revision

Im ARD-Morgenmagazin erklärte der DFB-Präsident, dass diesmal keine Schiedsrichter betroffen seien. Auch eine Manipulation in der ersten Bundesliga könne ausgeschlossen werden. Die Staatsanwaltschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Erst im vergangenen Jahr hatte ein Wettskandal um den Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer den deutschen Fußball erschüttert. Hoyzer wurde zu zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Derzeit läuft die Revision.

AP / AP

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