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Bundesliga im stern-Check: Danke für Deinen Patzer, Manuel Neuer!

Gladbach hat bei den Bayern gewonnen. Mit Glück, weil Manuel Neuer patzte. Und mit Können, weil die Gladbacher perfekten Konterfußball gegen schwerfällige Bayern boten. Wir sagen sagen Danke!

Von Tim Schulze

Auch einem Fußball-Gott passieren bisweilen ganz menschliche Fehler: Manuel Neuer nach seinem Patzer gegen Gladbach.

Auch einem Fußball-Gott passieren bisweilen ganz menschliche Fehler: Manuel Neuer nach seinem Patzer gegen Gladbach.

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Aufreger des Tages

Um es gleich vorweg zu sagen: Leverkusen hat gegen Schalke vollkommen vedient gewonnen. Bayer war spielerisch überlegen, während die Königsblauen Fehler um Fehler produzierten. Dennoch: Zwei Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Peter Gagelmann gegen Schalke haben den Sieg von Bayer zumindest begünstigt. Einen klaren Rückpass von Ömer Toprak zu Torwart Bernd Leno pfiff der Unparteiische nicht. Ebenso ein deutliches Handspiel von Roberto Hilbert. Das hätte Strafstoß geben müssen. Schiedsrichter sind auch nur Menschen und machen Fehler, aber vor allem durch den nicht gegebenen Handelfmeter wurde Schalke benachteiligt. Das ist immer ärgerlich und die Schalke-Fans reagierten in beiden Fällen zu Recht mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Pierre-Emerick Aubameyang ist ein Mann für den besonderen Jubel. Wir erinnern uns an seine Spiderman- und Batman-Masken. Beim wackeligen 3:2-Sieg der Dortmunder gegen Hannover zeigte Aubameyang lediglich einen Salto nach seinem zweiten Treffer - eine geradezu bescheidene Performance. Dabei war das Tor wunderschön. Allerdings betrifft das eher die Vorbereitung. Der Pass von Shinji Kagawa, der eine kurze Flanke mit Außenrist geschlagen hatte, war ein Fußball-Leckerbissen. Aubameyang brauchte nur noch abzutauchen und den Ball per Kopf zu versenken.

Gewinner des Spieltages

Kommen wir zum Spitzenduell des 26. Spieltages. Ein alter Klassiker seit den goldenen siebziger Jahren, aber schon lange, lange nicht mehr ein Duell auf Augenhöhe. Das hat sich aktuell geändert. Gladbach hat der Bundesliga und allen Nicht-Bayern-Fans eine Niederlage des übermächtigen Rekordmeisters geschenkt. Sie sind damit der Gewinner des Spieltages. Und dann war der Sieg auch noch verdient mit der höchst wirkungsvollen Taktik "Mauern und Kontern". Dass ein übler Patzer vom weltbesten Torwart die Heimpleite der Bayern einleitete, passt da ins Bild. Manuel Neuer ließ einen Schuss von Raffael über die Linie trudeln - das haben wir schon seit ewigen Zeiten nicht gesehen. Ex-Coach Ottmar Hitzfeld sagte: "Der Fehler macht Neuer wieder menschlich." Wir bedanken uns dafür. Das zweite Tor der Gladbacher hatte aber nichts mit Glück zu tun. Es war das Ergebnis von lehrbuchmäßigem Konterfußball, den wieder Raffael zum 2:0-Endstand vollendete.

Verlierer des Spieltages

Der einst ruhmreiche HSV ist, wen wundert es, Dauergast in dieser Rubrik. Diesmal also wieder. Es gibt die zweite Trainerentlassung bei den Rothosen in dieser Sasion, jetzt hat es Joe Zinnbauer erwischt. Ausgebrannt und um ein paar Kilos leichter wurde er jetzt freigestellt, Sportdirektor Peter Knäbel übernimmt den Trainer-Chefsessel. Zinnbauer hat es, seit er im September den Job von Mirko Slomka übernahm, nicht geschafft, die Mannschaft aus dem Tal der Tränen herauszuführen. Eklatant ist die Tormisere. Ganze 16 Tore haben die Hamburger in 26 Spielen erzielt. Nur neun davon aus dem Spiel heraus - ein Armutszeugnis. Wie Knäbel den Abstieg verhindern will, bleibt sein Geheimnis.

Bild des Tages

Kennen sie Fritzle? Das ist das Maskottchen des VfB Stuttgart. Fritzle ist ein Krokodil. Warum weiß kein Mensch, von Krokodilen im Neckar hat man noch nicht gehört. Egal. Nach dem 3:1-Sieg der Schwaben gegen Frankfurt durfte Fritzle endlich mal wieder jubeln. Er tat das mit dem jungen Alexandru Maxim. Der junge Rumäne legte einen Ball für den Zweifach-Toschützen Daniel Ginczek elegant auf, ein Tor schoss er selbst. Die Suttgarter haben mit dem Erfolg über Frankfurt ein Lebenszeichen gesendet. Immerhin. Tabellenletzter bleiben sie dennoch. Fritzle muss also noch viel Aufbauarbeit leisten.

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