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Mega-Transfer: Kakà will mit Real Madrid "Geschichte schreiben"

Spektakulärer Transfer im internationalen Fußball: Weltstar Kakà wechselt für 65 Millionen Euro vom AC Mailand zu Real Madrid. Damit ist Kakà der zweitteuerste Spieler aller Zeiten. Der brasilianische Nationalspieler begründete den Transfer mit der internationalen Finanzkrise.

Der brasilianische Fußball-Weltstar Kakà wechselt vom AC Mailand zum spanischen Rekordmeister Real Madrid. Der Transfer des brasilianischen Nationalspielers sei perfekt, bestätigte der Präsident der "Königlichen", Florentino Pérez, am späten Montagabend. "Der Transfer ist unterzeichnet", so Pérez im spanischen Radiosender "Onda Cero".

Kakà kündigte an, sich in Madrid nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern "wichtige Geschichte schreiben" zu wollen. Er habe nun weit mehr Verantwortung als bei seinem Wechsel von Brasilien nach Mailand, "als mich niemand kannte", sagte der 27- Jährige auf einer Pressekonferenz in Recife im Nordosten Brasilien, wo die "Selecao" am Mittwoch in der WM-Qualifikation gegen Paraguay spielt. "Angst vor der neuen Verantwortung habe ich aber nicht". Kakà sagte, er habe eigentlich nicht unbedingt wechseln, sondern in Mailand bleiben wollen. "Aber diese ganze internationale Finanzkrise hat die Clubs hart getroffen, vor allem jene, die Unternehmen sind, wie der AC Mailand. Das wurde mir erklärt, ich habe die Situation verstanden, und meine Zustimmung zum Wechsel war der beste Weg, dem Club zu helfen", erklärte er.

65 Millionen Euro Ablösesumme

Der Vertrag mit Kakà soll für sechs Jahre gelten, ein Jahr länger als ursprünglich geplant, teilten die Madrilenen mit. Einzelheiten zu den Modalitäten wurden nicht genannt. Spanische Medien hatten zuvor schon von einen Jahres-Netto-Einkommen von rund neun Millionen Euro für Kakà und einer Ablösesumme von rund 65 Millionen Euro an Mailand berichtet. Das wäre die zweithöchste Ablösesumme nach den 78 Millionen Euro, die Real 2001 für Zinédine Zidane an Juventus Turin gezahlt hatte. "Er ist ein Spieler, den viele Clubs haben wollten. Für den Abschluss des Geschäfts war das gute Verhältnis (von Real Madrid) zu Mailand sehr wichtig", sagte Pérez.

In der vergangenen Woche war der schon fast perfekte Transfer noch kurzfristig gestoppt worden. Nach spanischen Medienberichten hatte der FC Chelsea noch im letzten Augenblick ein Angebot für den Brasilianer vorgelegt.

Auf der Internetseite der "Königlichen" hieß es in der Nacht zum Dienstag in einer knappen Erklärung: "Der brasilianische Fußballer hat sich zur vollsten Zufriedenheit einer kompletten medizinischen Untersuchung unterzogen. Kakà hat einen Vertrag unterzeichnet, der ihn für die nächsten sechs Spielzeiten an Real Madrid bindet." Laut spanischen Medien fanden die medizinischen Untersuchungen am Montagmorgen in Recife statt. Dort habe er auch in Gegenwart zweier Vertreter des spanischen Clubs den Vertrag unterzeichnet.

"Leuchtendes Beispiel für Ernsthaftigkeit, Einsatz und Professionalität"

Auf der Homepage des AC Mailand wurde "dem Menschen und großen Champion Kakà für seinen wichtigen Beitrag zu so vielen Siegen der Rot-Schwarzen in den vergangenen sechs Jahren" gedankt. Wenn auch nur mit Mühe, könne der Verlust rein technisch ersetzt werden. Sehr viel schwerer werde es jedoch, die Lücke zu schließen, die Kakà als Mensch hinterlasse, "als leuchtendes Beispiel für Ernsthaftigkeit, Einsatz und Professionalität".

Spiel für Spiel wurden auf der Internetseite der Italiener die 70 Tore aufgelistet, die Kakà in der Serie A für Mailand geschossen hat, sowie die 23 Champions League-Treffer des Brasilianers, die 2007 mit zum Gewinn der Königsklasse geführt hatten. Auf die Frage, ob er in Madrid die Rückennummer 5 des früheren Real-Strategen Zinédine Zidane tragen wolle, reagierte Kakà am Montag gewohnt bescheiden. "Danke für die Empfehlung, aber Zidane ist Zidane". In Madrid habe er noch nichts gewonnen, fügte der Brasilianer hinzu.

Als einen seiner möglichen "Nachfolger" beim AC Mailand nannte Kakà seinen Landsmann Alexandre Pato. Der 19-jährige Stürmer habe sowohl in Italien als auch in der brasilianischen Nationalelf "eine glänzende Zukunft vor sich".

DPA / DPA

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