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Fifa-Sanktionen Mexikanisches Frauen-Fußballteam könnte für homophobe Beleidigungen bei Männerspielen bestraft werden

Mexikanische Fans
Mexikanische Fans bei einem Spiel der Männer-Nationalmannschaft
© Ronald Martinez/Getty Images / AFP
Wegen beleidigender Gesänge der Fans bei einem Männer-Fußball-Spiel muss Mexiko zwei Heimspiele vor leeren Rängen bestreiten. Die Strafe könnte aber auch das völlig unbeteiligte Frauenteam treffen.

Schon seit längerer Zeit hat der mexikanische Fußball ein Problem mit homophoben Fans. Das musste auch die deutsche Nationalmannschaft feststellen, als beim WM-Gruppenspiel 2018 beleidigende Rufe aus dem mexikanischen Block kamen. Da dies kein Einzelfall war, hat die Fifa nun Konsequenzen gezogen: Mexiko muss seine nächsten beiden Heimspiele ohne Zuschauer austragen, verfügte der Weltfußballverband.

Konkreter Auslöser für die Entscheidung der Fifa waren Vorfälle bei einem Match der U-23-Mannschaft der Männer. Allerdings ist unklar, auf welche Spiele genau sich diese Strafe bezieht. Und so könnte es passieren, dass am Ende die mexikanische Frauenmannschaft die Konsequenzen für das Fehlverhalten der Fans bei Männerspielen tragen muss, berichtet der US-Sportsender ESPN.

Mexiko muss zwei Spiele ohne Zuschauer austragen

Sollten die nächsten beiden Spiele des mexikanischen Verbands von Frauenteams bestritten werden, könnten diese unter Ausschluss von Zuschauern stattfinden. Das sorgt für große Aufregung. Yon de Luisa, Präsident des mexikanischen Fußballverbands FMF, versucht zu beschwichtigen: Der Verband habe keinen Einfluss darauf, welche Spiele die Strafe betreffe, und warte auf weitere Informationen von Seiten der Fifa, heißt es in einer Stellungnahme. Für Mitte Juli rechnet der Verband mit weiteren Details.

"Aufgrund des Spielplans besteht die Möglichkeit, dass sowohl die Männer- als auch die Frauenmannschaft die Strafe ableisten müssen", sagte de Luisa. Er versprach aber auch, sich gegenüber der Fifa dagegen zu wehren, sollte das Frauenteam davon betroffen sein. 

Laut ESPN wurde der mexikanische Fußballverband seit 2015 bereits 15 Mal wegen homophoben Verhaltens seiner Fans bestraft. Zwar sei es ab und zu auch bei Frauenspielen zu solchen Ausfällen gekommen, meist sind es aber die Zuschauer bei Spielen der Männer, die mit beleidigenden Gesängen, Rufen oder Plakaten auffallen. Der mexikanische Verband versucht das Problem mit einer Anti-Diskriminierungs-Kampagne anzugehen – bisher vergeblich. 

Quellen: ESPN / FMF / "FMF State of Mind"

epp

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