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Nach den Fußball-Krawallen: Am Wochenende rollt der Ball wieder

Nach den Fußball-Krawallen im italienischen Catania soll der unterbrochene Spielbetrieb am Wochenende wieder aufgenommen werden. In Zukunft müssen die Vereine hohe Sicherheitsstandards erfüllen - nicht alle Clubs können das leisten.

Nach den tödlichen Krawallen in Catania hat die italienische Regierung drastische Maßnahmen gegen die Gewalt in den Fußballstadien beschlossen. So müssen Spiele künftig ohne Zuschauer in den Stadien stattfinden, wenn die Vereine die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen nicht getroffen haben. Der italienische Fußballverband kündigte unterdessen an, der unterbrochene Spielbetrieb werde am Wochenende wieder aufgenommen.

Ob dabei Zuschauer zugelassen würden, hänge vom Ergebnis der Sicherheitsinspektionen in den Stadien ab. Nach den Ausschreitungen in Catania auf Sizilien, bei denen ein Polizist getötet worden war, waren alle Spiele am vergangenen Wochenende abgesagt worden. Die jetzt von der Regierung vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen in den Stadien erfüllen Medienberichten zufolge in der ersten Liga nur die Vereine in Rom, Turin, Siena und Palermo. Die Maßnahmen seien streng und beispiellos, sagte der stellvertretende Innenminister Marco Minniti. "Unsere Absicht ist es nicht, die Spiele hinter verschlossenen Türen auszutragen. Unser Ziel ist es, Spiele in sicheren Stadien und geöffneten Toren auszutragen." Die Sicherheitsmaßnahmen sehen auch verschärfte Regeln beim Kartenverkauf vor.

Polizei nahm 38 Personen fest

Die Polizei wertet derzeit die Videos der Überwachungskameras des Fußballstadions in Catania aus, um den Verantwortlichen für die Krawalle auf die Spur zu kommen. Dies teilte ein Polizeisprecher mit, ohne aber Einzelheiten zu nennen. Italienische Zeitungen berichteten, die Videos zeigten, wie mehrere teilweise vermummte Jugendliche den Polizisten Filippo Raciti angreifen und einer ihn in den Bauch schlägt. Raciti arbeitet danach offenbar noch 45 Minuten weiter. Als ein Feuerwerkskörper in seinen Polizeiwagen geworfen wird, klettert er heraus und bricht zusammen, als neben ihm ein weiterer Feuerwerkskörper explodiert. Die Polizei war zuerst davon ausgegangen, dass Raciti durch den Sprengsatz getötet wurde, eine spätere Untersuchung ergab aber, dass er an einer schweren Leberverletzung starb. Bislang wurden im Zusammenhang mit den Krawallen 38 Personen festgenommen, darunter 15 Minderjährige.

AP / AP
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