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NATIONALMANNSCHAFT: Bierhoff legt Kapitänsamt nieder

Der DFB macht Nägel mit Köpfen: Nach Bierhoffs Rücktritt wurde Oliver Kahn zum neuen Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft ernannt.

Oliver Bierhoff hat sein Amt als Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zur Verfügung gestellt. Das bestätigte der Deutschen Fußball-Bund (DFB), in einer Pressemitteilung. »Mit meiner Entscheidung möchte ich vor der WM 2002 in Japan und Korea ein Zeichen setzen, um unnötige Grundsatzdebatten von der Mannschaft fern zu halten«, wird der 32-jährige Stürmer des AS Monaco in dem DFB-Fax zitiert.

Bierhoff bleibt im Mannschaftsrat

Zum neuen Kapitän wurde Oliver Kahn berufen. Der 32 Jahre alte Torwart des FC Bayern München und bisherige stellvertretende Mannschaftsführer wurde von DFB-Teamchef Rudi Völler am Samstag über die aktuelle Entwicklung informiert. »Ich respektiere die Entscheidung von Oliver. Es ist hilfreich, dass er dem überzogenen und ungerechtfertigten Wirbel um seine Person als Kapitän ein Ende gesetzt hat. Er bleibt für mich nicht nur wegen seiner Erfahrung ein wertvoller Ansprechpartner«, erklärte Völler über Bierhoff, der weiterhin dem Mannschaftsrat der DFB-Auswahl angehören wird.

Lob für 'Tante Käthe'

Kahn lobte erneut Völlers Arbeit und kritisierte zugleich dessen Vorgänger heftig. Die letzten Jahre waren laut Kahn nur »negativ, negativ, negativ, mit Vogts und zuletzt Ribbeck«. »In so einem Umfeld Fußball zu spielen - da fragt man sich: Warum tu ich mir das eigentlich an? Das hat sich gewandelt«, meinte der 32-Jährige. Das wichtigste sei gewesen, »dass Rudi den Spielern wieder Selbstvertrauen gegeben hat«. Trotz der positiven Entwicklung der Nationalmannschaft unter Völler äußerte sich Kahn vorsichtig zu den Erfolgsaussichten für die WM in Japan und Südkorea, die für die Deutschen am 1. Juni mit dem Vorrundenspiel gegen Saudi Arabien beginnt. »Ich denke nicht, dass man von uns den Weltmeistertitel erwarten kann. Obwohl die Erwartungen hoch sein werden, denn die Leute vergessen ja schnell«, sagte Kahn. Über seinen Abschied denkt Kahn noch nicht nach: »Ich spüre einfach: Da ist jedes Jahr noch ?was drin. Nach oben. Ich kann dieses Niveau locker bis an die 40 halten.«

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