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Nationalmannschaft gegen Aserbaidschan: Heimspiel-Garantie für Podolski

Oft ist er Deutschlands Fußball-Liebling. Doch zeigt er in der Nationalelf ein schwaches Spiel wie gegen Belgien, wird schnell über Lukas Podolski diskutiert. Der Bundestrainer lässt jedoch keinen Zweifel am Einsatz des Kölners gegen Aserbaidschan. Da kann die Konkurrenz noch so viel klappern.

Es wird ohnehin viel geredet und geschrieben über Lukas Podolski. Der Kölner gilt als etwas lauffaul, defensiv eher schwach und spielt im Verein seit langer Zeit mit Wohlwollen gesagt: mittelmäßig. Sein Verein dürfte auch in dieser Saison gegen den Abstieg spielen - das "internationale Geschäft" ist weit weg von Podolski. Wenn der linke Offensivmann dann auch noch in der Nationalmannschaft schwach spielt, wo er sich noch nie eine längere Schwächephase gegönnt hat, kommt es erst Recht zu Diskussionen, ob Podolski noch zur Stammelf des DFB gehören sollte. So auch nach dem Belgien-Spiel. Der Bundestrainer lässt sich darauf nicht ein. Er gab Podolski am Montag öffentlich die Garantie, dass er beim zweiten EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan (Dienstag, 20.45 Uhr/ARD und stern.de-Liveticker) auflaufen wird. Löw ist sich sicher, dass Podolski "morgen ein hervorragendes Spiel macht". Sagt er zumindest.

Der Trainer übte allerdings auch Kritik auf der Pressekonferenz. "Die Akzente nach vorne haben gefehlt", so Löw über Podolskis schwachen Auftritt in Brüssel. Dynamik und Zielstrebigkeit seien bei einigen Spielern nicht so da wie noch bei der WM. Dazu gehöre auch Podolski, den das Fehlen allerdings härter trifft als andere. Denn, so Löw, "Lukas lebt von seiner Dynamik". Er sei aber überzeugt, dass Podolski vor heimischer Kulisse eine "läuferische Qualität zeigt, wie es gegen Belgien nicht der Fall war". Der Spieler gesteht, dass er sich seine Vorstellung bei dem 1:0-Sieg anders vorgestellt hat, will den Auftritt aber nicht überbewerten.

Die Alternative muckt auf

Auf die Alternative Toni Kroos ging Löw nur kurz ein, äußerte sich lieber ausführlich über die Vorzüge des dritten Kandidaten für die linke offensive Außenbahn, den Bremer Marko Marin, den der Bundestrainer bei der WM noch frühzeitig auf der Bank festgenagelt hatte. Vielleicht gefiel ihm Toni Kroos Interview mit dem "Kicker" nicht, in dem er Podolski öffentlich den Kampf um die Position im linken Mittelfeld angesagt hatte. "Konkurrent ist jeder Spieler, der da spielt, wo ich spielen kann. Es ist kein Geheimnis, dass ich links spielen kann. Wenn man das Gefühl hat, seinen Aufgaben gewachsen zu sein, dann will man auch spielen. Es ist doch normal, dass man so ehrgeizig ist", sagte der Münchner dem Fachmagazin. So ähnlich mutete die Kampfansage seines Teamkollegen Philipp Lahm an Michael Ballack beim Ringen um die Kapitänsbinde an.

Kroos stellte aber immerhin die Verdienste von Podolski heraus. "Lukas hat sich das erarbeitet, er hat 80 Länderspiele, eine tolle Torquote und mehrere gute Turniere gespielt. Da muss ich hinkommen, das ist meine Aufgabe für die nächsten fünf oder sechs Jahre", sagte Kroos. Er war am Freitagabend beim 1:0 zum Auftakt der EM-Qualifikation in Belgien für den enttäuschenden Podolski eingewechselt worden.

ben/SID / SID

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