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Presseschelte für Ballack: "Fauler, anonymer Auftritt"

Michael Ballack hat es nicht leicht bei den Briten - trotz seines ersten Titels mit dem FC Chelsea. Nach dem 2:1-Erfolg im Finale um den englischen Liga-Pokal gegen Arsenal London, ernannten ihn mehrere Zeitungen zum schlechtesten Mann auf dem Platz.

Michael Ballack hat trotz seines ersten Titels mit dem FC Chelsea herbe Kritik von der britischen Presse einstecken müssen. Mehrere Zeitungen ernannten den deutschen Nationalmannschaftskapitän nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg im Finale des englischen Ligapokals gegen den FC Arsenal zum schlechtesten Mann auf dem Platz.

"Gegen Kinder war der WM-Kapitän wieder einmal eine Riesen-Enttäuschung", schrieb der "Daily Mirror". Nach der Massenschlägerei in der Schlussphase, bei der drei Spieler rote Karten sahen, drohen weiteren Akteuren nachträgliche Strafen. Chelseas Kapitän John Terry, der bewusstlos vom Platz getragen wurde, ist offenbar glimpflicher davon gekommen als zunächst angenommen.

"Enttäuschende Zuspiele und anonymer Auftritt

"Ballack hat weder die Kraft noch die Begeisterung, um es mit den Arsenal-Youngsters aufzunehmen", meinte die "Daily Mail", die "Sun" nannte den Deutschen "faul" und der "Daily Telegraph" bescheinigte ihm trotz der Vorlage zum Ausgleich "enttäuschende Zuspiele und einen anonymen Auftritt". Dabei war es Ballack, der mit einem mustergültigen Pass auf den zweifachen Torschützen Didier Drogba Chelsea überhaupt erst wieder ins Spiel zurück gebracht hatte (20.). Bis dahin hatte Arsenals Nachwuchsteam - ohne Stars wie Jens Lehmann, Thierry Henry und William Gallas - den Ton angegeben und war durch den 17-jährigen Theo Walcott hochverdient in Führung gegangen.

Schlägerei in der Nachspielzeit

Fußball-England kann aufatmen. Terry feierte bereits wenige Stunden nach seinem "Horror-Unfall" ("Mirror") wieder mit den Kollegen den Titelgewinn. Der Abwehrrecke war mehrere Minuten bewusstlos und hatte die Zunge verschluckt, nachdem er von Diaby am Kopf getroffen worden war. "Ich hatte das Schlimmste befürchtet", meinte Torwart Petr Cech, der sich in einer ähnlichen Situation im Oktober einen Schädelbruch zugezogen hatte. "Wir fürchteten, unser Kapitän würde sterben", schrieb die "Sun" in Riesenlettern auf der Titelseite und nannte Terrys Genesung ein "Wunder".

Ballack gehörte zu den wenigen Spielern, die in die Schlägerei in der Nachspielzeit nicht verwickelt waren. Insgesamt waren 20 Personen dabei, darunter auch die beiden Trainer Arsène Wenger und José Mourinho. "Da haben wir die Nerven verloren", gestand Wenger, der nach dem Studium der Fernsehbilder weitere Sanktionen durch den englischen Fußballverband befürchtet. "Ich bin sicher, da werden noch Spieler bestraft. Es wurden auf beiden Seiten ja doch einige Fausthiebe ausgetauscht."

<Löste eine Fehlentscheidung das "Massaker" aus? Vor allem Emmanuel Eboué muss mit einer nachträglichen Sperre rechnen, da er Chelseas Wayne Bridge mit einem kräftigen Schlag in den Nacken zu Boden schickte, ohne dass Schiedsrichter Howard Webb es ahndete. Ausgelöst hatte das "Massaker" ("Telegraph") Chelseas John Obi Mikel. Zunächst hielt er Kolo Touré am Trikot fest und kickte dann den Ball weg, um die schnelle Ausführung des Freistoßes zu verhindern. Mikel und Touré erhielten zurecht die rote Karte, wohingegen Fernsehbilder vermuten lassen, dass Webb mit Arsenals Emmanuel Adebayor den falschen Spieler des Platzes verwies.

Mourinho feierte seinen fünften Titel mit Chelsea theatralisch. Der Portugiese schlug mit der einen Hand immer wieder auf das Vereinswappen auf seiner Brust, während er die andere Hand mit fünf ausgestreckten Fingern ("für jeden Titel einen") Vereinsboss Roman Abramowitsch entgegenstreckte. Der russische Multimilliardär hatte vor der Begegnung nicht bestätigen wollen, ob Mourinho auch in der kommenden Saison noch Trainer an der Stamford Bridge sein wird.

Dominik Lauck/DPA / DPA

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