HOME

Rätsel Miroslav Klose: Bleibt er? Geht er? Wann trifft er wieder?

Werder Bremens Torjäger Miroslav Klose steckt in einer schweren Krise: Er trifft das Tor nicht mehr - und ob er in der nächsten Saison für einen europäischen Topclub spielen wird oder in Bremen bleibt, ist weiterhin offen.

Werder Bremens Werbebotschaft ist kurz und eindeutig. "Redet nicht viel. Lässt Tore sprechen", lautet der Slogan neben dem Bild des Nationalstürmers Miroslav Klose, mit dem der Fußball-Bundesligist in Anzeigen, im Internet oder auch auf einem riesigen Plakat im Bremer Hauptbahnhof wirbt. Tatsächlich spricht Klose im Moment nicht übermäßig viel - aber leider stimmt der zweite Teil des pfiffigen Reklame-Spruchs nicht: Klose lässt schon seit mehreren Wochen keine Tore mehr sprechen und gibt Fans wie Verantwortlichen Rätsel auf.

Warum trifft der Bundesliga-Torjäger der vergangenen Saison seit Ende Januar nicht mehr ins Tor? So lautet eine der vielen Fragen, denn fraglich ist auch Kloses Zukunft: Bleibt er? Oder geht er? "Die Situation ist nach wie vor völlig offen", bestätigte Werder-Manager Klaus Allofs am Dienstag. Es gebe Anfragen anderer Vereine und weiterhin das Werder-Angebot, den bis 2008 laufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern, aber noch lange keine Entscheidung. Auch Kloses Berater Alexander Schütt sagte: "Es gibt keinen neuen Stand."

Werder Bremen will bald eine Entscheidung

Dabei hatte der 28 Jahre alte Stürmer noch im Januar-Trainingslager eine frühe Entscheidung angekündigt und den Kreis der für ihn in Frage kommenden Vereine auf fünf eingeschränkt. Womöglich ist aber keiner aus diesem Quintett bei jenen Clubs dabei, die Allofs mit "großes Interesse" umschreibt: "Nähere Informationen möchte ich dazu nicht geben." Für die Werder-Planung wäre es jedenfalls hilfreich, möglichst bald zu wissen, wozu Klose sich entschließt, um rechtzeitig einen Nachfolger suchen zu können.

Der WM-Torschützenkönig zaudert mit seiner Entscheidung über die Zukunft offensichtlich genauso wie zuletzt beim Schuss aufs Tor. "Miro hatte gedacht, er könnte sich schneller entscheiden. Aber er hat erkannt, wie schwer ihm diese Entscheidung fällt. Deswegen können wir im Moment keinen Zeitplan aufstellen", hatte sein Berater vor einer Woche erklärt.

Druck wäre bei einem europäischen Topclub größer

Vielleicht hängt Kloses fehlende Treffsicherheit mit den schweren Gedanken über die wohl wichtigste Entscheidung seiner Karriere zusammen, auch wenn Werder-Manager Allofs und Berater Schütt das unisono bestreiten. Sicher ist zumindest, dass Klose bei einer solchen Krise, wie er sie gerade durchlebt, bei einem europäischen Spitzenclub unter viel größerem Druck und medialem Beschuss stehen würde als das im beschaulichen Bremen der Fall ist.

Nicht umsonst darf Allofs auf ein ganz wesentliches Argument setzen: "Er fühlt sich bei uns sehr wohl." Der Manager weiß jedoch: "Das allein reicht sicher nicht, es ist ein Paket." Neben dem Geld sei auch die sportliche Perspektive wichtig. Und die ist in Bremen, wo ein halbes Dutzend deutscher Nationalspieler und brasilianische Klasse-Spieler wie Diego und Naldo unter Vertrag sind, inzwischen vorzüglich.

"Im Training hat er bereits getroffen"

Eine Entscheidung in den nächsten Tagen erwartet Allofs nicht, eher schon ein schnelles Ende der Tor-Krise, die in der Liga 615 Minuten anhält. "In der wichtigen Endphase der Meisterschaft wird Miro wieder die wichtigen Tore für uns schießen", prophezeit Allofs. Und sein Kollege Frings meinte nach dem Sieg gegen Bochum: "Im Training hat er bereits getroffen. Das war auch nicht immer der Fall..."

Michael Rossmann/DPA / DPA

Wissenscommunity