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Ausschreitungen beim BVB-Spiel: Klopp: "Das war pure Provokation"

Der BVB steht im Achtelfinale der Champions League. Doch über das Spiel gegen Istanbul spricht kaum jemand, nur darüber, was auf der Tribüne passierte. Die BVB-Verantwortlichen reagieren geschockt.

Jürgen Klopp war richtig sauer. Da lieferte sein Team mal wieder eine Champions-League-Glanzleistung ab, doch nach dem Spiel fragte niemand danach. Die Vorkommnisse neben dem Platz bewegten Fans und Medienverteter deutlich mehr.

Rund um das überzeugende 4:1 der Borussia randalierten zahlreiche Fans - vor, im und neben dem Stadion. Schon am frühen Abend brannten Istanbul-Anhänger auf dem Dortmunder Friedensplatz Pyrotechnik ab, während des Spiels flogen immer wieder Feuerwerkskörper aufs Spielfeld. Die Begegnung wurde mehrfach unterbrochen, stand kurz vor dem Abbruch. Klopp sagte nach der Partie gegenüber Sky: "Das heute wirft einen Schatten auf ein fantastisches Spiel von uns. Das ärgert einen, es war ein schlimmes Bild. Das war pure Provokation."

Watzke: "Einfach unfassbar"

Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war entsetzt, gegenüber Sky sagte er: "Das ist einfach unfassbar. Das hatte eine andere Dimension. Da werden Gegenstände über die Tribüne geworfen. Unsere Ordnungsdienste haben extra gut kontrolliert, man kann es leider nicht komplett verhindern. Was wir da noch sichergestellt haben, spottet jeder Beschreibung." Sportdirektor Michael Zorc kritisierte: "Da wurden permanent Böller geschmissen in Richtung unserer Fans, das war eine permanente Provokation."

Die Bilanz des Abends: Gegen die Randalierer wird wegen versuchten Totschlags, Landfriedensbruchs und Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz ermittelt. Die Polizei notierte noch im Stadion die Personalien aller Fans im Gästeblock. Einige wurden in Gewahrsam genommen.

Auch BVB-Fans waren an den Ausschreitungen beteiligt: In Stadionnähe verhinderte die Polizei nach Schlusspfiff einen geplanten Angriff von BVB-Anhängern auf die Galatasaray-Fankurve.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Wie Staatsanwältin Sandra Lücke erklärte, werde besonders einem Vorfall nach Ende des Spiels nachgegangen. Demnach sollen Sitzschalen inklusive Metallverankerungen etwa 20 Meter weit auf andere Fans geworfen worden sein. Es werde wegen versuchten Totschlags ermittelt.

feh

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