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Randale in Liga 2: DFB-Strafe: Rostock ohne Fans in die Relegation

Zweitligist Hansa Rostock ist nach den jüngsten Ausschreitungen seiner Fans im Spiel bei Fortuna Düsseldorf vom Sportgericht des DFB hart bestraft worden.

Fußball-Zweitligist FC Hansa Rostock muss das erste Relegationsspiel beim Drittligisten FC Ingolstadt am Freitag ohne seine eigenen Anhänger bestreiten. Mit dieser Strafe ahndete das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes am Montag im Schnellverfahren die Ausschreitungen von Hansa-Fans beim Zweitliga-Finale am Sonntag in Düsseldorf. Zudem wurde Hansa zu einer Geldstrafe in Höhe von 35 000 Euro verurteilt und muss Schadenersatz in Höhe des zustehenden Kartenkontingents an den FC Ingolstadt leisten. Der Verein hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Schiedsrichter Wolfgang Stark, der die Begegnung der Rostocker in Düsseldorf leitete, sprach am Montag von "einem der schwierigsten Spiele". "Man ist irgendwie machtlos", sagte der FIFA-Referee aus Ergolding. "Es war uns im Vorfeld klar, dass es nicht so einfach wird. Wir mussten dann alle Register ziehen, um das Spiel durchzubekommen." Die Partie stand bereits nach sechs Minuten am Rande eines Abbruchs, weil aus dem Rostocker Fanblock Feuerwerkskörper aufs Spielfeld geworfen wurden. Hansa-Torwart Alexander Walke musste behandelt werden. Nach einer 20-minütigen Unterbrechung entschieden Stark und DFL-Vertreter, das Spiel fortzusetzen.

Auch kurz vor dem Ende unterbrach Stark das Spiel erneut, weil in unmittelbarer Nähe seines Assistenten Mike Pickel ein Feuerwerkskörper explodierte. "Er hatte nach dem Spiel ein leises Pfeifen im Ohr", sagte Stark. Schon in der Nacht zuvor war es in der Düsseldorfer Altstadt zu Ausschreitungen von Rostocker Fans gekommen. 14 Polizisten wurden verletzt, 159 Personen festgenommen. Bei den Randalierern handelte es sich nach Polizei-Information "fast ausnahmslos um Anhänger des FC Hansa Rostock". Nach der Begegnung blieb alles ruhig. "Das war problemlos. Die Rostocker Anhänger haben das Stadion und die Stadt ruhig und problemlos verlassen", sagte Wolfgang Rodax, Leiter der Pressestelle der Polizei Düsseldorf am Montag.

Rodax betonte, dass die Polizei mit der Präsenz "etlicher Hundertschaften" auf Ausschreitungen vorbereitet war. Mögliche Vorwürfe, etwa von Rostocker Seite, die Behörden hätten die Lage im Vorfeld unzureichend bewertet, würden "ins Leere laufen", sagte Rodax. "Die Problematik bei Auftritten von Rostocker Fans in anderen Stadien ist gegenwärtig", sagte er.

In der jüngeren Vergangenheit hatte das DFB-Sportgericht bereits Übeltäter von Vorfällen direkt bestraft, indem den Fans der jeweiligen Clubs Fahrten zu Auswärtsspielen untersagt worden waren. So durften unter anderem Anhänger des 1. FC Köln wegen diverser Vorfälle ihr Team nicht zur Partie bei 1899 Hoffenheim begleiten. An Fans des 1. FC Nürnberg waren für zwei Begegnungen in der Fremde keine Stehplatz-Tickets und nur personalisierte Sitzplatzkarten verkauft worden.

DPA/kbe

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