HOME

Real Madrid: Madrid bangt um di Stefano

Er wurde der "blonde Pfeil" genannt, zählt zu den besten Fußballern überhaupt: Madrids Ex-Spielmacher Alfredo di Stefano. Nach einem Herzinfarkt an Heiligabend droht dem 79-Jährigen nun eine heikle Bypass-Operation.

Schreckensnachricht an Heiligabend: Alfredo di Stefano, Fußball-Legende und Ehrenpräsident von Real Madrid, hat einen akuten Herzinfarkt erlitten und muss sich einer - als riskant eingestuften - Bypass-Operation unterziehen. Der 79-Jährige verbrachte die Weihnachtstage auf der Intensivstation einer Klinik in Valencia. Die Ärzte beschrieben seinen Zustand als ernst.

Der gebürtige Argentinier und spätere Spanier wird mit Pelé, Maradona, Franz Beckenbauer und Johan Cruyff zu den besten Fußballern der Welt überhaupt gezählt. Mit seinen Toren hatte er Reals "weißes Ballett" von 1956 bis 1960 zu fünf Europacupsiegen hintereinander geschossen.

Mehr als 400 Tore in 600 Spielen

Mit dem "blonden Pfeil", wie Di Stefano wegen seiner Schnelligkeit genannt wurde, dominierte Real Ende der 50er Jahre den Fußball in Europa in einer Weise, wie dies seither keinem Club mehr gelingen sollte. Neben den fünf Europacupsiegen wurde Di Stefano mit Real zwischen 1954 und 1964 acht Mal spanischer Meister. In über 600 Spielen schoss er mehr als 400 Tore für die Madrilenen.

Die anstehende Operation ist nach Ansicht der Mediziner unvermeidbar. "Di Stefanos Herz ist stark geschädigt; es pumpt nicht mehr mit der Kraft, die erforderlich wäre", sagte die Ärztin Begona Balerdi. Der Gefäßchirurg Anastasio Montero umschrieb die Risiken des Eingriffs: "Der Verlauf ist unvorhersehbar. Der Patient ist fast 80 Jahre alt. Er ist seit vielen Jahren Diabetiker. Seine Herzleiden haben eine lange Vorgeschichte." Der Bypass soll Di Stefano eingesetzt werden, sobald dieser wieder zu Kräften gekommen ist.

"Halte durch, Alter!", mit diesen Worten versucht das Sportblatt "Marca" auf der Titelseite dem einstigen Idol Mut zu machen. Spaniens Nationaltrainer Luis Aragones meinte: "Alfredo wird auch diese Partie für sich entscheiden." Di Stefano hatte den Herzinfarkt in der Nacht zu Heiligabend in der Wohnung seiner Tochter in der Nähe von Valencia erlitten. Real-Präsident Florentino Perez und sein Vize Emilio Butragueno eilten sofort ans Krankenbett.

Die Real-Fans ereilte die Nachricht von der schweren Erkrankung des Weltstars zu einem Zeitpunkt, an dem ihr seit mehr als zwei Jahre ohne Titel gebliebenes Team in der Krise steckt. Real investierte 80 Millionen Euro in neue Spieler, kann aber in der Primera Division dem FC Barcelona nicht das Wasser reichen. Der Rauswurf von Trainer Vanderlei Luxemburgo zeigte nicht die erhoffte Wirkung.

"Niemand soll glauben, die Krise sei Di Stéfano aufs Herz geschlagen", schreibt "Marca". "Don Alfredo würde dazu sagen: So etwas hat es auch früher schon gegeben. Die Größe eines Vereins hängt nicht von ein paar Siegen oder Niederlagen ab."

DPA / DPA

Wissenscommunity