VG-Wort Pixel

Reus wechselt zu Borussia Dortmund Ohrfeige für die Bayern


Der Wechsel von Marco Reus zu Borussia Dortmund ist nicht nur für Mönchengladbach eine Niederlage. Auch den Bayern muss dieser Königstransfer weh tun. Weil Reus neben Mario Götze zu den talentiertesten Spielern Deutschlands gehört. Und die gehören eigentlich nach München.
Ein Kommentar von Klaus Bellstedt

Mitte Dezember vermeldete die nicht gerade für unseriöse Berichterstattung bekannte "Süddeutsche Zeitung", dass die Bayern dem Management von Marco Reus erstmals ein konkretes Angebot unterbreitet hätten. Angeblich war der Branchenprimus bereit, 18 Millionen Euro an Borussia Mönchengladbach zu überweisen, wenn der Nationalspieler schon im Sommer vom Niederrhein an die Isar wechseln würde. Natürlich war es da, das Interesse der Bayern am besten deutschen Nachwuchsspieler neben Dortmunds Mario Götze. Und sie waren sich ihrer Sache ziemlich sicher.

"Grundsätzlich kann man eines sagen: Wenn der FC Bayern München einen Spieler verpflichten will, dann wird er ihn auch verpflichten. Dann haben wir auch in allen Belangen genug Überzeugungskraft, ihn nach München zu holen. Da spielen zwei, drei oder vier Millionen in der Ablösesumme keine Rolle", posaunte Manager Christian Nerlinger im "Doppelpass" bei Sport1 zum Abschluss der Hinrunde, gefragt nach Marco Reus, heraus.

Die Hinrunde hat Gladbach, vor allem dank Reus, sensationell auf Tabellenplatz vier abgeschlossen. Der 22-Jährige erzielte dabei zehn Tore (davon vier Doppelpacks) und bereite weitere vier Treffer vor. Es ist diese Mischung aus Leichtigkeit und Effektivität, die sein Spiel auszeichnet. Nach dem Selbstverständnis der Bayern muss so ein Spieler über kurz oder lang für den Rekordchampion im roten Trikot auflaufen.

Dortmund auf Augenhöhe mit den Bayern

Reus aber hat sich für das Gelbe entschieden, für das von Borussia Dortmund. Das Geld hat offenbar nicht den Ausschlag für den Super-Transfer, der im Sommer über die Bühne gehen wird, gegeben. Sondern die Perspektive, Stammspieler zu werden. "Ich freue mich natürlich, wir haben damit unseren absoluten Wunschspieler bekommen und uns gegen hochkarätige Konkurrenz durchgesetzt." Der Satz von Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc muss sich für die Bayern wie eine Ohrfeige anfühlen.

Was jetzt passiert, ist klar: Die Bayern werden abstreiten, jemals konkretes Interesse an Reus angemeldet zu haben. Sie werden von ihrem bereits bestehenden großen Angebot im offensiven Mittelfeld sprechen. Bedarf? War nie da! Und trotzdem: Es bleibt eine Niederlage für Hoeneß und Co. Vor allem auch deshalb, weil Dortmund nach diesem Transfercoup den Bayern sportlich womöglich langfristig auf Augenhöhe begegnen kann.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker