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Brutales Foul: Ex-Hoffenheimer tritt Gegenspieler Knie kaputt

Ein brutales Foul ist das Gesprächsthema in der Ersten Schweizer Fußball-Liga. Ein Spieler des FC Aarau tritt seinem Züricher Gegenspieler voll gegen das Knie. Ernste Konsequenzen drohen wohl beiden.

Es ist ein Foul, das schon beim Hinsehen wehtut. In der Schweizer Erstliga-Partie FC Aarau gegen den FC Zürich kommt Aaraus Sandro Wieser im Mittelfeld gegen Gilles Yapi viel zu spät. Mit gestrecktem Bein springt Wieser in Yapi hinein und trifft ihn voll. Yapis rechtes Knie knickt nach innen weg, der Fußballer windet sich vor Schmerzen am Boden. Für beide Spieler ist die Partie zuende. Yapi muss mit der Bahre vom Platz, Wieser mit Roter Karte.

Seit dem brutalen Foul am Sonntag liegt Yapi im Krankenhaus. Sein Knie muss operiert werden, doch wegen der Schürfwunden geht das noch nicht, berichtet der Fernsehsender N24. Zürichs Präsident Ancillo Canepa sagte der Schweizer Zeitung "Blick": "In Yapis Knie ist so ziemlich alles kaputt, was kaputt sein kann."

"Yapi ist mir nicht böse"

Tatsächlich sind bei Yapi laut N24 das vordere Kreuzband, das Innenband sowie der mediale und laterale Meniskus eingerissen. Fragmentstücke des Meniskus befinden sich im Gelenk. Ein Knorpeldefekt geht bis auf den Knochen, außerdem erlitt Yapi eine Knochenkontusion mit Flüssigkeitsbildung im Knochen, eine Verletzung des Stabilisierungsbands der Kniescheibe und starke Hämatome in den Oberschenkelmuskeln. Ob der 32-Jährige seine Karriere überhaupt fortsetzen kann, ist noch völlig offen.

Aber auch für Wieser, der anderthalb Jahre bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag stand, hat das Foul Konsequenzen. Zürichs Präsident soll eine Strafanzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen den 21-Jährigen Spieler des FC Aarau eingereicht haben. Direkt nach dem Spiel wollte Wieser laut "Blick" nicht reden, später entschuldigte er sich bei Yapi via Facebook: "Es tut mir unendlich leid, was passiert ist. Es ist absolut keine Absicht dahinter gewesen. Ich habe viel Erfahrung mit Verletzungen und wünsche das keinem", zitiert N24 aus Wiesers Facebook-Posting. Auch persönlich hat Wieser sich bei Yapi, mit dem er früher beim FC Basel zusammenspielte, laut "Blick" schon entschuldigt: "Ich bin froh, ich konnte länger mit ihm telefonieren. Ich hatte mich schon in der Kabine bei ihm entschuldigt, aber ich wollte nochmals mit ihm reden und ihm alles erklären. Yapi ist mir nicht böse, er weiss, dass es keine Absicht war. Wir haben schon abgemacht, dass ich ihn im Spital besuchen werde nach seiner Operation."

Strafe jenseits des Regelwerks möglich

Das Regelwerk Swiss Football League sieht eine Maximalstrafe von vier Spielen vor. Doch für Wieser könnte es mehr werden. Laut "Blick" hat der für das Verfahren zuständige Richter den Fall an die Disziplinarkommission der Liga weitergeleitet. Er glaubt, dass "seine Spruchkompetenz allenfalls überschritten werden könnte".

Thomas Krause

Wissenscommunity