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Schweinsteiger bleibt bis 2016: Bayern bauen am Team der Zukunft

Mit der Vertragsverlängerung von Bastian Schweinsteiger steht das Gerüst für ein Bayern-Team der Zukunft - und das ist teuer. Schweinsteiger kassiert ein Rekordgehalt.

Die Bayern-Bosse feierten mit Glühwein, ein Kinderchor und Lichterzauber verliehen der frohen Botschaft himmlischen Glanz - Bastian Schweinsteiger hat dem FC Bayern und seinen Fans ein vorweihnachtliches Geschenk gemacht. Der 26 Jahre alte Fußball-Nationalspieler gab mehreren europäischen Topclubs einen Korb und entschied sich bis ins Jahr 2016 für seine Münchner. "Mein Herz schlägt rot", sagte Schweinsteiger nach dem 3:0 des deutschen Meisters gegen den FC St. Pauli und machte nicht nur Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß glücklich.

"Ja ist denn heut' schon Weihnachten", hätte Franz Beckenbauer gesagt, als Schweinsteiger nach dem Abpfiff in der Allianz Arena zum Mikrofon griff und nach dem letzten Heimspiel 2010 den Bayern-Fans verkündete: "Ich habe meinen Vertrag um fünf Jahre verlängert, für Euch. Hoch lebe der FC Bayern." Die Schweinsteiger-Show als Vorspiel zur abendlichen Weihnachtsfeier der Bayern-Stars - die gute Nachricht kaschierte die unbefriedigende Hinrunde für einen Moment.

Hoeneß: Wir sind kein Abgeberverein


Hoeneß bewertete Schweinsteigers Entscheidung, den am Saisonende 2012 auslaufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern, als "klares Bekenntnis zum FC Bayern" und als Zeichen für die "Wirtschaftskraft unseres Clubs, wir sind kein Abgeberverein". Der Renommierclub griff für den 84-fachen Nationalspieler, der im vergangenen Jahr zum Weltklassespieler gereift ist, tief in die Tasche.

Mit einem geschätzten Jahresgehalt von zehn Millionen Euro soll der neue Vertrag dotiert sein. "Wir haben nicht um Walnüsse gekämpft, sondern um harte Euros", berichtete Hoeneß, der wie die Mannschaft schon seit Tagen über Schweinsteigers "Ja" informiert war. "Man muss sich schon von dem Glauben verabschieden, dass ein Spieler dieser Klasse sagt, ich liebe den Verein und mache erhebliche Einbußen. Da muss man schon richtig Geld hinlegen und das ist gemacht worden."

Es ging alles ganz schnell


Der FC Bayern habe sich "sehr gestreckt", um seinen Rohdiamanten zu halten, bekundete Bayerns Mittelfeld-Ass. Ursprünglich waren erste Vertragsgespräche für das kommende Jahr angedacht, nun ging alles innerhalb weniger Wochen ganz schnell. Schweinsteiger, unter Joachim Löw auch im Nationalteam während der Fußball-WM in Südafrika zur spielbestimmenden Persönlichkeit gereift, stand auch bei Europas Topclubs in Spanien, England und Italien auf dem Wunschzettel.

"Ich habe aber nur mit dem FC Bayern gesprochen", erklärte Schweinsteiger, der seit 1998 das Münchner Trikot trägt und aus der eigenen Jugend zum Weltstar reifte: "Es war eine Entscheidung für den Trainer, aber auch für den ganzen Verein. Wenn ich an die Säbener Straße komme, fühle ich mich wie zu Hause. Ich kenne die Angestellten und weiß, wo die Toiletten sind." Trainer Louis van Gaal bezeichnete Schweinsteiger als "Weltklassespieler, der auch ein Löwenherz hat".

Viele lukrative Angebote für Schweinsteiger


Lukrative Angebote hatte Schweinsteiger genug. Inter Mailand soll bereit gewesen sein, eine Ablöse in Höhe von bis zu 30 Millionen Euro hinzublättern. Für Schweinsteiger ist es aber "schöner, mit dem FC Bayern die Champions League zu gewinnen als mit Inter oder Real Madrid. Ich glaube auch, dass wir mit dem Trainerstab eine Epoche starten können. Wir sind überzeugt von van Gaals Philosophie". Der Coach bezeichnete das Treuebekenntnis als "gutes Signal für die Außenwelt, dass Weltklassespieler diesem Verein erhalten bleiben".

Mit Schweinsteigers Vertragsverlängerung nimmt das Personalgerüst des FC Bayern für die kommenden Jahre immer mehr Konturen an. Zuvor hatte der Vorstand auch schon Philipp Lahm (bis 2016), Thomas Müller (2015), Holger Badstuber (2014) und Franck Ribéry (2015) langfristig gebunden. Für Vize-Kapitän Lahm spiegelt Schweinsteigers Entschluss den "großen Stellenwert des FC Bayern" wider. "das ist ein positives Zeichen, denn in Zukunft haben wir noch Großes vor."

Gerd Münster und Michael Brehme, DPA / DPA

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