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Sonntagsspiele: Bremen erobert Spitze zurück

Werder Bremen hat mit einem klaren Sieg gegen Hannover 96 die Tabellenspitze von Schalke 04 zurück erobert. Bayer Leverkusen konnte einen Rückstand gegen Aachen drehen - durch ein Traumtor von Bernd Schneider.

Trotz des deutlichen 3:0 (1:0)- Erfolges gegen Hannover 96 bot Werder Bremen am Sonntag nur selten Meisterliches. Vor 42 100 Zuschauern sorgten Tim Borowski (5.), der Portugiese Hugo Almeida (67.) und der Ex-Hannoveraner Per Mertesacker (74.) für die Treffer gegen die lange Zeit gleichwertigen, aber im Angriff zu harmlosen Gäste. Werder übernahm mit dem Sieg wieder die Tabellenspitze vom punktgleichen FC Schalke 04 (39), der tags zuvor bei Eintracht Frankfurt gewonnen hatte.

Die Niederlage hätte für Hannover 96 noch deutlicher ausfallen können. Doch zahlreiche Konterschancen der Bremer machte der überragende 96-Schlussmann Robert Enke zunichte. Seine größte Tat: Er hielt einen Foulelfmeter von Werders diesmal blassen Nationalstürmer Miroslav Klose (70.). Der WM-Torschützenkönig konnte aber als Vorbreiter für die Tore von Borowski und Almeida glänzen.

Gedenkminute für Hackmann

Die Bremer versuchten in der Partie, die mit einer Gedenkminute für den am Sonntag gestorbenen Liga-Präsidenten Werner Hackmann begann, an ihren Offensivfußball der ersten Saisonhälfte anzuknüpfen. Schon nach fünf Minuten wurden sie belohnt: Nach Flanke von Klose drückte Borowski per Kopf den Ball über die Linie.

Doch Hannover 96 zeigte sich wenig beeindruckt vom Rückstand und bewies, warum das Team zu den auswärtsstärksten der Liga gehört. Insgesamt hatten die Gäste vor der Pause mehr Ballkontakte. Aber bis auf einen Pfostenschuss des 37 Jahre alten Oldies Michael Tarnat (19.) hatten sie keine großen Möglichkeiten vor der Pause.

Diego konnte nicht glänzen

Werder tat sich schwer, auch weil Spielmacher Diego von Altin Lala wirkungsvoll in Manndeckung genommen wurde. Die Gastgeber verlegten sich aufs Kontern, waren damit immer wieder gefährlich. Nach starker Kombination von Clemens Fritz und Daniel Jensen musste Verteidiger Hanno Balitsch den Schuss von Aaron Hunt (17.) auf der Linie abwehren.

WM-Torschützenkönig Klose (31./38.) tauchte gleich zweimal Enke. Beim ersten Mal fiel Bremens Torjäger über den Arm von Enke, ein Elfmeterpfiff blieb allerdings aus. Auch beim zweiten Mal bleib der 96-Keeper Sieger. Auch nach dem Wechsel blieb das Bild unverändert. Hannover spielte gefällig, Werder war gefährlicher. Nationalspieler Borowski (50./52.) hatte zwei Mal die Möglichkeit, das Ergebnis zu erhöhen. Erst der eingewechselte Almeida sorgte mit dem 2:0 (67.) für die Entscheidung. Auch Kloses verschossenem Elfmeter verunsicherte die Bremer nicht mehr. Mertesacker (74.) beseitigte auch die letzten Zweifel mit seinem Tor gegen die ehemaligen Mannschaftskollegen.

Beeindruckende Aufholjagd

Bayer Leverkusen hat mit einer beeindruckenden Aufholjagd einen Fehlstart in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga vermieden und seine Ambitionen auf einen erneuten Platz im Uefa-Cup untermauert. Angetrieben von Doppel-Torschütze Bernd Schneider gewann die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe am Sonntag bei Aufsteiger Alemannia Aachen trotz.0:2-Rückstands noch mit 3:2 (1:2). Neben Nationalspieler Schneider, dem seine ersten beiden Saisontreffer glückten (44./57. Minute), war Andrej Woronin (54.) für Leverkusen beim vierten Auswärtssieg erfolgreich.

Aachen blieb vor 20 800 Zuschauern auf dem ausverkauften Tivoli trotz der Tore von Laurentiu Reghecampf per Foulelfmeter (9. Minute) und Vedad Ibisevic (30.) auch im siebten Bundesliga-Heimspiel in Serie ohne Sieg und verpasste einen möglichen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Als 14. haben die Aachener nur vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Die Leverkusener, bei denen 2002-Weltmeister Rouque Junior nur wenige Minuten nach seinem Comeback wieder verletzt ausgewechselt werden musste, schoben sich auf Rang sechs vor.

Glücklicher Elfmeter für Aachen

Die Gäste lagen nach 30 Minuten bereits mit 0:2 hinten, ließen sich aber nicht beirren und zeigten eine ansprechende Partie - nur mit ihren Tormöglichkeiten gingen sie sorglos um. Sergej Barbarez scheiterte an Straub (16.), Woronin schoss aus zwölf Metern vorbei (22.). Zwischen diesen beiden Chancen erkannte Kinhöfer ein Tor von Paul Freier wegen Abseits zurecht nicht an. Konsequenter waren die Aachener. Als Butt einen Schuss von Marius Ebbers nicht festhalten konnte, staubte Ibisevic zum 2:0 ab.

Kurz vor der Pause fanden die Leverkusener aber ins Spiel zurück. Schneider nutzte ein feines Zuspiel von Barbarez zu seinem ersten Saisontor. Nach der Pause setzte Skibbe auf Offensive und brachte neben Rückkehrer Roque Junior auch Stefan Kießling für den Angriff. Den Ausgleich besorgte aber Voronin der wiederum auf Vorlage von Barbarez traf. Der Leverkusener Jubel war kaum verklungen, da zirkelte Schneider einen Freistoß exakt in den Torwinkel und sorgte somit für den verdienten Erfolg.

DPA/tis / DPA

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