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Terror beim Afrika-Cup: Zwanziger sorgt sich um Sicherheit bei WM

DFB und DFL haben sich schockiert über den Terroranschlag auf die Nationalmannschaft von Togo beim Afrika-Cup gezeigt. Mit Blick auf die WM in Südafrika forderten die Fußball-Chefs Zwanziger und Rauball Konsequenzen, um die Sicherheit zu garantieren.

Ligapräsident Reinhard Rauball und Verbandschef Theo Zwanziger haben Konsequenzen aus dem blutigen Anschlag auf die Fußball-Nationalmannschaft von Togo beim Afrika-Cup gefordert. "Wir können es nicht bei dem Satz bewenden lassen: Südafrika ist etwas anderes als Angola", sagte Rauball beim Neujahrsempfang der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Montag in Frankfurt/Main mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Sommer am Kap. Darin sei er sich mit dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einig.

"Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir Sicherheitsfragen in den Griff bekommen", forderte Rauball, den auch die Sorge um die beim Afrika-Cup spielenden 14 Bundesliga- und fünf Zweitligaprofis umtreibt. Zwanziger verlangte ebenfalls ein "neues Nachdenken" - auch wenn Südafrika und Angola unterschiedliche Nationen seien.

"Furchtbarer terroristischer Akt"

Rauball sprach von einem "furchtbaren terroristischen Akt". Zwanziger zeigte sich ebenfalls geschockt über den Anschlag: "Der Vorfall ist unfassbar. Das ist schmerzlich und bedauerlich." Im Hinblick auf die WM meinte er: "Wir vom DFB werden unseren Spielern und Betreuern vermitteln müssen, dass wir alles Erdenkliche für die Sicherheit tun." Zwanziger empfindet die weltweiten Reaktionen "nicht als Panikmache". Das Sicherheitsszenario für Südafrika sei sicherlich ein ganz anderes. "Aber ich warne davor, das zu verharmlosen. Man muss das sehr, sehr ernst nehmen."

Für die Vorsichtsmaßnahmen rund um die Nationalmannschaft bei der WM haben die Vorfälle von Angola im Moment keine unmittelbaren Folgen. "Wir sind noch im Bereich der Konzeptionen", erklärte Zwanziger und verwies auf den Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn, der eng mit den Behörden vernetzt sei: "An diesen Modellen wird weiter gearbeitet - auch vor dem Hintergrund des Anschlags in Angola." Bei dem Angriff von Rebellen auf den Mannschaftsbus Togos waren zwei Menschen getötet und neun verletzt worden. Die Mannschaft hat sich daraufhin vom Afrika-Cup zurückgezogen.

Zwanziger mahnt Fans zur Vorsicht

Wenn Nationalspieler Bedenken äußern, ob ihre Familie zur WM nach Südafrika mitreisen können, "dann ist das nicht mehr unser Standard", erklärte Rauball. Leverkusens Torwart René Adler hatte in der "Bild am Sonntag" gesagt: "Das ist doch alles krank. Ich frage mich, wie die das mit der Sicherheit bei der WM handhaben wollen. Wir als Team werden sicherlich beschützt sein, aber was ist zum Beispiel mit den Familienangehörigen?"

Zwanziger mahnte auch die Fans, die nach Südafrika zur WM reisen wollen, zur Vorsicht. "Für sie stellt sich die Situation ganz anders dar als 2006 in Deutschland. Ich freue mich, wenn sie unsere Mannschaft begleiten. Aber sie müssen sich sehr genau vorbereiten und nicht denken, für sie ist alles geplant, was die Sicherheit angeht. Sie müssen sehr genau die Sicherheitshinweise von Reiseveranstaltern befolgen."

DPA / DPA

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