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Coach wettert gegen Uefa: Tuchel: Wurden behandelt, als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen

Thomas Tuchel ist wütend: Keine 24 Stunden nach dem Anschlag musste der BVB auf den Platz und unterlag dem französischen Tabellenführer AS Monaco. Für den Trainer steht der Schuldige fest.

BVB-Trainer Thomas Tuchel hat die Uefa für den frühen Nachholtermin heftig kritisiert

BVB-Trainer Thomas Tuchel hat die Uefa für den frühen Nachholtermin des Champions-League-Spiels zwischen Dortmund und Monaco heftig kritisiert

Kaum eine Stunde war nach dem Angriff auf den Mannschaftsbus des BVB vergangenen, schon stand der Nachhol-Termin für das Spiel gegen Monaco fest. Am Donnerstagabend mussten die Spieler von Borussia Dortmund wieder auf den Rasen - und sich mit einem 2:3 dem französischen Tabellenführer geschlagen geben. Damit sind die Chancen, im zweiten Spiel am 19. April doch noch das Weiterkommen in der Champions League möglich zu machen, gering.

Trainer Thomas Tuchel gab für die Niederlage vor allem der Uefa die Schuld. "Wir haben das als sehr ohnmächtig empfunden. Wir stehen noch am Bus, Bartra wird weggefahren. Und du wirst informiert, dass die Uefa in Nyon entschieden hat. Das hat sich nicht gut angefühlt", sagte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

"Die Termine werden vorgegeben und wir haben zu funktionieren", sagte der 43-Jährige. "Wir hatten das Gefühl, dass wir behandelt werden, als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen."

Thomas Tuchel: "Es geht um unseren Traum"

Und Tuchel legte noch nach: "Es hat viel Mut und Courage gebraucht, hier heute Fußball zu spielen. Die Mannschaft hätte gern mehr Tage gehabt. Wir fühlten uns komplett übergangen, als es hieß: Morgen seid ihr dran."

Die Mannschaft hätte sich mehr Zeit gewünscht, um den Anschlag zu verarbeiten. Aber die hätten sie nicht bekommen. "Es geht auch um unseren Traum. Um unseren Traum, ins Halbfinale zu kommen. Die Spieler konnten sich nicht so fokussieren, wie sie es sich gewünscht hätten", schimpfte Tuchel weiter. "Es gibt Spieler, die das lockerer wegstecken. Und welche, die das sehr mitgenommen hat, nachdenklich sind. Viele Familienväter haben sich Sorgen gemacht."

Bürki, Sahin und Schmelzer schließen sich Tuchel an

Auch Torwart Roman Bürki teilte nach der Niederlage gegen die Uefa aus: "Man hat uns keinen Gefallen getan, dieses Spiel anzusetzen, nicht mal 24 Stunden nach einem Anschlag. Ich hatte nicht eine Stunde Schlaf in der Nacht, das ist nicht die optimale Vorbereitung auf solch ein Spiel", sagte er.

Kapitän Marcel Schmelzer schloss sich den Vorwürfen an. "Wir sind nicht gefragt worden. Ich glaube, wir wären alle gerne gefragt worden. Weil es uns passiert – und nicht den Personen, die es im Büro entschieden haben", beschwerte er sich.

Mittefeldspieler Nuri Sahin konnte ebenfalls nicht verbergen, dass der Anschlag Spuren hinterlassen hat. "Ich weiß, dass der Fußball sehr wichtig ist, dass es um sehr viel geht und ich weiß, dass wir hier liefern müssen. Wir wissen auch, dass wir hier heute antreten müssen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir Menschen sind. Das war nicht schön heute", sagte der 28-Jährige beim Pay-TV-Sender Sky.

Uefa weist die Vorwürfe zurück

Die Uefa wies die Vorwürfe allerdings zurück. "Die Entscheidung, das Spiel am Mittwoch um 18.45 Uhr nachzuholen, wurde nach einer Sitzung im Stadion des BVB in Dortmund am Dienstagabend unter Beteiligung von Uefa, Vertreter beider Klubs und den Behörden vor Ort getroffen", erklärte der Verband auf eine Anfrage der "Rheinischen Post"

ivi

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