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Letzter Härtetest vor der WM: Kroos teilt nach Pleite gegen Brasilien ordentlich aus - auch gegen Mitspieler

Bundestrainer Joachim Löw schien nach der 0:1-Niederlage gegen Brasilien einigermaßen entspannt zu sein. Ganz anders sah es bei Toni Kroos aus. Der Weltmeister fand deutliche Worte in Richtung seiner Teamkollegen.

Toni Kroos nach der Pleite gegen Brasilien

Quo vadis, DFB-Elf? Toni Kroos ist nach der Pleite der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien angefressen.

Getty Images

Der letzte Härtetest der deutschen Nationalmannschaft vor der WM in Russland war kein Glanzstück. Das 0:1 gegen Brasilien und damit die erste Niederlage nach 22 Spielen veranlassen Bundestrainer Joachim Löw aber nicht, seine Linie für die Mission Titelverteidigung zu verändern. "Mir bereitet kaum etwas große Sorgen. Weil ich weiß, dass die Mannschaft zu etwas ganz anderem fähig ist. Jede Mannschaft hat mal so einen Tag, an dem es nicht läuft. Ich weiß, was wir können und welche Mentalität wir haben", erklärte der Bundestrainer im "ZDF", bevor er seine Weltmeisterschafts-Kandidaten für den Saisonendspurt mit ihren Vereinen entließ.

Toni Kroos sah den Auftritt seiner Mannschaft jedoch deutlich kritischer und schlug nach der Partie Alarm: "Mannschaftlich überwiegt heute das Negative. Wir sind nicht so gut, wie uns immer eingeredet wird und wie wir vielleicht auch selbst glauben. Wir haben uns viel zu leicht abkochen lassen. Heute war es deutlich zu wenig von allen. Wir haben viele Bälle verloren, entweder durch technische Fehler oder weil wir uns in den Zweikämpfen nicht durchgesetzt haben."

Besonders das Auftreten von Zweite-Reihe-Akteuren wie Leroy Sané enttäuschte den Weltmeister: "Wenn man die Möglichkeit hat in so einem Spiel, dann kann man hier und da schon eine andere Körpersprache erwarten."

Toni Kroos: "Es ist wurscht, wo wir stehen"

Mit seinen gleich sieben Umstellungen gegenüber dem 1:1 gegen Spanien nahm Löw die Abstriche im eigenen Spiel von Beginn weg in Kauf. "Es gab bewusst ein paar Wechsel. Wir wussten, dass es nicht leicht sein würde, dass die Automatismen greifen. Unser Spiel ist nicht so rund gelaufen wie normalerweise", sagte der Bundestrainer.

Real-Madrid-Star Kroos wollte sich aber gar nicht lange damit aufhalten, was die Niederlage nun bedeutet. "Es ist eigentlich völlig wurscht, wo wir stehen", betonte er: "Aber es ist definitiv nicht so, dass wir dieser absolute Favorit sind, der nach Russland fährt. Aber das war vorher Quatsch, das ist jetzt Quatsch. Jetzt sehen es vielleicht ein paar mehr so."

vit mit Material der DPA

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