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Trainer-Entlassung: Trapattoni hat fertig

Der VfB Stuttgart hat seine Zusammenarbeit mit Trainer Giovanni Trapattoni beendet. Der Verein war in den letzten drei Bundesliga-Spielen torlos geblieben. Trapattonis Nachfolger steht offenbar bereits fest.

Der VfB Stuttgart hat sich überraschend von Trainer Giovanni Trapattoni getrennt. Die Entscheidung gab der Verein am späten Donnerstagabend bekannt. Nach den anhaltend mäßigen Leistungen des VfB Stuttgart wurden Trapattoni und sein Trainerteam mit sofortiger Wirkung beurlaubt. In einem persönlichen Gespräch habe die Vereinsführung dem 66-jährigen Chetrainer die Entscheidung erläutert, teilte der Bundesliga-Siebte mit. Den Verantwortlichen sei die Entscheidung "sehr schwer gefallen", hieß es dazu in einer Pressemitteilung. Für diesen Freitag kündigte der VfB eine Pressekonferenz an. Laut "Bild"-Zeitung soll bereits um 11.00 Armin Veh als Trapattoni-Nachfolger präsentiert werden.

Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung soll Veh beim VfB zunächst einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten. Der 45-Jährige arbeitete zuletzt als Trainer des Regionalligisten FC Augsburg und zuvor in der Bundesliga bei Hansa Rostock.

"Erfolgreichster Trainer der Welt"

Trapattoni, der das Amt im Sommer 2005 von Matthias Sammer übernommen hatte und dessen Vertrag bis 30. Juni 2007 datiert ist, sei ein "absoluter Gentleman" und der "erfolgreichste Trainer der Welt", sagte VfB-Präsident Erwin Staudt. "Trotzdem hat sich seine Arbeit mit der Mannschaft nicht so effizient und erfolgreich wie von uns allen erhofft gezeigt", so Staudt weiter. "Aus diesem Grund sind wir gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass wir trotz der fortgeschrittenen Saison mit einem neuen Trainer unser ursprünglich anvisiertes Saisonziel - einen Platz im internationalen Geschäft - erreichen können."

Teammanager Horst Heldt betonte: "Die Mannschaft bekommt nun neue Impulse und muss in den nächsten Wochen eine entsprechende Reaktion zeigen. Jeder Einzelne hat nun die Chance sich aufs Neue zu beweisen und seinen Pflichten gegenüber dem VfB Stuttgart und seinen Anhängern gerecht zu werden."

Der Verein, der am 16. und 23. Februar gegen den FC Middlesbrough um den Einzug in das UEFA-Pokal-Achtelfinale kämpft, zog mit der Tennung von Trapattoni den Schlussstrich unter die fortdauernde Diskussion um den Italiener. Trapattoni hatte sich vor allem durch die lange Zeit von ihm praktizierte Rotation sowie die ausbleibenden Siege in die Kritik gebracht.

Sprung ins internationale Geschäft ungewiss

In den ersten drei Rückrundenspielen in diesem Jahr erzielten die Stuttgarter noch kein Tor. Insgesamt kamen die mit dem Anspruch auf einen Champions-League-Platz in die Spielzeit gestarteten Schwaben in dieser Saison bis dato nur auf fünf Siege und zwölf Unentschieden. Zuletzt spielte die Mannschaft vor eigener Kulisse 0:0 gegen den SV Werder Bremen. In der Tabelle liegt der VfB auf dem siebten Platz und muss um den erneuten Sprung ins internationale Geschäft zittern.

Zuvor hatte Staudt in einem Interview mit dem Reutlinger General- Anzeiger (Freitagausgabe) die einst hoch gesteckten Ziele des Fußball-Bundesligisten nach unten geschraubt. "Ich will die Situation nicht schöner reden als sie ist. Von der Anfangseuphorie ist nicht mehr viel zu spüren. Wir müssen das letzte Drittel der Saison jetzt so gestalten, dass es uns noch in die Nähe des UEFA-Cups bringt", sagte Staudt dem Blatt.

DPA / DPA

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