Transfer-Trubel "Will Werder Erster oder Zehnter werden?"


Werder fühlt sich übergangen, Schalke unschuldig: Der spektakuläre Transfer von Ailton und Krstajic hat zu einem Zerwürfnis zwischen den Vereinen geführt.

Der Transfer von Ailton und Mladen Krstajic entwickelt sich zu einem handfesten Streit zwischen Schalke 04 und Werder Bremen. Die Hanseaten werfen den Gelsenkirchnern vor, die Vereinsführung über die Transferaktivitäten nicht informiert zu haben. Der Verein wolle seine bisher engen Beziehungen zu dem Ruhrpottverein überdenken, hieß es.

Vorgehen von Assauer sei "keine Art"

Der Bremer Vorstandsvorsitzende Jürgen L. Born kritisierte vor allem das Vorgehen von Assauer. "Und dann ist es keine Art, am Sonntag noch bei uns im Stadion zu sitzen, die Biere kostenlos zu trinken, die Spieler abzupflücken und die Sache dann in dieser Art und Weise bekannt zu geben. Es ist doch deutlich, dass es in diesem Falle nicht nur darum ging, die Spieler wegzuholen, sondern uns durch den Zeitpunkt der Veröffentlichung vom ersten Platz runterzuholen", erklärte Born auf der Werder-Homepage.

"Nicht unmoralisch verhalten"

Andreas Müller von Schalke 04 wies in einem "kicker"-Interview die Vorwürfe zurück. Der Wechsel sei keine Frage des Geldes gewesen, sondern die Spieler hätten unbedingt wechseln wollen, so sei man sich innerhalb kürzester Zeit einig geworden. "Wir haben uns nicht unmoralisch verhalten", betonte Müller. Der Transfer sei ordnungsgemäß dem Verein und der DFL mitgeteilt worden, so DFL Chef-Justiziar Dr. Summerer im "Deutschen Sportfernsehen (DSF). Trainer Heynckes wurde allerdings mit der Aussage zitiert, der Transfers "seien von langer Hand vorbereitet gewesen".

"Will Werder Erster oder Zehnter werden?"

Gerüchte, die Blau-Weißen seien auch an Mittelfeldstar Micoud dran, wies Müller allerdings vehement zurück. Werders Mittelfeldregisseur Johan Micoud bestätigte diese Aussage und schloß einen Wechsel aus. Gleichzeitig stellte der französische Star die Frage, ob die Bremer Vereinsführung alles getan habe, um Ailton zu halten. "Will Werder Erster oder Zehnter werden", fragte der Franzose ironisch. Soll heißen: Hätte Werder Ailton mehr Geld geboten, wäre er wohl geblieben.

Gespräch sei "nach einer halben Stunde" beendet gewesen

Ailton verteidigte auf einer Pressekonferenz seinen Wechsel nicht zuletzt mit finanziellen Erwägungen. "Werder hat nicht so viel geboten, wie ich mir vorstelle, dass ich wert bin. Ich musste mich entscheiden und an meine Familie denken", erklärte Ailton über einen Dolmetscher. Andererseits betonte er, der Wechsel sei "keine Frage des Geldes" gewesen. Außer von Schalke 04 haben ihm Angebote von Olympiakos Piräus und Sampdoria Genua vorgelegen. "Ich wollte aber in der Bundesliga bleiben. Das Gespräch mit Schalke-Manager Rudi Aussauer war nach einer halben Stunde beendet", berichtete Ailton über die Modalitäten.

Wechsel zur Winterpause ausgeschlossen

Der SV Werder Bremen will Ailton und Mladen Krstajic auf keinen Fall schon in der Winterpause zum FC Schalke 04 ziehen lassen. Beide Fußball-Profis haben beim Bundesliga-Rivalen Verträge für die nächste Spielzeit unterzeichnet und können die Bremer im Sommer ablösefrei verlassen. «Das Werder-Präsidium denkt keine Sekunde darüber nach, die Spieler in der Winterpause zu verkaufen», erklärte Werders Mediendirektor Tino Polster am Donnerstag.

dpa/Christoph Marx DPA

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