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Uefa-Cup-Halbfinale: Schalkes Endspiel-Traum zerplatzt

Der FC Schalke hat den Einzug ins Uefa-Cup-Endspiel verpasst. 100 Minuten hielt die Slomka-Elf dem Druck des FC Sevilla im Hexenkessel Ramon Sanchez Pizjuan stand. Dann bedeutete ein Sonntagsschuss das Ende aller Träume vom Finale.

"Joker" Antonio Puerta hat den Traum des FC Schalke 04 vom zweiten Triumph im Uefa-Pokal nach 1997 zerstört und den FC Sevilla erstmals in ein europäisches Finale geschossen. Der Mittelfeld-Mann krönte den Sturmlauf der Andalusier in der 101. Minute mit dem "goldenen Tor zum 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung.

Nach dem torlosen Hinspiel tat die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka zu wenig, um den fast über die gesamte Spielzeit überlegenen Spaniern Paroli bieten zu können. Damit hat der Bundesliga-Vierte, der auch keine Chance auf die erneute Champions-League-Qualifikation mehr hat, auch sein zweites großes Saisonziel verfehlt.

Gegner der Spanier im Finale am 10. Mai in Eindhoven ist der FC Middlesbrough. Der nordenglische Club machte am Abend aus einem 0:2- Rückstand sensationell noch einen 4:2 (1:2)-Sieg gegen Steaua Bukarest; die Rumänen hatten das Heimspiel 1:0 gewonnen.

Spanier legen los wie die Feuerwehr

Die heimstarken Spanier legten vor 45.000 Zuschauern im ausverkauften Sanchez-Pizjuan-Stadion los wie die Feuerwehr, um die Gäste mit einem schnellen Tor auch psychisch noch stärker unter Druck zu setzen. Torjäger Javier Saviola und Luis Fabiano als zweite Sturmspitze sowie der schnelle Adriano sorgten immer wieder für Gefahr im Schalker Strafraum, die wenigen Entlastungsangriffe der Gäste verebbten zumeist an der Strafraumgrenze. Das 1:0 des Tabellen-Sechsten der Primera Divison lag in der Luft - doch Schalke hatte bei den Chancen der Spanier fast im Fünf-Minuten-Takt Glück und vermied das befürchtete schnelle K.o.-Tor.

Wie eine Woge rollten die Angriffe der Andalusier auf das Tor des sicheren Schalke-Keepers Frank Rost zu, die Schüsse und Kopfbälle kamen aus allen Lagen. Jose Luis Marti und Enzo Maresca zogen geschickt die Fäden im Mittelfeld. Schalke nahm den Kampf an, doch für Torgefahr konnte lediglich Nationalspieler Kevin Kuranyi in einigen Szenen sorgen; seine beste Chance vergab der Nationalspieler in der 67. Minute. Eine gute Partie bot auch Abwehr-Stratege Marcelo Bordon. Mit dem schmeichelhaften 0:0 nach 90 Minuten durften die mitgereisten rund 1300 "königsblauen" Fans hoch zufrieden sein.

Slomka konnte im 91. Europapokalspiel der "Knappen" fast seine beste Mannschaft aufbieten: Für Mladen Krstajic, der wegen seines Ellenbogenschlags im Hinspiel gesperrt ist, rückte Dario Rodriguez als Manndecker ins Abwehrzentrum. Mehr Aufstellungsprobleme hatte Sevillas Trainer Juande Ramos: Der Coach muss Kapitän und Abwehrchef Javi Navarro (Gelbsperre), Kepa Blanco (Rotsperre) und den verletzten Stürmer Frederic Kanoute ersetzen.

Schalker Mut zahlt sich nicht aus

Nach der Pause ging das Spiel auf ein Tor weiter - doch das erlösende Tor für die Spanier wollte trotz des Dauerdrucks und der deutlichen Feldüberlegenheit einfach nicht fallen. Sevilla spielte schneller und kombinationssicher, wenn auch mit hohem Risiko. Schalke lauerte auf Konter, leistete sich zu viele Ballverluste und Fehlpässe im Mittelfeld. Slomka stärkte zum Schluss noch die Offensive, indem er Sören Larsen für Rodriguez (82.) und Ebbe Sand zur Verlängerung brachte - doch auch der Mut zahlte sich für "Königsblau" nicht aus.

Ulli Brünger/DPA / DPA

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