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Uefa-Cup: Kroatische Festspiele in Hamburg

Der Hamburger SV hat gegen ein schwaches Aston Villa eindrucksvoll die Gruppenphase des Uefa-Cups abgeschlossen. Beim sicheren Erfolg wieder einmal überragend: zwei kroatische Stürmer. Auch die Wolfsburger machten beim AC Mailand ein starkes Spiel.

Die Nordlichter Hamburger SV und VfL Wolfsburg haben im UEFA-Cup weitere Glanzlichter gesetzt und ziehen jeweils als Gruppensieger in die K.o.-Runde der letzten 32 Mannschaften ein. Während der Hamburger SV sich Platz eins durch einen 3:1 (2:0)-Erfolg gegen Aston Villa sicherte, behaupteten die "Wölfe" ihre Spitzenposition durch ein verdientes 2:2 (0:1) bei der "Weltauswahl" des früheren Champions-League-Siegers AC Mailand.

Beide Bundesligisten treffen in der nächsten Runde am 18./19. und 26. Februar damit jeweils auf einen Gruppendritten und bestreiten das Rückspiel zu Hause.

Der italienische Nationalspieler Massimo Ambrosini (16.) brachte Milan vor gerade mal 10.000 Zuschauern im gespenstisch leeren Giuseppe-Meazza-Stadion in Führung. Im zweiten Durchgang gelang den Wolfsburgern durch den Italiener Christian Zaccardo (55. ) zunächst der Ausgleich, ehe eine Minute später der kurz zuvor eingewechselte Brasilianer Pato für die erneute Mailänder Führung sorgte. Das 2:2 erzielte Wolfsburgs Joker Mahir Saglik (81.), den Trainer Felix Magath sechs Minuten zuvor gebracht hatte.

In Hamburg feierten 49.121 Zuschauer vor allem den Kroaten Ivica Olic, der mit zwei Toren in der 30. und 56. Minute der überragende Mann war. Sein Landsmann Mladen Petric hatte den HSV beim gelungenen Jahresabschluss mit 1:0 in Führung gebracht (18.). Für die Gäste traf Nathan Delfounese (83.), bevor sein Teamkollege Steve Sidwell eine Minute später die Gelb-Rote Karte sah.

Olic, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, liebäugelt mit einem Wechsel zu Bayern München und will sich in der Winterpause entscheiden, ob er ein Angebot der Hamburger annimmt. Mit seinem Auftritt am Mittwoch hat er jedoch weiterhin beste Werbung für sich gemacht. Die Chancen der Hamburger, den Nationalspieler zu halten, werden damit immer geringer.

Insbesondere seinen zweiten Treffer erzielte er in Weltklasse-Manier. Beim 200. Tor der Hamburger Europapokal-Geschichte erlief er einen weiten Pass von Joris Mathijsen über 70 Meter, schüttelte seinen Bewacher Carlos Cuellar ab, und ließ Torwart Brad Guzan keine Chance. Schon nach seinem ersten Tor hatte der Stadionsprecher den Publikums-Liebling über die Lautsprecher aufgefordert: "Bleib in Hamburg, Ivica."

Gegen die harmlosen Engländer hatten die Hamburger insgesamt wenig Mühe. Der Vierte der Premier League hatte auf zahlreiche Stars verzichtet, um sie für die weiteren Partien in der englischen Liga zu schonen. So ließ Trainer Marten O´Neill unter anderem die Nationalspieler Ashley Young, Gabriel Agbonlahor und Gareth Barry zu Hause.

Die B-Elf von Villa war jedoch nie in der Lage den Hamburgern Paroli bieten zu können. Der HSV-Sieg hätte mit ein wenig Glück sogar noch viel höher ausfallen können. So traf Marcell Jansen in der 45. Minute aus 20 Metern nur das Lattenkreuz. Nationalspieler Piotr Trochowski scheiterte zweimal (54., 60.) an Guzan.

Neben Olic war erneut Petric der herausragende Hamburger. Das kroatische Duo hat damit den Bundesligisten praktisch im Alleingang in die Ko-Runde geschossen. Auch bei den Siegen in Zilina und Prag waren die beiden erfolgreich. Bei Aston Villa konnte allein Ersatz-Kapitän Nigel Reo-Coker gefallen. Außerdem bemühte sich Marlon Harewood im Angriff.

SID/jef / SID

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