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Uefa-Cup: Nackenschlag für Fußball-Deutschland

Die gute Nachricht: Bayer Leverkusen hat nach der 1:2-Niederlage in Bukarest immer noch Chancen auf das Weiterkommen im Uefa-Cup. Die schlechte Nachricht: Das Ergebnis ist für die Bundesliga ein Dämpfer in der wichtigen Uefa-Fünfjahreswertung.

Nur dank türkischer Schützenhilfe hat Bayer Leverkusen noch alle Chancen auf das "Überwintern" im lukrativen Uefa-Cup-Wettbewerb. Das Team von Trainer Michael Skibbe verlor zwar mit 1:2 (1:1) bei Dinamo Bukarest, doch dank des gleichzeitigen 2:1-Erfolgs von Besiktas Istanbul über den FC Brügge kann sich der Bundesligist mit einem Heimsieg zum Abschluss der Gruppenphase in zwei Wochen gegen den türkischen Spitzenclub noch für die Runde der letzten 32 Teams qualifizieren.

Am im zwölften Europacup-Auswärtsspiel ohne Sieg

Vor 10.000 Zuschauern im "Stadionul Dinamo" brachte Sergej Barbarez die Gäste in der 20. Minute mit dem ersten Europacup-Tor für seinen neuen Club in Führung, doch Claudiu Niculescu (36./75.) sorgte mit seinen beiden Treffern für die Wende zu Gunsten der bereits in der nächsten Runde stehenden Rumänen. Die Leverkusener blieben auch im zwölften Europacup-Auswärtsspiel in Serie sieglos.

"Gott sei Dank haben wir immer noch eine Chance, in die nächste Runde zu kommen. In 14 Tagen müssen wir eine unterdurchschnittliche Zwischenrunde zum Happy End bringen", forderte Sportdirektor Rudi Völler nach der Partie. Und ergänzte: "Schade, es sah lange nach einem 1:1 aus, das wäre sicher irgendwie auch verdient gewesen."

Drei Tage nach dem wichtigen 3:1-Heimsieg in der Bundesliga gegen Energie Cottbus musste Bayer erneut ohne die verletzten Mittelfeld- Asse Carsten Ramelow und Tranquillo Barnetta versuchen, seine Chancen im internationalen Geschäft aufrechtzuerhalten. Gegen die äußerst heimstarken Rumänen legten die Leverkusener ihr Augenmerk zunächst auf Sicherheit. Als dies gut funktionierte, gaben die Gäste nach einer Viertelstunde allerdings ihre Zurückhaltung auf - und hatten Glück, dass sie gleich ihre erste Chance verwerten konnten. Nach einem Freistoß von Bernd Schneider war Barbarez per Kopf zur Stelle.

Katastrophaler Fehlpass von Madouni

Fortan kontrollierten die Gäste in ihrem 118. Europapokal-Auftritt die Partie. Von den gefürchteten Attacken der recht ratlos wirkenden Hausherren war zunächst nichts zu sehen - bis sich Innenverteidiger Ahmed Madouni unbedrängt einen katastrophalen Fehlpass leistete. Zu allem Überfluss fälschte Unglücksrabe Madouni anschließend auch noch den Schuss des steil angespielten Niculescu unhaltbar für Torhüter Jörg Butt ab. Es war inklusive der Qualifikation bereits der neunte Treffer im laufenden Wettbewerb für den Dinamo-Torjäger, der Butt kurz darauf mit einem Freistoß noch einmal ernsthaft prüfte (45.).

Nach Wiederanpfiff agierten die vom Ausgleich beflügelten Rumänen aggressiver und setzten den Werksclub stärker als zuvor unter Druck. Leverkusen aber hielt dagegen, störte den Spielaufbau der Hausherren und geriet lange nicht in Gefahr. Nachdem der starke Barbarez (73.) per Kopf knapp gescheitert war, gelang auf der Gegenseite erneut Niculescu auf Pass des Ex-Stuttgarters Ioan Viorel Ganea das 2:1 für Dinamo, das anders als Bayer bereits eine Runde weiter ist.

DPA / DPA

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