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UEFA-Cup: Schalke weiter, Stuttgart wartet

Der FC Schalke 04 hat sich mit dem 2:0-Sieg gegen Ferencvaros Budapest schon vorzeitig für die dritte Runde im Uefa-Pokal qualifiziert. Für den VfB Stuttgart hat es noch nicht gereicht.

Der FC Schalke 04 hat seine Erfolgsserie unter Trainer Ralf Rangnick fortgesetzt und kann schon jetzt für die K.o.-Runde im UEFA-Pokal planen. Im Schongang gewann der Tabellen- Dritte der Fußball-Bundesliga am Donnerstag sein Zwischenrunden-Spiel gegen Ferencvaros Budapest mit 2:0 (2:0) und übernahm mit sieben Punkten die Tabellenspitze der Gruppe A. Vor 51.179 Zuschauern in der Arena AufSchalke kamen die "Königsblauen" nach einem Eigentor von Gabor Gyepes (15.) und Levan Kobiaschwilis Treffer (40.) zu einem ungefährdeten Erfolg, der bei konsequenter Chancenverwertung deutlich höher hätte ausfallen müssen. Mit einem Punktgewinn im letzten Gruppenspiel am kommenden Mittwoch bei Feyenoord Rotterdam kann Schalke die letzten Zweifel am Überwintern im Europacup ausräumen.

Schalke macht Druck

Im Bewusstsein der eigenen Stärke übernahmen die Schalker gegen den 28-maligen ungarischen Meister sofort die Initiative und wurde schon nach einer Viertelstunde durch einen Treffer mit Seltenheitswert für sein druckvolles Spiel belohnt. Einen weiten Einwurf von Thomas Kläsener köpfte Gyepes völlig unbedrängt ins eigene Netz. Unter der Regie des Brasilianers Lincoln beherrschten die "Königsblauen" ihren Gegner in der Folgezeit nach Belieben, versäumten es aber zunächst, aus ihrer spielerischen Dominanz Kapital zu schlagen und wurden zunehmend sorglos.

Das bisweilen aufreizend lässige Spiel der Rangnick-Elf wäre in der 36. Minute beinahe bestraft worden, als Gabor Zavadszky frei zum Schuss kam und Torhüter Frank Rost im Zusammenwirken mit Mladen Krstajic den drohenden Ausgleich verhindern musste. Darüber hinaus hatte die Mannschaft des früheren Matthäus-Assistenten Csaba Laszlo in der Offensive wenig zu bieten und kam nicht über die Rolle eines Sparringspartners für die "Königsblauen" hinaus. Fünf Minuten vor der Pause war das 2:0 durch Kobiaschwili auch zahlenmäßig Ausdruck der Schalker Überlegenheit. Nachdem Ailton an Torhüter Lajos Szücs gescheitert war, gelang dem Georgier mit seinem dritten UEFA-Cup-Tor bereits die Vorentscheidung.

Obwohl Trainer Rangnick mit Tomasz Waldoch für den angeschlagenen Marcelo Bordon sowie Christian Poulsen für Kläsener und Hamit Altintop für Sand gleich drei frische Kräfte aufs Feld brachte, ging der Spielfluss nicht verloren. Bei einem Freistoß des Spezialisten Lincoln (47.) bewahrte Szücs, 1998 als Ersatzkeeper mit dem 1. FC Kaiserslautern deutscher Meister, seine Mannschaft vor einem weiteren Gegentreffer. Danach vergaben vor allem der fleißige, aber glücklose Ailton und Gerald Asamoah reihenweise Chancen für ein noch höheres Resultat.

Dem VfB Stuttgart fehlt ein Punkt

Der VfB Stuttgart hat in der "Waschküche" von Heerenveen den ersten Fleck auf seine weiße Weste bekommen und den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde des UEFA-Pokals verpasst. Im dritten Spiel der Gruppe G musste der Fußball-Bundesligist am Donnerstagabend mit dem 0:1 (0:0) beim niederländischen Ehrendivisionär SC Heerenveen die erste Niederlage im laufenden Wettbewerb hinnehmen. Ugur Yildirim zerstörte mit seinem Treffer in der 65. Minute vor 17.500 Zuschauern die Hoffnungen der Schwaben auf den einen Punkt, mit dem die Mannschaft von Trainer Matthias Sammer die Runde der besten 32 gebucht hätte. Den fehlenden Zähler muss der VfB am 15. Dezember im letzten Heimspiel gegen Dinamo Zagreb holen.

Drei Tage vor dem Bundesliga-Spitzenspiel bei Hannover 96 ließ es der VfB ruhig angehen, den Durchblick verloren die überlegenen Stuttgarter aber auch angesichts dicker Nebelschwaden im kleinen und feinen Abe-Lenstra-Stadions nicht. Bei den bis zur Halbzeit fast irregulären Bedingungen kam allerdings kein attraktives Spiel zu Stande. Als vor der Pause sogar der Abbruch drohte, skandierten die 650 mitgereisten VfB-Fans: "Wir haben bezahlt, wir wollen was seh’n!"

Anders als beim Bundesliga-Sieg gegen Mönchengladbach stellte Sammer diesmal Boris Zivkovic in die Anfangsformation; für den Portugiesen Fernando Meira (Muskelfaserriss) rückte Silvio Meißner ins Mittelfeld. Die Niederländer hatten drei Sturmspitzen aufgeboten, wirkten aber nach der Auswechslung ihres verletzten Spielmachers Arnold Bruggink schon nach 18 Minuten wie gehemmt.

Die ersten Angriffsignale setzte dann auch der Bundesliga-Vierte: Nationalstürmer Kevin Kuranyi scheiterte zwei Mal nur knapp (21./24. Minute); später musste SC-Torhüter Brian Vandenbussche gegen Top-Torjäger Cacau Kopf und Kragen riskieren (36.), um einen Rückstand zu vermeiden. Nach der Pause lag das 1:0 für die engagierteren Gäste in der Luft, die größte Chance vergab erneut Torjäger Cacau im Duell mit Vandenbussche (60.).

Schon 60 Sekunden nach dem 0:1, bei dem die VfB-Abwehr nicht gut aussah, rettete Martin Stranzl mit letztem Einsatz vor dem eingewechselten Said Bakkati. In der Schlussphase waren die Gäste dem Ausgleich aber näher als die Holländer dem 2:0.

Morten Ritter und Ulli Brünger/DPA / DPA

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