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Uefa-Pokal: Nürnberg besteht im "Eisschrank"

Im Eisschrank des Petrowski-Stadions von Zenit St. Petersburg hat Nürnberg die Hoffnung auf ein Überwintern im Uefa-Pokal erhalten: Ein Einwechselspieler traf im Spiel gegen den russischen Meister zum 2:2-Endstand. Er bescherte den Franken damit den ersten Punkt in der Gruppe A.

"Joker" Leon Benko hat dem 1. FC Nürnberg im Eisschrank des Petrowski-Stadions die Hoffnung auf ein Überwintern im Uefa-Pokal erhalten. Eine Minute nach seiner Einwechslung (82.) sicherte der Kroate dem deutschen Pokalsieger am Donnerstag das 2:2 (1:0) beim frisch gekürten russischen Fußball-Meister Zenit St. Petersburg und bescherte den Franken damit den ersten Punkt in der Gruppe A. Vor 20 000 Zuschauern hatte Angelos Charisteas (25.) die Franken mit einem Glückstor in Führung gebracht, die Pawel Pogrebnjak (75.) und Alexej Ijonow (78.) mit einem Doppelschlag umdrehten. Mit einem Erfolg am kommenden Mittwoch gegen AZ Alkmaar kann der "Club" nun sogar die Weichen für das Weiterkommen stellen.

"Es gibt wichtigere Dinge für uns als diesen Uefa-Pokal", hatte "Club"-Trainer Hans Meyer vor dem Spiel noch einmal klar gemacht, dass die Liga absolute Priorität genießt. Dennoch gingen die Nürnberger bei Temperaturen um minus fünf Grad respektlos und selbstbewusst in das Duell mit den Russen, denen die fehlende Spielpraxis nach dem Ende der Meisterschaft vor drei Wochen kaum anzumerken war.

Das 74 Europapokalspiel für Meyer

Meyer hatte in seinem 74. Europapokalspiel jene Elf aufgeboten, die am Sonntag mit 2:0 gegen Borussia Dortmund ihre Talfahrt gestoppt hatte. Damit blieb auch Iwan Saenko in seiner Heimat zunächst draußen und musste Nicky Adler den Vortritt lassen. Auffälligster Nürnberger Akteur war Zvjezdan Misimovic, der im Mittelfeld unermüdlich ankurbelte und viel Spielübersicht verriet.

Eine Viertelstunde lang diktierte das Team von Dick Advocaat Tempo und Rhythmus der Partie, doch nachdem Pogrebnjak aus abseitsverdächtiger Position die Führung für Zenit vergeben hatte, wurde der "Club" mutiger. Bei einer Direktabnahme von Marek Mintal (22.) deutete der Bundesliga-16. erstmals seine Gefährlichkeit an und drei Minuten später gelang Charisteas mit Unterstützung von Zenit- Abwehrspieler Nicolas Lombaerts die glückliche Führung. Der Belgier fälschte den Schuss des griechischen Europameisters zur Bogenlampe ab, die sich über Torhüter Kamil Contofalsky ins Netz senkte.

Zenit legte wieder einen Zahn zu

Danach legte Zenit wieder einen Zahn zu und nahm das Tor von Miroslav Blazek unter Beschuss, der dabei nicht immer sicher wirkte und viele Bälle nach vorne abprallen ließ. Dass der 1. FCN den Vorsprung in die Pause retten konnte, hatte er vor allem der erneuten Abschlussschwäche von Pogrebnjak zu verdanken, der nach einem Patzer von Blazek frei vor dem Tor vergab (37.). Mit Chancen für St. Petersburg ging es auch im zweiten Durchgang weiter, in dem Saenko für mehr Torgefahr im "Club"-Angriff sorgen sollte. In der 55. Minute zielte Dominguez freistehend ans Außennetz des Nürnberger Tores. Bei einem Konter verpasste Mintal (69.) auf der Gegenseite den zweiten Treffer.

Michael Fox/DPA / DPA

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