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UI-Cup-Finale: Tor und Rot für Barbarez

Hitzkopf Sergej Barbarez hat dem HSV die Tür zum Uefa-Pokal geöffnet und sich anschließend für das Rückspiel gegen Valencia disqualifiziert. Der HSV-Trainer zeigt nur wenig Verständnis für die Rote Karte.

Mit seinem Treffer in der 51. Minute führte Kapitän Sergej Barbarez den HSV im ersten UI-Cup-Finale zum wertvollen 1:0-Erfolg über den FC Valencia und verschaffte seinem Club im Kampf um den Einzug in das internationale Geschäft eine gute Ausgangsposition für die zweite Partie am 23. August im Mestalla-Stadion. Dort aber fehlt Barbarez, der sich durch eine Unbeherrschtheit in der 86. Minute die Gelb-Rote Karte abholte und nun gesperrt ist. 55.386 Zuschauer in der ausverkauften AOL-Arena waren dennoch begeistert von ihrem HSV, der trotz Schmuddelwetters auch die siebte Partie im laufenden Wettbewerb siegreich beendete.

Unverständnis auf ganzer Linie

"Nicht nur ich, das ganze Hamburger Publikum kann stolz sein. Das war ein toller Fußball-Abend", sagte HSV-Trainer Thomas Doll nach dem Sieg. Den Platzverweis für Barbarez konnte er "nicht nachvollziehen. Er hat nichts, aber auch gar nichts Schlimmes gemacht. Das war schwach vom Schiedsrichter", merkte der HSV-Coach kritisch an.

Wieder mit Manndecker Khalid Boulahrouz, aber weiterhin ohne Abwehrchef Daniel van Buyten suchte der HSV gegen den sechsmaligen spanischen Meister von Beginn an sein Heil in der Offensive. Doch Barbarez, Emile Mpenza, der mit einem trockenen Rechtsschuss nur die Lattenoberkante traf, und Bastian Reinhardt konnten jeweils nach schöner Vorarbeit von Millionen-Einkauf Rafael van der Vaart gute Chancen nicht nutzen. Als Stefan Beinlich dann mit Verdacht auf Muskelfaserriss gegen Piotr Trochowski ausgetauscht werden musste, ging der Spielfluss etwas verloren.

Die Hanseaten auf Erfolgskurs

Der Uefa-Pokalsieger von 2004 attackierte die Norddeutschen nun früher und konnte die Partie dadurch offener gestalten. Nach Patzer von Boulahrouz musste bei der ersten guten Einschussmöglichkeit der Gäste Reinhardt in höchster Not gegen den einschussbereiten Vicente retten. Edus Nachschuss ging dann über das Kasten. Doch auch die Hanseaten hatten ihr Pulver noch nicht verschossen: Bei der größten Gelegenheit vor der Pause scheiterte David Jarolim freistehend am glänzend reagierenden Santiago Canizares im FCV-Tor.

Nach Wiederanpfiff hatten die Hausherren erneut den besseren Start - nur diesmal mit Erfolg. Barbarez traf nach van der Vaarts präzise gezirkelter Freistoß-Flanke per Kopf zur verdienten Führung. Mpenza hätte kurz darauf erhöhen können, scheiterte aber am starken Canizares. Die Spanier, deren Saison erst Ende August beginnt, reagierten gereizt und mit Härte - und kassierten kurz hintereinander fünf Gelbe Karten. Bei van der Vaarts Freistoß verhinderte erneut Valencias Bester, Canizares, das zweite HSV-Tor, doch am Ende jubelten die dezimierten Gastgeber über das äußerst wichtige "zu null", das Reinhardt mit einer Grätsche vor der Linie rettete.

Britta Körber/DPA / DPA

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