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Uefa-Pokal: Leverkusen stürmt Lens nieder

Bayer Leverkusen hat im Uefa-Pokal mit einer beeindruckenden Leistung die Hinspiel-Niederlage wett gemacht und den RC Lens besiegt. Nun darf Leverkusen vom ganz großen Erfolg träumen.

Mit einem furiosen Sturmlauf ins Viertelfinale des Uefa-Pokals hat Bayer Leverkusen seinen größten internationalen Erfolg seit fünf Jahren perfekt gemacht. Durch Tore von Andrej Woronin (36. Minute), Sergej Barbarez (55.) und Juan (70.) gewann die Werkself am Abend gegen den RC Lens hoch verdient mit 3:0 (1:0) und machte damit die 1:2-Niederlage aus dem Achtelfinal-Hinspiel in Frankreich wett. Vor 22.000 Zuschauern in der BayArena wies Bayer mit einer spielerisch überzeugenden Vorstellung gegen den Zweiten der französischen Fußball-Liga seine internationale Reife nach und darf nun sogar von einer erneuten Reise nach Glasgow träumen. Am Ort des unglücklich verlorenen Champions-League-Finales 2002 findet am 16. Mai das Uefa-Cup-Endspiel statt.

"Ein toller Uefa-Cup-Abend, taktisch hervorragend. Wir haben über weite Strecken famos gespielt", sagte sich Bayer-Trainer Michael Skibbe über eine der stärksten Saisonleistungen seiner Mannschaft. "Es läuft richtig gut bei uns. Wir stehen hinten gut und machen vorne die Chancen rein", sagte Torschütze Woronin über Bayers Erfolgsrezept.

Bayer kontrollierte das Geschehen

Gegen den lange Zeit nur auf das Halten des Vorsprungs bedachten Champions-League-Kandidaten kontrollierten die offensiv eingestellten Leverkusener klar das Geschehen und erreichten erstmals seit der Saison 1994/95 wieder die Runde der letzten Acht im Uefa-Pokal. Mit dem überragenden Woronin und dem auf der rechten Seite wirbelnden Stefan Kießling hatte Skibbe zwei Spitzen aufgeboten, die die Fünfer-Abwehrkette der Franzosen immer wieder in Verlegenheit brachten. Dahinter war der laufstarke Bernd Schneider wie gewohnt der Aktivposten im Mittelfeld des Bundesliga-Sechsten.

Auch ohne den nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Hinspiel gesperrten Tunesier Karim Haggui und Kapitän Carsten Ramelow, der wegen einer Sehnenentzündung im Knie passen musste, präsentierte sich Leverkusens Defensive sicher. Dabei zeichnete sich vor allem die Innenverteidigung mit Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Juan aus.

Woronin erzielte Führungstreffer

Die Chance zum erhofften frühen Führungstor bot sich in der 13. Minute Tranquillo Barnetta, doch der Kopfball des Schweizers prallte vom Außenpfosten zurück. Dann köpfte Sergej Barbarez (24.) eine Bernd Schneider-Ecke am Tor der Gäste vorbei. Rene Adler im Bayer-Tor hatte im ganzen Spiel nur eine echte Bewährungsprobe zu bestehen, als er gegen Olivier Monterrubio (23.) geschickt den Winkel verkürzte und den drohenden Rückstand verhinderte. Neun Minuten vor der Pause gelang dem am Saisonende zum FC Liverpool wechselnden Woronin mit einem Drehschuss aus 16 Metern nach Zuspiel von Schneider der verdiente Führungstreffer für die Hausherren.

Nach Wiederbeginn gaben die Franzosen ihre sture Defensivtaktik auf und eröffneten den Gastgebern damit den nötigen Spielraum, den vor allem Schneider nutzte. Nachdem Woronin eine Flanke des Nationalspielers an den Pfosten geköpft hatte, reagierte Barbarez am schnellsten und beförderte den Ball zum 2:0 über die Torlinie. In der 62. Minute verhinderte RC-Schlussmann Charles Itaudje mit einer prächtigen Parade ein Absatz-Tor des immer stärker auftrumpfenden Woronin. Gegen den Kopfball von Juan nach Woronin-Eckball zum 3:0 war aber auch der Keeper der Franzosen machtlos.

Andreas Schirmer/DPA / DPA

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