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19. Spieltag: Bremen und Schalke einsame Spitze

Im Fernduell um die Tabellenführung haben sich weder Werder Bremen noch Schalke 04 die Blöße gegeben. Beide Teams holten drei Punkte und stehen weiter punktgleich an der Spitze. Hannover fuhr gegen Hertha BSC einen Kantersieg ein und der HSV ist ganz unten angekommen.

Werder Bremen strebt weiter unaufhaltsam dem Meistertitel entgegen und kann sich dabei wie gewohnt auf seine Torfabrik verlassen. Treffer der Stürmer Miroslav Klose (15. Minute) und Hugo Almeida (78.) bescherten dem Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Mittwoch einen 2:0 (1:0)-Sieg bei Bayer Leverkusen und mit dem sechsten Erfolg in Serie auch eine große Portion Selbstvertrauen für das Spitzenspiel am Sonntag gegen Verfolger FC Schalke 04. Gegen die Gelsenkirchener müssen sie allerdings auf Nationalspieler Torsten Frings verzichten, der seine fünfte Gelbe Karte sah und somit im Topduell gesperrt ist.

Vor 22 500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena präsentierten sich die Hanseaten abgeklärt und clever in der Chancenverwertung. Leverkusen, das eine durchaus ansprechende Leistung zeigte, verpasste durch die dritte Heimniederlage hingegen die Möglichkeit, weiter Boden auf die Europapokal-Plätze gut zu machen und verlor zudem Gonzalo Castro durch eine Gelb-Rote Karte wegen Foulspiels (73.)

"Jede Woche unter Druck"

"Wir stehen jede Woche unter Druck und haben diesem bisher sehr gut Stand gehalten", lobte Werder-Manager Klaus Allofs seine Mannschaft. Auch in Leverkusen versteckten sich die Hanseaten nicht und traten mit dem Selbstvertrauen eines Spitzenreiters auf. Während Bayer nervös und mit vielen Abspielfehlern begann, war Werder hellwach - und nutzte gleich die erste Möglichkeit. Eine Maßflanke von Tim Borowski verwertete Klose per Hechtkopfball zu seinem elften Saisontor und dem 51. Treffer im 75. Bundesliga-Spiel für Werder insgesamt.

Auch in der zweiten Halbzeit setzten beide Mannschaften ihr engagiertes Spiel fort. Bremen musste sich mühen, den Vorsprung zu verteidigen, denn die besseren Chancen hatten die Hausherren. Schneider "zauberte" wie bei seinem Traumtor in Aachen einen Freistoß über die Mauer - doch Reinke reagierte prächtig (55.). Kurz darauf hatte Reinke das Glück des Tüchtigen. Ein Schuss von Andrej Woronin (63.) landete am Pfosten. Nach Castro Platzverweis demonstrierte Werder eine effektive Chancenverwertung und machte durch Almeidas Treffer alles klar. Woronin hatte in der Nachspielzeit nochmals Pech mit einem Pfostentreffer.

Sichone macht Schalke froh

Ein Eigentor von Moses Sichone hat den FC Schalke 04 vor dem Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen vor einem Rückschlag im Titelrennen bewahrt. Der Revierclub kam nach einer schwachen Leistung am Mittwoch in der mit 61 482 Zuschauen ausverkauften Veltins-Arena im ersten Rückrunden-Heimspiel zu einem glücklichen 2:1 (1:1) gegen Aufsteiger Alemannia Aachen, nachdem Sichone in der 74. Minute den Ball nach einem Schuss von Kevin Kuranyi ins eigene Netz lenkte. Zuvor waren die kämpferisch überzeugenden Gäste durch Vedad Ibisevic (17. Minute) sogar in Führung gegangen, ehe Rafinha (23.) per Handelfmeter der Ausgleich gelang. Während Schalke den Vorsprung auf Verfolger VfB Stuttgart auf sieben Punkte ausbaute, rutscht Aachen immer tiefer in die Abstiegszone.

Mit dem höchsten Heimsieg in der Fußball-Bundesliga seit mehr als 41 Jahren hat Hannover 96 den Vormarsch von Hertha BSC in Richtung Tabellenspitze jäh gestoppt. Beim 5:0 (3:0) gegen eine desolate Berliner Mannschaft vor 30 584 Zuschauern in der AWD-Arena machten die Abwehrspieler den Angreifern das Toreschießen zunächst vor. Der Brasilianer Vinicius (16./37.) mit seinen ersten Saisontreffern, Frank Fahrenhorst (45.), Jan Rosenthal (64.) und Altin Lala (76.) stellten am Mittwoch den zweiten Heimsieg der Saison für das Team von Dieter Hecking sicher, mit dem zugleich die Revanche für das.0:4 aus dem Hinspiel gelang. Höher hatte 96 vor heimischem Publikum nur am 18. September 1965 (6:0 gegen Borussia Neunkirchen) gewonnen. Die Hertha half dabei mit Abwehrschnitzern kräftig mit und kassierte die deutlichste Schlappe dieser Spielzeit.

Hertha brach zusammen

Vor den Augen des brasilianischen Neueinkaufs Mineiro, dessen Verpflichtung vom FC Sao Paulo die Berliner erst am frühen Abend bekannt gegeben hatten, enttäuschte die ersatzgeschwächte Hertha auf der ganzen Linie und konnte keine Ansprüche auf einen Uefa-Cup- Startplatz anmelden. Die Abwehr war ohne den gesperrten Dick van Burik vor allem bei Standardsituationen überaus anfällig, aber auch in der Offensive lief beim Tabellen-Fünften nichts zusammen. Selbst vom bisher elf Mal in dieser Spielzeit erfolgreichen Marko Pantelic ging kaum Torgefahr aus. Da war auch der 18-jährige Jerome Boateng bei seinem Debüt im Hertha-Trikot überfordert.

Nach dem zwölften Remis der Bundesliga-Saison ist der Hamburger SV zum Abstiegskandidaten Nummer eins geworden und hat die "Rote Laterne" vom FSV Mainz übernommen. Die völlig verunsicherten Hanseaten kamen statt des Pflichtsieges gegen den braven Aufsteiger Energie Cottbus nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und haben den Rauswurf ihres Trainers Thomas Doll damit förmlich provoziert. Vor 52 484 Zuschauern in der AOL- Arena war der HSV durch Juan Pablo Sorin (4. Minute/Foulstrafstoß) zwar schnell in Führung gegangen waren, Sergiu Radu (9.) rettete den Lausitzern aber einen nicht unverdienten Punkt. Noch am Abend wollten sich die HSV-Oberen zu einer Krisensitzung treffen. Der letzte Bundesliga-Heimsieg der "Rothosen" liegt nun schon rund zehn Monate zurück: Am 9. April 2006 gab es ein 2:0 gegen Mönchengladbach.

Mainz ist wieder dran

Der FSV Mainz 05 hat dank Neuzugang Leon Andreasen seine "Mission possible 15" erfolgreich fortgesetzt und mit einer großartigen kämpferischen Leistung erstmals seit dem 12. Spieltag die "Rote Laterne" in der Fußball-Bundesliga abgegeben. Der bärenstarke dänische Neuzugang erzielte am Mittwoch vor 20 300 Zuschauern im ausverkauften Bruchweg-Stadion per Foulelfmeter in der 62. Minute den entscheidenden Treffer zum 1:0 (0:0)-Sieg gegen Borussia Dortmund. Vier Tage nach dem 1:0 der Mainzer in Bochum feierten die Schützlinge von Trainer Jürgen Klopp damit den zweiten "Dreier" in Serie und den ersten vor eigenem Publikum seit dem 12. August 2006. Die Dortmunder konnten nur in der Anfangsphase an die gute Leistung des Bayern-Spiels anknüpfen. Mainz war kämpferisch stark und ließ kaum Dortmunder Chancen zu.

DPA/tis / DPA

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